POL-HI: Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 für die Polizeiinspektion Hildesheim
Hildesheim (ots)
- Mit 65,02 Prozent höchste Aufklärungsquote in den letzten zehn
Jahren
- Die Polizei Hildesheim ermöglicht den Menschen ein sicheres
Lebensumfeld
- Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte weiter
gestiegen
- Verstetigung der Netzwerkarbeit zur Bekämpfung von Häuslicher
Gewalt
- Erfolgreiche Ermittlungsarbeit bei Straftaten zum Nachteil
älterer Menschen
- Flächenpräsenz und Interventionsfähigkeit der Polizei stark
ausgeprägtHILDESHEIM - (ruk) - Die Polizeiinspektion (PI) Hildesheim veröffentlichte am heutigen Tage die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025. Das verzeichnete Straftatenaufkommen befindet sich auf einem vergleichbaren Niveau zu den Vorjahren, wobei ein leichter Rückgang festzustellen ist. Die PI Hildesheim weist in diesem Jahr zudem die höchste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre auf. Die Kriminalitätsbelastung (sog. Häufigkeitszahl) im Landkreis Hildesheim ist mit 6.099 Fällen pro 100.000 Einwohner im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Landesniveau (6.329 Fälle pro 100.000 Einwohner). Das Berichtsjahr 2025 verdeutlicht zudem eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit verschiedenen Netzwerkpartnern zur Kriminalitätsbekämpfung. Hierbei stehen insbesondere die Schwerpunktthemen Häusliche Gewalt und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen in einem besonderen Fokus. "Die ausgezeichneten Ergebnisse im vergangenen Jahr konnten durch eine verstetigte Netzwerkarbeit sowie durch fundierte Hinweise aus der Bevölkerung positiv beeinflusst werden. Entscheidend waren die hohe Motivation und die ausgewiesene Fachexpertise unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir ermöglichen den Menschen in unserem Landkreis ein sicheres Lebensumfeld", sagte Michael Weiner, Leiter der PI Hildesheim.
Entwicklung der Fallzahlen und Aufklärungsquoten
Das Straftatenaufkommen im Landkreis Hildesheim verzeichnete mit 16.316 Taten einen leichten Rückgang um 258 Taten im direkten Vergleich zum Vorjahr. Damit lässt sich ein kontinuierlich rückläufiger Trend der Fallzahlen seit dem Wegfall der beschränkenden Maßnahmen im Kontext der Corona-Pandemie verzeichnen.
Mit 65,02 % erreicht die PI Hildesheim die höchste Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre und einen Zuwachs von 2,53 % im Vergleich zum Vorjahr. Diebstahlsdelikte nehmen mit 29,51 % den größten Anteil des Straftatenaufkommens ein. Dagegen umfassen Straftaten gegen das Leben und gegen die sexuelle Selbstbestimmung nur 2,88 %, womit sich in allen drei Deliktsfeldern ein leichter Rückgang zum Vorjahr feststellen lässt. Die Anzahl der Tatverdächtigen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit befindet sich mit 2.251 auf einem vergleichbaren Niveau zu den Vorjahren.
Fallzahlen von Straftaten gegen das Leben sind stark gesunken
Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 12 Tötungsdelikte begangen. Damit kann ein Rückgang von 45,45 % zum Vorjahr (22 Taten) verzeichnet werden. Bei acht dieser Fälle handelt es sich um Versuchstaten und in vier Fällen um vollendete Tötungsdelikte. Bei den Mordtaten ließ sich ein Rückgang um 100 % verzeichnen. Nachdem 2024 acht Taten festgestellt werden konnten, gab es im Jahr 2025 keine Tat in diesem Kriminalitätsfeld. In allen 12 Fällen gelang es den Ermittlerinnen und Ermittlern die Taten gerichtsfest aufzuklären.
Aufkommen von Rohheitsdelikten weiterhin auf einem hohen Niveau
Unter dem Begriff "Rohheitsdelikte" werden Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (Körperverletzungsdelikte), gegen die persönliche Freiheit und der Phänomenbereich der Raubdelikte subsumiert. Bei dieser Deliktsgruppe ist ein leichter Anstieg von 3.244 auf 3.308 Taten festzustellen. Dieses entspricht einem ausdrücklich geringen Zuwachs von 1,97 % und umfasst einen Anteil von 20,27 % des Gesamtstraftatenaufkommens im Zuständigkeitsbereich der PI Hildesheim.
Nachdem die Fallzahlen im Phänomenbereich der Raubdelikte bis zum Vorjahr kontinuierlich gestiegen sind, konnte im Berichtsjahr nun ein Rückgang von 5,15 % festgestellt werden. Erstmals seit 2019 konnte der Negativtrend der steigenden Fallzahlen verhindert werden.
Anzahl der "Messerangriffe" geht weiter zurück
Als "Messerangriffe" werden Straftaten bezeichnet, bei denen eine Täterin oder ein Täter einen Angriff mit einem Messer gegen eine andere Person unmittelbar androht oder diesen tatsächlich ausführt. Straftaten in diesem Phänomenbereich werden in der PKS seit dem Jahr 2020 erfasst.
Mit 103 Taten im Berichtszeitraum setzt sich der rückläufige Trend von minus 11,21 %, entgegen der Landesentwicklung (plus 4,26 %), seit dem Höchstwert von 120 Taten im Jahr 2023 weiter fort. Seit Beginn der statistischen Erfassung sind in diesem Phänomenbereich innerhalb der Polizeiinspektion Hildesheim im Jahresvergleich keine signifikanten Schwankungen zu verzeichnen.
Die Bekämpfung dieses Deliktsfeldes steht weiterhin im Fokus der PI Hildesheim. Im Rahmen der Umsetzung der Konzeption zur Gefahrenreduzierung des erweiterten Hildesheimer Bahnhofsbereichs konnten unter anderem bei Schwerpunktkontrollen seit Oktober 2024 insgesamt 32 Waffen und gefährliche Gegenstände sichergestellt werden. Insbesondere in diesem Bereich setzt die Polizei auf eine sichtbare Präsenzerhöhung sowie ein niedrigschwelliges Einschreiten bei festgestellten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6137621 ; https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6183375).
"Durch die konsequenten Maßnahmen konnten wir mit Blick auf die Sicherstellung von Messern und gefährlichen Gegenständen rund um den Hauptbahnhof schwerste Straftaten verhindern, effektiv dazu die niedrigschwelligen polizeilichen Interventionen sowie die Einrichtung einer Videoüberwachung", führte Michael Weiner weiter aus.
Zum 1. April 2026 wird zudem das neue Rahmenkonzept Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement (FEBM) in der Polizei Niedersachsen und damit auch in der PI Hildesheim eingeführt. Mit diesem Konzept sollen potentiell risikobehaftete Personen frühzeitig identifiziert und mögliche schwere Gewalttaten rechtzeitig verhindert werden. Das Konzept stützt sich auf strukturierte Gefährdungs- und Risikobewertungen, die durch interdisziplinäre Fallkonferenzen unterstützt werden. Nach der frühzeitigen Bündelung von Informationen sollen Schutz- und Risikofaktoren abgeglichen sowie passende Interventionsmaßnahmen zeitnah eingeleitet werden.
"Wir werden im täglichen Dienst mit immer mehr psychisch verhaltensauffälligen Personen mit einem unkalkulierbaren Gewaltpotential konfrontiert. Darauf reagieren wir mit organisatorischen und personellen Anpassungen. Das ist zwingend erforderlich, um sowohl uns als auch die Bevölkerung zu schützen", sagte Michael Weiner.
Rückgang der Anzahl minderjähriger und heranwachsender Tatverdächtiger
Nachdem die Anzahl von minderjährigen und heranwachsenden Tatverdächtigen im Berichtsjahr 2024 mit 1.642 bereits rückläufig war, konnte 2025 bei der Anzahl der tatverdächtigen Kinder (unter 14 Jahre), der tatverdächtigen Jugendlichen (14-17 Jahre) und der tatverdächtigen Heranwachsenden (18-21 Jahre) mit 1.560 die rückläufige Tendenz bestätigt werden. Insbesondere die Anzahl der tatverdächtigen Kinder sticht mit einem Rückgang um 14,97 % hervor. Diese Tendenz zeigt sich ebenso bei den Fallzahlen der genannten Gruppe, wo ein Rückgang von 2.163 auf 1.994 Fälle im aktuellen Berichtsjahr verzeichnet wird.
Auch im Schulkontext werden seit dem höchsten Wert der letzten Jahre von 188 im Berichtsjahr 2024 nun wieder sinkende Fallzahlen festgestellt. Es ließ sich 2025 erstmals seit dem Wegfall der beschränkenden Maßnahmen im Kontext der Corona-Pandemie ein Rückgang um 27,13 % auf 137 Fälle verzeichnen.
Die umfangreiche Präventionsarbeit der PI Hildesheim, insbesondere an Schulen, hat sich vor diesem Hintergrund bewährt. Es werden Vorträge und Filmsequenzen zum Themengebiet Mediensicherheit und Medienkompetenz angeboten, Kurzfilme im Kontext der Zivilcourage vorgestellt sowie entsprechende Straftatbestände und Inhalte des Jugendschutzgesetzes, insbesondere zum Konsum alkoholischer Getränke und anderer Betäubungsmittel, erläutert. Auch über Formen von (Cyber-) Mobbing, zur Gewaltprävention sowie zum Demokratieschutz wird in den Schulen aufgeklärt. So sollen Kinder und Jugendliche sensibilisiert und normgerechtes Verhalten gefördert werden.
Weiterhin hohe Anzahl von Fällen "Häuslicher Gewalt"
Im Phänomenbereich der "Häuslichen Gewalt" werden in den letzten drei Jahren keine großen Schwankungen verzeichnet. Im Berichtsjahr 2025 wurden 1.208 Fälle registriert, was einem Zuwachs von 4 Taten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit befinden wir uns im Zuständigkeitsbereich der PI Hildesheim weiterhin auf einem bedenklich hohen Niveau.
"Durch gute und niedrigschwellige Intervention der eingesetzten Kolleginnen und Kollegen, vom ersten Angriff bis zu den Ermittlungsmaßnahmen, können Taten der Häuslichen Gewalt ins Hellfeld und somit zur Anklage gebracht werden. Jeder Hinweis wird ernstgenommen", sagte Heiko Heimann, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der PI Hildesheim.
Auch im Berichtsjahr hat die PI Hildesheim sich wieder anlässlich des Orange Days an der Aktion des Aktionsbündnisses "Hildesheim gegen Gewalt an Frauen" beteiligt und in der Fußgängerzone Brötchentüten mit Einlegern verteilt. Auf den Einlegern finden sich Hilfstelefonnummern für gewaltbetroffene Frauen.
Zudem wurde die Netzwerkarbeit unter Führung der Interdisziplinären Koordinierungsstelle Häusliche Gewalt weiter vertieft und ausgebaut (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/5916323).
Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte erneut angestiegen
Die Gewalt gegen Einsatzkräfte ist auch in diesem Berichtsjahr weiter angestiegen. Mit 172 Fällen von Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte sowie Rettungskräfte wurde ein neuer Spitzenwert mit einem Zuwachs von 15,44 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Davon richteten sich 157 Taten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte sowie 17 Taten gegen Mitarbeitende der Rettungsdienste. Von dem Phänomenbereich werden insbesondere Widerstandshandlungen bei Vornahmen von Vollstreckungshandlungen, tätliche Angriffe sowie Rohheitsdelikte umfasst.
Die PI Hildesheim setzt vor diesem Hintergrund insbesondere auf eine einzelfallbezogene Kommunikation und gezielte Fortbildungen. Auch einer strukturierten Einsatznachbereitung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Zum einen wird diese zur Reflexion des polizeilichen Handelns und zum anderen zur Unterstützung der Mitarbeitenden bei der Verarbeitung belastender Einsatzlagen durchgeführt.
Bei der Verhinderung von Gewalt gegen Einsatzkräfte nimmt das Einsatzmittel Bodycam nach wie vor einen hohen Stellenwert ein. Durch die Möglichkeit der Videografie von Einsatzlagen unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen soll eine präventive und deeskalierende Wirkung bei dem polizeilichen Gegenüber hervorgerufen werden. Zudem werden die Maßnahmen der einschreitenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten dokumentiert und können vor allem bei Einsatzlagen mit Zwangsanwendungen im Anschluss objektiv in mögliche Ermittlungsverfahren eingebunden werden.
"Die Entwicklungen sind eklatant und nicht akzeptabel. Alle gewalttätigen Übergriffe werden durch uns zur Anzeige gebracht und verfolgt. Wir dokumentieren die jeweilige Rechtmäßigkeit unserer Maßnahmen regelmäßig durch Bodycamaufnahmen", so Michael Weiner (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6164181; https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6177200).
Rückgang bei Diebstählen
Die Gesamtanzahl der Diebstähle ist von 5.458 Taten in 2024 auf 4.816 Taten im Berichtsjahr erheblich zurückgegangen. Damit setzt sich auch in diesem Deliktsfeld der Abwärtstrend mit einem Rückgang der Fallzahlen um 11,76 % weiter fort. Zudem konnte die PI Hildesheim mit 35,36 % die zweithöchste Aufklärungsquote der zurückliegenden 10 Jahre verbuchen (2017: 36,08 %). Die Polizeiinspektion Hildesheim wird die Präventionsarbeit in diesem Deliktsfeld sowie die Bekämpfung des Phänomens durch Schwerpunktkontrollen pp. auch in diesem Jahr fortsetzen.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Nachdem die Fallzahlen im Deliktsfeld der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bereits im Jahr 2024 mit 503 Fällen rückläufig waren, konnte in diesem Berichtsjahr dieser Trend erneut registriert werden. Mit 468 Fällen wird ein Rückgang um 6,96 % verzeichnet, wobei die Gesamtanzahl der Straftaten in diesem Bereich nach wie vor auf einem hohen Niveau ist.
Auch im Phänomenbereich der Kinder- und Jugendpornografie konnte 2025 mit 192 Fällen im Vergleich zu 2024 mit 256 Fällen zwar ein deutlicher Rückgang um 25 % registriert werden, die Fallzahlen befinden sich jedoch auch hier weiter auf einem bedenklich hohen Niveau. Mit einer Aufklärungsquote von 97,92 % konnte sich die PI Hildesheim im direkten Vergleich zum Vorjahr um 1,44 % steigern und liegt über dem Landesniveau mit einer Aufklärungsquote von 96,93 %.
Die deutliche Zunahme der Fallzahlen seit 2020 in diesem Phänomenbereich ist auf die gesetzlich neu normierte Verpflichtung der Provider der Internetseiten (Digital-Services-Act), entsprechende Hinweise an die Ermittlungsbehörden weiterzugeben, zurückzuführen. Zuvor wurden Fälle der Kinder- und Jugendpornografie lediglich über das Bundeskriminalamt (BKA) und das Landeskriminalamt (LKA) an die zuständige Polizeiinspektion und Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die entsprechenden Informationen erlangten das BKA und das LKA in der Regel vom National Center for Missing & Explosites Children (NCMEC). Durch die gesetzliche Änderung wird somit das Anzeigeverhalten positiv beeinflusst, wodurch eine Aufhellung des Dunkelfeldes in diesem Deliktsfeld hervorgerufen wird.
Durch technische Innovationen, wie der Einführung von Künstlicher Intelligenz in Auswertungsprogrammen sowie neuer Hardware, stellt sich die PI Hildesheim zukunftsorientiert auf, um dieses Deliktsfeld zielgerichtet und effizient zu bekämpfen. Dazu hat die PI Hildesheim eine ständige Ermittlungsgruppe eingerichtet.
"Trotz eines erfreulichen grundsätzlichen Rückgangs der Fallzahlen zahlt sich in diesem schweren Deliktsfeld die hervorragende Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler aus. In den vergangenen Jahren haben wir viele Täter ermittelt und die Aufklärungsquote auf mehr als 99 Prozent erhöht, auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre - das ist ein toller Erfolg. Wir haben gezeigt, dass es im Netz keine Anonymität gibt und sich die Täterinnen und Täter nicht in Sicherheit wiegen sollten. Nichts desto trotz ist eine Tat schon eine zu viel - wir werden also auch in Zukunft nicht nachlassen, wenn es um die Verfolgung dieser abscheulichen Taten geht", sagt die Polizeipräsidentin Frau Tanja Wulff-Bruhn über die Entwicklung der Fallzahlen in der Polizeidirektion Göttingen.
Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SäM)
Straftaten zum Nachteil älterer Menschen umfassen insbesondere Betrugsdelikte, bei denen den Geschädigten falsche Tatsachen vorgespiegelt werden, um hierdurch eine Vermögenstransaktion zu Gunsten der Täterinnen und Täter zu erwirken. In der Regel agieren hierbei Tätergruppierungen in gemeinschaftlicher Art und Weise und erzielen so bei den Geschädigten nicht selten hohe Vermögensschäden. Zu den Hauptphänomenen gehören hierbei der "Enkeltrick", "falsche Wasserwerker", "falsche Polizeibeamte", "falsche Gewinnversprechen" sowie "Schockanrufe".
Ebenso wie 2024 lässt sich auch 2025 ein leichter Rückgang der Fallzahlen feststellen. Die in diesem Deliktsfeld entstandenen Schadenssummen sind im Vergleich zu den Vorjahren stark rückläufig gewesen, wobei sich der Gesamtschaden immer noch auf einem hohen Niveau befindet.
Es lässt sich jedoch feststellen, dass die Versuchstaten etwa drei Viertel der Gesamtfallzahlen einnehmen und es lediglich in einem Viertel der Taten zu einem Vermögensschaden für Geschädigte gekommen ist. Im Vergleich dazu ist es im Vorjahr noch bei einem Drittel der Fälle zu einem Schadenseintritt gekommen, was verdeutlicht, dass die Täterschaft im Verhältnis weniger Erfolg bei der Tatbegehung hatte und ein höherer Anteil der Geschädigten den Betrug als solchen erkannt hat.
Dies steht vor allem in einer Wechselwirkung zu den Präventionskampagnen der Polizei und von Netzwerkpartnern sowie im Einzelfall zu dem mutigen Mitwirken einzelner Geschädigter, die bei der Festnahme von Täterinnen und Tätern unterstützten. So konnte vergangene Woche mithilfe einer wachsamen Geschädigten ein Geldabholer nach einem Schockanruf festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete ein Richter die Untersuchungshaft an (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6235278).
Im Berichtsjahr wurden die Präventionskampagnen weiter ausgebaut, unter anderem Informationsbroschüren in Arztpraxen und im Öffentlichen Personennahverkehr ausgelegt und neue Kooperationen eingegangen.
In jüngster Vergangenheit ist es der PI Hildesheim zudem durch Ermittlungen gelungen, zwei Tatverdächtige zu identifizieren und festzunehmen. Diese hatten sich bei Geschädigten in Hildesheim als falsche Polizeibeamte ausgegeben und in mehreren Taten fünf- bis sechsstellige Geldbeträge erbeutet. Beide Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/6228052).
Fazit
"Kriminalitätsbekämpfung ist eine der wesentlichen Kernaufgaben der Polizei - fachlich anspruchsvoll, gesellschaftlich relevant und durch die fortschreitende Digitalisierung zunehmend komplex. Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein wichtiges Analyseinstrument, um Entwicklungen zu erkennen, Schwerpunkte zu setzen und unsere Arbeit in einem ständigen Abwägungsprozess konstruktiv-kritisch zu überprüfen. Wir befinden uns in der Kriminalitätsbekämpfung in einer wesentlichen Transformationsphase aus dem analogen in den digitalen Raum. Vor diesem Hintergrund stärkt die Polizeiinspektion Hildesheim aktuell gezielt ihre personellen und organisatorischen Kompetenzen in der Bekämpfung digitaler Kriminalität, insbesondere in den Bereichen der Automotive IT (AIT) und Internet oft things (IoT). Ungeachtet dessen konsolidieren wir die Sicherheitsarchitektur mit einer starken Interventionsfähigkeit sowie einer erwartbaren Präsenz in der Fläche durch unsere Polizeikommissariate und die 14 Polizeistationen. Das ist ein besonderer Wert an sich", sagte Kriminaldirektor Heiko Heimann, Leiter ZKD der PI Hildesheim.
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