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01.04.2020 – 10:04

Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern

LKA-MV: Vorsicht vor Betrug im Zusammenhang mit dem Corona-Virus - Kriminelle passen ihre Betrugsmaschen an

Rampe (ots)

Derzeit passen Betrüger ihre Betrugsmaschen an, um auf perfide Art Kapital aus der Corona-Pandemie zu schlagen. Die bekannten Betrugsmaschen, wie "Enkeltrick" und "Fake-Shops", werden dabei gezielt in den Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestellt, um an das Vermögen der Menschen zu gelangen.

Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern gibt Tipps, wie Sie sich und ihre Angehörigen vor den Betrügereien an der Haustür, am Telefon und im Internet schützen können.

Betrug an der Haustür:

Neue Version des Haustürbetrugs

In den letzten Wochen gaben sich in verschiedenen Orten Deutschlands Betrüger an Wohnungstüren als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus. Sie waren teilweise in weißen Anzügen und mit Mundschutz bekleidet. Angeblich führe das Gesundheitsamt einen Corona-Test durch, weil es im Haus oder im näheren Umkreis zu Infektionen mit dem Coronavirus gekommen sei. Ziel der Täter ist es, sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Dort haben sie es auf das Geld und die Wertgegenstände der Bewohner abgesehen. In einigen Fällen wurde der vermeintliche Coronatest auch kostenpflichtig angeboten. Fallen Sie auf diese Maschen nicht herein.

Tipps der Polizei:

   - Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
   - Wenn Amtspersonen kommen, fordern Sie den Dienstausweis und 
     rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der 
     die angebliche Amtsperson kommt.
   - Zeigen oder erklären Sie niemandem, wo Sie Geld oder 
     Wertgegenstände (z.B. Schmuck) aufbewahren.
   - Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte 
     Personen.
   - Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch 
     energisch: Stellen Sie Öffentlichkeit her, indem Sie laut 
     werden.
   - Rufen Sie im Notfall um Hilfe. Kontaktieren Sie Ihre Nachbarn 
     und die Polizei. 

Betrug am Telefon:

Neue Version der Enkeltrick-Masche

Die Kriminellen rufen angeblich im Namen von infizierten Angehörigen an oder geben sich selbst als Angehörige aus, die sich angeblich mit dem Virus infiziert hätten und nun dringend Geld für die Behandlung benötigten. Im Anschluss werden Boten entsandt, die das Geld persönlich abholen kommen. Die Masche ist nicht neu! Sie lehnt sich an die Tatbegehungsweise des klassischen "Enkeltricks" und des "Falschen Polizeibeamten" an.

Tipps der Polizei:

   - Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
   - Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst
     mit Namen vorstellt oder als Bekannter oder Verwandter ausgibt, 
     den Sie als solchen nicht erkennen.
   - Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr 
     Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
   - Geben Sie keine privaten Daten oder Details zu finanziellen 
     Verhältnissen preis.
   - Gerade die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen 
     oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen 
     oder Ihr Geld in Sicherheit zu bringen. 

Betrug im Internet:

Neue Version der Fake-Shops-Masche

Fake-Shops sind gefälschte Online-Plattformen, die es in unendlich vielen Varianten im Internet gibt. Aktuell werden auf diesen Fake-Shops Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel angeboten. Die bezahlte Ware wird jedoch nicht an die Kunden ausgeliefert.

Wie kann man Fakeshops erkennen?:

   - Die Ware wird ungewöhnlich günstig angeboten.
   - Die Ware ist in der Regel nur gegen Vorauskasse erhältlich.
   - Das Impressum ist unvollständig oder nicht vorhanden.
   - Die sehr begehrte und schwer erhältliche Ware ist immer 
     verfügbar.
   - Die Internetseite beinhaltet zahlreiche Fehler in der 
     Rechtschreibung und Grammatik.
   - Wichtige Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) fehlen, sind 
     fehlerhaft, nicht in Deutsch verfasst oder wurden von fremden 
     Seiten kopiert.
   - Weitere Bereiche der Internetseite (Unterseiten) sind leer oder 
     mit unsinnigen Fülltexten angereichert.
   - Der Name der Domain unterscheidet sich vom echten Hersteller.
   - Sie erhalten keine korrekte Bestellbestätigung. 

Neue Version des Phishings

Betrüger nutzen das Informationsbedürfnis der Bevölkerung in der aktuellen Lage aus, um über Phishing an sensible Daten zu kommen. Dabei tarnen sich die Kriminellen als offizielle Stellen. Die Polizei rät: Vorsicht beim Öffnen von E-Mail-Anhängen. In gefälschten E-Mails scheinbar im Namen von Gesundheitsämtern, der Weltgesundheitsorganisation sowie anderen Behörden, Institutionen und Firmen, werden potentiell schädliche Anhänge in den Formaten .docx oder .exe verschickt. Wenn diese geöffnet werden, installiert sich eine Spyware oder der Computer wird komplett verschlüsselt. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), kursiert momentan zudem eine sogenannte "Corona-Karte", die angeblich in Echtzeit angeben soll, wo Corona-Infektionen registriert worden sind. Diese "Corona-Karte" wird von Kriminellen als Lockmittel genutzt. Wird die Karte geöffnet, lädt im Hintergrund eine Schadsoftware, die Passwörter und Zugangsdaten am PC ausliest.

Tipps der Polizei:

   -Öffnen Sie keine Dateien, Anhänge oder Links von unbekannten 
Adressaten. Seien Sie auch misstrauisch, wenn es sich um Anhänge in 
E-Mail von scheinbar offiziellen Stellen handelt.
   - Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen,
     nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der 
     Internet-Seite des Unternehmens finden (Starten Sie keinen 
     Download über den direkten Link).
   - Gehen Sie nicht auf mögliche Geldforderungen ein, wenn Ihr PC 
     gesperrt wird. 

Neue Version des "CEO-Fraud", sogenannter "Chef-Betrug"

Bei der Betrugsmasche "CEO-Fraud" geben sich Betrüger als Führungskraft eines Unternehmens aus, beispielsweise als Geschäftsführer (CEO). In gefälschten E-Mails fordern sie Mitarbeiter dazu auf, größere Summen von Unternehmenskonten ins Ausland zu überweisen. Firmen werden bezüglich des Corona-Virus angeschrieben. Waren, die in Zusammenhang mit Hygiene stehen, müssten beispielsweise im Voraus bezahlt werden.

So schützen Sie sich vor CEO-Fraud:

   - Achten Sie darauf, welche Informationen Sie über Ihr Unternehmen
     veröffentlichen.
   - Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Betrugsmasche 
     "CEO-Fraud".
   - Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen und interne 
     Kontrollmechanismen ein. Beispielsweise sollte bei 
     ungewöhnlichen Überweisungsaufträgen vor einer Transaktion: 
   - Geprüft werden, ob die Absenderadresse der E-Mail korrekt ist.
   - Geprüft werden, ob die Zahlungsaufforderung auch tatsächlich vom
     genannten Auftraggeber stammt, beispielsweise per Rückruf.
   - Die Geschäftsleitung beziehungsweise der Vorgesetzte informiert 
     werden. 

Betrügerische Datenerlangung im Zusammenhang mit COVID-19 Soforthilfeanträgen

Im Internet sind Seiten aufgetaucht, auf denen in Bedrängnis geratene Wirtschaftsunternehmen aufgefordert werden, das dortige Formular mit Daten zu befüllen und anschließend hochzuladen. Teilweise werden Unternehmen gezielt telefonisch kontaktiert und explizit auf eine entsprechende Seite im Internet hingewiesen. Die Anrufer geben sich dabei als Angehörige einer offiziellen Stelle zur Abwicklung der Soforthilfe aus.

Tipp der Polizei:

   - Nutzen Sie für die Stellung der Anträge auf Soforthilfe 
     ausschließlich die Internetseiten von offiziellen Landesstellen.
     Dies sind die Ministerien und Landesförderbanken mit 
     Unterstützung der Industrie- und Handelskammern. 

Grundsätzlich gilt:

Verständigen Sie bei verdächtigen Feststellungen oder Kontaktaufnahmen umgehend die Polizei über den Notruf 110.

Weitere wertvolle Informationen und Präventionstipps finden Sie im Internet auf folgenden Seiten:

 www.polizei-beratung.de
 www.bsi-fuer-buerger.de 

Rückfragen bitte an:

Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
Pressestelle
KHK Matthias Rascher
Telefon: 03866/64-8700
E-Mail: presse@lka-mv.de
http://www.polizei.mvnet.de

Original-Content von: Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern, übermittelt durch news aktuell

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