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Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Südhessen/Darmstadt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Südhessen

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Südhessen/Darmstadt (ots)

Südhessen ist erneut die sicherste Region in Hessen. Seit zwei Jahren gehen die Straftaten zurück. Die Kriminalitätsbelastung ist dauerhaft auf einem sehr niedrigen Niveau. Weniger Straftaten waren 2025 unter anderem bei der Straßenkriminalität sowie bei Körperverletzungs- und Diebstahlsdelikten zu verzeichnen. Dementgegen haben Straftaten gegen Einsatzkräfte wieder zugenommen, auch Straftaten in Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen sind weiterhin hoch.

Polizeipräsident Christian Vögele, der Leiter der Abteilung Einsatz des Polizeipräsidiums Südhessen, Abteilungsdirektor Manfred Burkart, und der Leiter der Kriminaldirektion, Leitender Kriminaldirektor Christopher Roth, haben heute gemeinsam die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) für Südhessen im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

"Das Sicherheitsniveau in Südhessen hat sich noch einmal verbessert. Bereits das zweite Jahr in Folge verzeichneten wir weniger Straftaten. Parallel dazu ist die Kriminalitätsbelastung in der Region noch einmal zurückgegangen. Südhessen ist damit nicht nur sicherste Region in Hessen, Südhessen gehört nach wie vor zu den sichersten Gebieten in der Bundesrepublik und das bereits das achte Jahr in Folge. Diese gute Bilanz ist kein reines Zahlenwerk, es ist insbesondere das Ergebnis für viele Stunden Einsatz, intensive Ermittlungsarbeit, zielgerichtete Präventionsarbeit, eine hohe Polizeipräsenz, eine Vielzahl an Kontrollen und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Südhessen. Dafür gilt allen mein besonderer Dank", so Polizeipräsident Christian Vögele zur Eröffnung der Pressekonferenz.

Im Jahr 2025 hat die Polizei in Südhessen 43.421 Straftaten registriert und damit 3.098 weniger als 2024 (- 6,7 %). Parallel dazu ist es im Rahmen der Ermittlungsarbeit gelungen, die Aufklärungsquote wieder über die 60-Prozentmarke auf 60,4 % (+ 0,8%) zu steigern. Zudem ist die Kriminalitätsbelastung, gemessen anhand der Häufigkeitszahl (HZ), die die Straftaten berechnet auf 100.000 Einwohner zeigt, mit 3.928 sehr niedrig.

Zur Kriminalitätsbelastung erklärt Polizeipräsident Christian Vögele: "Sicherheit stellt ein Grundbedürfnis in unserem Leben dar. Deshalb ist diese Betrachtung für die Bürgerinnen und Bürger von besonderer Bedeutung. Die gute Häufigkeitszahl von unter 4.000 zeigt, dass die Kriminalitätsbelastung in Südhessen nicht nur sehr niedrig ist, sondern auch deutlich unter dem Durchschnitt anderer Regionen in Hessen aber auch bundesweit, liegt. Hinzu kommt, dass die drei sichersten hessischen Landkreise Odenwald, Bergstraße und Darmstadt-Dieburg in Südhessen sind. In Südhessen lässt es sich daher weiterhin besonders sicher leben."

Der Langzeitvergleich verdeutlicht noch einmal die gute Entwicklung. Wurden 2005 noch 56.448 Straftaten polizeilich registriert, so sind es 20 Jahre später mit 43.421 Fällen rund ein Viertel (23,1 %) weniger. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote in diesem Zeitraum um sechs Prozentpunkte gesteigert werden. Auch die Wahrscheinlichkeit Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich geringer als 2005 (HZ 5.375). Die Häufigkeitszahl von aktuell 3.928 ist die viertniedrigste seit 2005.

Einsatz verdient Respekt

Zur Schattenseite dieser Statistik gehören nach wie vor die Straftaten gegen Einsatzkräfte. 461 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, sowie 26 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr wurden Opfer von Straftaten. Damit sind die Opferzahlen bei der Polizei um fast 28 % gestiegen. Insgesamt kam es 2025 bei polizeilichen Einsatzmaßnahmen in Südhessen zu 245 Widerstandshandlungen (2024: 217), wovon 122 tätliche Angriffe waren. Mit 122 Fällen und damit 23 mehr als 2024 haben die tätlichen Angriffe ihren traurigen Höchststand erreicht und damit das Jahr 2023 mit 111 Fällen im negativen Sinn abgelöst.

"Einsatz verdient Respekt und daher ist dieser deutliche Anstieg der Opferzahlen und die damit verbundenen Straftaten bei der Polizei, aber auch die weiterhin vergleichsweise hohen Opferzahlen bei Rettungsdienst und Feuerwehr im Rahmen von Einsätzen sehr beunruhigend und aufs Schärfste zu verurteilen. Auch von Seiten der Journalisten hören wir vermehrt, dass sie immer mehr Anfeindungen ausgesetzt sind oder bei ihren Tätigkeiten gezielt angegriffen werden. Das ist genauso zu verurteilen, wie die Gewalt auf Einsatzkräfte und gleichermaßen eine Gefahr für unsere Demokratie. Der respektvolle Umgang miteinander und die Wertschätzung unserer Einsatzkräfte ist mir ein besonderes Anliegen. Daher werden wir wie 2025 auch 2026 im Rahmen von Schul- und Dialogveranstaltungen für ein wertschätzendes Miteinander und gegenseitiges Verständnis werben. Darüber hinaus bin ich dem hessischen Innenminister für sein Engagement in diesem Zusammenhang sehr dankbar", so Christian Vögele.

Übersicht der Delikte

"Wie bereits in den Vorjahren machen Delikte mit Bereicherungsabsicht mit einem Anteil von 54,4 % den größten Teil des Straftatenaufkommens aus. 36 % und damit weit über ein Drittel aller registrierten Straftaten sind Diebstahlsdelikte (15.515 Fälle). Hinzu kommen Vermögens- und Fälschungsdelikte, deren Anteil 18,4 % (7.975 Fälle) beträgt. Der Anteil der Rohheitsdelikte ist seit 2018 deutlich gestiegen und hatte 2024 mit einem Anteil von 18,1 % den höchsten Stand. 2025 ist er auf 17,7 % zurückgegangen," erklärt Abteilungsdirektor Manfred Burkart.

Straßenkriminalität

Mit 8.731 Straftaten hat die Straßenkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 % abgenommen. Die Sicherheit im öffentlichen Raum hat sich somit das zweite Jahre in Folge verbessert. Mit 5.282 Fällen dominieren Diebstahlsdelikte die Straßenkriminalität und machen 60,5 % des gesamten Deliktsbereichs aus.

Innerhalb der letzten 20 Jahre hat die Straßenkriminalität sogar um über 41 % abgenommen und das trotz steigender Bevölkerungszahlen. Gab es 2005 noch fast 15.000 Fälle, so sind es jetzt rund 6.100 Fälle weniger. Hinzu kommt eine deutlich verbesserte Aufklärungsquote. Über ein Viertel der Fälle (25,5 %) konnte 2025 geklärt werden. Das sind 6,7 Prozentpunkte mehr als noch 2005.

Polizeipräsident Christian Vögele betont: "Die Kriminalitätsbelastung nimmt ab, der öffentliche Raum wird immer sicherer. Das ist eine sehr gute Entwicklung, die zeigt, dass sich die Investitionen in die Sicherheit im öffentlichen Raum lohnen. Hierzu zählen insbesondere der erhöhte Kontrolldruck, eine erhöhte Polizeipräsenz und Präventionsmaßnahmen im öffentlichen Raum. Dabei sind Waffenverbotszonen und Videoschutzanlagen mittlerweile zu einem wichtigen Baustein in der Sicherheitsarchitektur geworden. Die genannten Maßnahmen sind zum einen Bestandteil der Innenstadtoffensive, zum anderen zählen sie in Teilen auch zur Bekämpfung der Straßenkriminalität und zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls in allen südhessischen Kommunen. Hinzu kommt die gute Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Mit 42 KOMPASS-Kommunen setzen sich weit über die Hälfte der 72 Städte und Gemeinden in Südhessen für mehr Sicherheit ein. Über 30 Schutzleute vor Ort fungieren dabei als direkte Ansprechpartner."

Im Rahmen der im Jahr 2024 gestarteten Innenstadtoffensive in den südhessischen Großstädten Darmstadt und Rüsselsheim hat die Polizei 2025 über 6.000 Personen kontrolliert. Dabei wurden unter anderem 14 Haftbefehle vollstreckt sowie 250 Straftaten und 1.200 Ordnungswidrigkeiten aufgedeckt.

Wohnungseinbruch

Die gezielte Bekämpfung des Wohnungseinbruchs gehört weiterhin zu den vorrangigen Zielen der polizeilichen Arbeit, da dieser Deliktsbereich die Bürgerinnen und Bürger besonders belastet. Saisonale Kampagnen, ein intensiver Austausch mit den benachbarten Bundesländern, Aktionstage, konstant hoher Kontrolldruck, ein operatives Lagebild und vermehrte Streifentätigkeiten sind nur einige Beispiele für die repressiven und präventiven polizeilichen Anstrengungen hierbei. Hinzu kommen eine Vielzahl an persönlichen Objektberatungen, Fachvorträgen und proaktiven Bürgergesprächen. 2025 konnten über 13.000 Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Einbruchsschutz sensibilisiert werden.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südhessen kam es 2025 zu 839 Wohnungseinbrüchen und damit 46 mehr als im Vorjahr. Der Versuchsanteil ist mit knapp 42 % konstant hoch und zeigt, dass sich Sicherungsmaßnahmen der Haus- und Wohnungseigentümer lohnen. Festzustellen ist, dass die Einbruchszahlen seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder steigen, sie sind aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zu den letzten 10 Jahren. Seit 2015 haben Wohnungseinbrüche um 47 % abgenommen. Zu 2025 sind das 740 Einbrüche weniger.

Mit einer Aufklärungsquote von 21,6 % konnte im letzten Jahr über ein Fünftel der Wohnungseinbrüche geklärt werden. Durch eine intensive Tatort- und Ermittlungsarbeit ist es gelungen, die sehr schwache Aufklärungsquote vom Vorjahr um 8,6 % zu steigern. Bei der Aufklärungsquote gilt zu berücksichtigen, dass sich der hohe Versuchsanteil bei den Wohnungseinbrüchen, der sehr positiv ist, negativ auf die Aufklärungsquote auswirkt. Denn bei einem Versuch werden in der Regel nahezu keine oder nicht weiter auswertbare Spuren hinterlassen und somit ist eine Zuordnung zu anderen Fällen nicht oder nur schwer möglich.

Leitender Kriminaldirektor Christopher Roth führt zur Entwicklung aus: "Die wieder zunehmende Zahl der Wohnungseinbrüche in den letzten vier Jahren darf nicht unberücksichtigt bleiben. Daher wird die südhessische Polizei 2026 erneut mit viel Engagement und der Unterstützung von modernen Software- und Analysetools den Wohnungseinbruch gezielt bekämpfen. Parallel dazu werden verstärkt umfangreiche präventive Aktionen und Sensibilisierungen in Bezug auf die Möglichkeiten oder Verbesserungen zum Einbruchsschutz, auch über die Presse und Social Media, stattfinden. Dies insbesondere zu der Hauptferienzeit sowie der dunklen Jahreszeit, wo die Einbruchszahlen in der Regel deutlich zunehmen. Ziel all dieser Maßnahmen muss es sein, potenziellen Tätern das Eindringen in die Wohnräume zu erschweren beziehungsweise diese komplett abzuschrecken."

Diebstahlsdelikte

Bereits das zweite Jahr in Folge gehen die Fallzahlen bei den Diebstahlsdelikten zurück, nachdem sie 2023 deutlich angestiegen waren. 2025 wurden insgesamt 15.515 Diebstahlsdelikte polizeilich erfasst. Das sind beachtliche 1.226 Taten weniger als noch 2024 (- 7,3 %). Bei 8.915 Fällen handelte es sich um einfache Diebstahlsdelikte und bei 6.600 um schweren Diebstahl, formal Diebstahl unter erschwerten Umständen. Dieser liegt immer dann vor, wenn der Täter zuvor eine Sicherung überwinden muss, um an seine Beute zu gelangen.

Rohheitsdelikte

Rohheitsdelikte sind der Summenschlüssel für Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Im Wesentlichen geht es bei den Rohheitsdelikten um Straftaten, die im Kontext des gesellschaftlichen Miteinanders stattfinden. Hier hat in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung zum Negativen stattgefunden. Das wirkte sich auch auf die Straftaten aus, die 2024 mit rund 8.400 Delikten ihren Höhepunkt hatten.

In Südhessen sind die Rohheitsdelikte 2025 um 8,5 % auf 7.687 Straftaten zurückgegangen und bewegen sich auf dem Niveau von 2022. Trotz weniger Straftaten sind die Rohheitsdelikte weiterhin auf einem hohen Niveau im Langzeitvergleich und haben seit 2020 um 17,6 % zugenommen.

Bedrohungen

Bedrohung gehört zu den Delikten, bei denen vor allem psychische Gewalt ausgeübt wird. Ziel ist es, das Gegenüber einzuschüchtern. Mit 1.831 ist die Zahl der strafrechtlich relevanten Bedrohungen mit lediglich zwei Fällen weniger konstant zum Vorjahr. Damit sind die Bedrohungen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Seit 2020 erfolgte ein Anstieg um 84 %.

14 % der Fälle fanden im virtuellen Raum, also über das Internet statt. In besonderem Fokus stehen hierbei die Sozialen Medien. Seit 2020 haben Bedrohungen über das Internet um 127 % zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie um über ein Viertel gestiegen (+ 26,6 %).

Straftaten zum Nachteil von Amts- und Mandatsträgern

Die hessenweite Zunahme der Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger zeichnet sich in Südhessen erfreulicherweise nicht ab. In Südhessen befinden sich die gemeldeten Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit dem Ende der Pandemie. 2025 kam es zu 15 Straftaten, und damit neun weniger als 2024, die in Zusammenhang mit dem politischen Amt von Amts- und Mandatsträgern stehen. Bei diesen Straftaten handelte es sich ausschließlich um Taten, die über das Internet begangen wurden, entweder in Form von Hasspostings oder per Direktnachricht. 11 Taten waren Beleidigungen.

Neben der Strafverfolgung können diese Anfeindungen bis hin zu Schutzmaßnahmen der Betroffenen führen. Ein hessenweit bei den Abteilungsstäben Einsatz eingerichtetes Gefährdungslagenmanagement prüft mögliche Gefahren für die betroffenen Personen und initiiert entsprechende Maßnahmen zu deren Schutz. Erfreulicherweise gab es 2025 wie auch bereits 2024 keine neuen Gefährdungslagen gegen politische Amts- oder Mandatsträger.

"Trotz des Rückgangs der Straftaten in Südhessen bleibt festzuhalten, dass unabhängig von der Anzahl, Straftaten zum Nachteil von Amts- und Mandatsträgern ein Alarmsignal für unsere Demokratie sind. Der gesellschaftliche Wandel und ein Abdriften in politische Randbereiche verschärften diese Entwicklung in den letzten Jahren. Um auf mögliche Anfeindungen besser vorbereitet zu sein und richtig damit umzugehen, bietet das Polizeipräsidium Südhessen, neben der konsequenten Strafverfolgung, regelmäßig Sensibilisierungsveranstaltungen für politische Mandatsträger an. Zudem besteht die Möglichkeit von Objekt- und Verhaltensberatungen in Zusammenhang mit dem persönlichen Schutz. Auch ein telefonischer oder persönlicher Austausch mit der Behördenleitung gehört zu dem umfangreichen Maßnahmenkatalog", so der Polizeipräsident.

Körperverletzungsdelikte

"Erfreulicherweise haben die Körperverletzungsdelikte nach Jahren des deutlichen Fallzahlenanstieges erstmals wieder abgenommen und dies um fast 12 %. Inwieweit hier schon von einer Trendwende gesprochen werden kann, bleibt abzuwarten. Es ist aber eine durchaus positive Entwicklung, insbesondere da diese in allen Direktionen zu verzeichnen ist", so Abteilungsdirektor Manfred Burkart.

Insgesamt kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südhessen zu 4.726 Körperverletzungsdelikten, die polizeilich erfasst wurden. Das sind 632 Taten weniger als im Vorjahr, aber immer noch 329 Taten mehr als 2020. Fast 70 % aller Körperverletzungsdelikte sind vorsätzliche einfache Körperverletzungen. Ihr Anteil hat sich somit im Vergleich zu 2024 (68,3 %) noch einmal leicht erhöht. Die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzungen ist um 14,2 % auf 1.268 Taten zurückgegangen.

Häusliche Gewalt

2025 wurden im Polizeipräsidium Südhessen 1.848 Straftaten und damit 88 Taten weniger als 2024 (- 4,5 %), angezeigt. Seit 2022 sind die Zahlen konstant hoch. Seit 2020 haben die Taten um über ein Fünftel zugenommen. Zwei Drittel der Taten (66,8 %) sind Körperverletzungen.

Opfer von häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen. Hinzu kommt noch eine Vielzahl von Kindern, die die Gewalt gegen ihre Mütter mitertragen müssen oder selbst Opfer von Angriffen, Bedrohungen oder Körperverletzungen sind. 2025 waren 1.407 Frauen und 25 Kinder Opfer von häuslicher Gewalt. Über 80 % der ermittelten Tatverdächtigen waren Männer.

Polizeipräsident Christian Vögele verdeutlicht: "Häusliche Gewalt - ein Thema das in den letzten Jahren immer mehr in den öffentlichen Fokus rückt - und das ist auch gut so. Denn nur so gelingt es, das Dunkelfeld aufzuhellen, Frauen zu ermutigen, sich Hilfe zu holen und Schutzmaßnahmen für Frauen zu initiieren. Gleichzeitig werden potentielle Täter verunsichert, da sie damit rechnen müssen, dass die Taten nicht in den eigenen vier Wänden bleiben. Auch wenn ein erneuter Fallzahlenanstieg in Südhessen ausblieb, sind die Zahlen weiterhin auf einem sehr hohen und damit besorgniserregenden Niveau. Neben der effektiven und konsequenten Strafverfolgung und einer Vielzahl von Präventions- und Beratungsangeboten, kommt dem Schutz von Frauen und Kindern eine besondere Bedeutung zu. Dafür hat das im November 2024 von der hessischen Landesregierung verabschiedete Frauensicherheitspaket mit verbesserten Schutzmöglichkeiten für Frauen sehr gute Bedingungen geschaffen. Hinzu kommt ein professionalisiertes Gefährdungslagenmanagement, das einen standardisierten Workflow bei Risikofällen und eine zentrale Bearbeitung bei der Kriminalpolizei beinhaltet. Abhängig von der Schwere der Tat, verbunden mit einer zukünftigen Gefahr für das Opfer, werden hier passgenaue Lösungen für jeden Einzelfall getroffen. Dabei hat sich, neben Gefährder- und Gefährdetenansprachen, die elektronische Aufenthaltsüberwachung gemäß den neuen Regelungen des Hessischen Gesetztes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung bewährt (§ 31a HSOG). Bei dieser ist es rechtlich möglich, unabhängig vom Gewaltschutzgesetz, potentielle Täter zu überwachen. In der Praxis kommt beim Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen die elektronische Fußfessel zum Einsatz, meist in Form des sogenannten spanischen Modells, das auch eine Komponente beinhaltet, die das Opfer bei Annäherung des Täters warnt."

Straftaten gegen das Leben

Unter dem Begriff "Straftaten gegen das Leben" sind alle Fälle von Mord, Totschlag, fahrlässiger Tötung, Tötung auf Verlangen und Schwangerschaftsabbruch erfasst.

Bei den 34 Taten, die 2025 in Südhessen verzeichnet wurden, handelte es sich unter anderem um 16 Fälle von Mord und fünf von Totschlag. 12 der Taten waren Versuche, das heißt, das Opfer hat überlebt.

In Zusammenhang mit den Ermittlungen hat sich die vorstrukturierte Mordkommission (MoKo) im Polizeipräsidium Südhessen bewährt. 2025 haben vier Tötungsdelikte dazu geführt, dass die Mordkommission aufgerufen wurde. Im Einzelnen handelte es sich hierbei um die MoKo 1002, die MoKo Reiter, die MoKo Friedrich und die MoKo Forest. Im Zuge der Ermittlungen konnten alle Fälle geklärt und die Tatverdächtigen festgenommen werden. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Nach einem Höchststand der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Jahr 2023 war in den letzten beiden Jahren ein Fallzahlenrückgang zu verzeichnen.

Insgesamt wurden 1.292 Straftaten in diesem Deliktsbereich registriert, davon 1.127 Sexualdelikte, 165 sexuelle Belästigungen und 57 Beleidigungen auf sexueller Grundlage.

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung dominieren nach wie vor die Straftaten im virtuellen Raum. Mit 54 % werden mehr als die Hälfte der insgesamt 1.292 Taten über das Internet begangen. Der Anteil ist in den letzten vier Jahren konstant und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ermittlungen der BAO FOKUS, die für die gezielte Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie steht. In diesem Zusammenhang haben die südhessischen Ermittlerinnen und Ermittler 2025 rund 200 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Gegen fünf Personen konnten Haftbefehle erwirkt werden, mehrheitlich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern oder Jugendlichen. Insgesamt gab es 130 Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und damit sieben mehr als im Vorjahr. Von den 130 Fällen fanden 40 Taten und damit genauso viele wie 2024 im virtuellen Raum statt.

Mit 531 Fällen und damit 41 weniger als im Vorjahr sind die Fallzahlen, die in Zusammenhang mit Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinderpornografie registriert wurden, weiterhin auf einem hohen Niveau, haben sich aber stabilisiert und sind innerhalb der letzten zwei Jahre zurückgegangen. Bei der Verbreitung von jugendpornografischen Inhalten wurden 128 Fälle registriert und damit 15 Taten weniger als 2024.

"Die Bekämpfung von Kindesmissbrauch gehört seit der Einführung der hessenweiten BAO FOKUS im Oktober 2020 zu den wesentlichen Aufgaben der Polizei, daran werden wir auch 2026 weiter festhalten. Neben der Repression werden wir weiter in die Prävention zu diesem Deliktsbereich investieren. Als Beispiele möchte ich hier die Veranstaltungen im Rahmen der mittlerweile landesweiten Kampagne "Brich Dein Schweigen", die in Südhessen initiiert wurde, nennen. Zudem erfolgen beispielsweise Aufklärungsveranstaltungen in Schulen und Arztpraxen. Alles mit dem Ziel Taten zu verhindern und Opfern zu helfen", so der Leiter der Kriminaldirektion, Christopher Roth.

Cybercrime

Das Internet bestimmt mittlerweile weitestgehend unseren Alltag und das Kommunikationsverhalten. Moderne Informations- und Kommunikationstechnik bietet neben all den Vorteilen auch die unterschiedlichsten Tatmöglichkeiten für Kriminelle. Straftaten finden zunehmend im digitalen Bereich statt. Mit der Zunahme internetfähiger Geräte und der Internetnutzung stiegen in den letzten Jahren auch die Fallzahlen von Cybercrime deutlich. 2025 registrierte das Polizeipräsidium Südhessen 4.331 Fälle im digitalen Bereich. Somit werden 10 % aller Straftaten über das Internet begangen. Ihr Anteil ist in den letzten Jahren konstant gestiegen. Im Vergleich zu 2020 haben die Straftaten, die mittels Internets begangen wurden, um 60 % zugenommen. Die große Mehrheit der Straftaten sind mit 2.357 Fällen Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Neben den Gesamttaten im Internet unterscheidet die PKS noch zwischen Cybercrime im engeren Sinn. Hier sind im Wesentlichen die Betrugsstraftaten erfasst. Diese Fälle sind mit 1.673 konstant zum Vorjahr. Im Vergleich zu 2020 (883 Fälle) haben sie sich jedoch fast verdoppelt (+ 89,5 %). Eine wesentliche Rolle spielt hier die zunehmende Verfügbarkeit von künstlicher Intelligenz und KI-gestützten Tools, die Tätern viele Möglichkeiten für täuschend echtes Handeln bieten und somit Betrugsstraftaten erleichtern, zum Beispiel durch fingierte Mails, Stimmen oder Videos.

Politisch motivierte Straftaten

Die Entwicklung der politisch motivierten Kriminalität (PMK) ist stark von Einzelereignissen, globalen Krisen und ideologisch aufgeladenen Protesten geprägt.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südhessen kam es 2025 zu 394 politisch motivierten Straftaten. Mit 191 Taten bilden rechts motivierte Straftaten den Schwerpunkt. Sie haben im Vergleich zum Vorjahr um 12 Fälle abgenommen. Dementgegen haben sich links motivierte Straftaten von 15 auf 30 Fälle verdoppelt. Antisemitische Straftaten sind nach dem anhaltenden Nahost-Konflikt erneut gestiegen und haben mit 26 Fällen den Höchststand der letzten Jahre erreicht.

Tatverdächtige

Tatverdächtige

Die Polizeiliche Kriminalstatistik differenziert lediglich zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Das Kriterium ist die Staatsangehörigkeit. Ein eventueller Migrationshintergrund wird nicht berücksichtigt, Zuwanderer können innerhalb der nichtdeutschen Tatverdächtigen separat ausgewiesen werden.

2025 konnten insgesamt 19.851 Tatverdächtige, 15.278 Männer und 4.573 Frauen, ermittelt werden. Sie waren für 26.209 geklärte Straftaten verantwortlich. Mit einem Anteil von 77 % an den Tatverdächtigen wird Kriminalität hauptsächlich von Männern verursacht.

43,9 % der ermittelten Tatverdächtigen hatten keine deutsche Staatsbürgerschaft, davon waren 11,8 % Zuwanderer.

Bei den ausländischen Tatverdächtigen ist zu berücksichtigen, dass sie auch für Straftaten in Zusammenhang mit Verstößen gegen ausländerrechtliche Vorschriften in Betracht kommen. Das sind Straftaten die Deutsche nicht begehen können und die somit zu mehr Straftaten und Tatverdächtigen bei den Nichtdeutschen führen.

Betrachtet man sich die Tatverdächtigen ohne Berücksichtigung von Straftaten gegen ausländerrechtliche Verstöße, ist festzustellen, dass sich die Anteile in Südhessen lediglich um 1,5 Prozentpunkte verschieben. Das ist auf die relativ geringe Anzahl an Verfahren mit ausländerrechtlicher Relevanz (569 Fälle) zurückzuführen. Nach wie vor handelt es sich bei den meisten, und damit über die Hälfte der Tatverdächtigen um Deutsche. Ihr Anteil ist leicht gestiegen (+ 1,5 %), während der Anteil der Zuwanderer abgenommen hat (- 1,6 %). Der Anteil der Ausländer ist mit einem Anstieg von lediglich 0,1 % als konstant zu bezeichnen.

Jugendkriminalität

Jugendkriminalität umfasst die von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden begangenen Straftaten. Jugendliche (14-16 Jahre) stehen hierbei im besonderen Fokus, da sie fast 45 % der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ausmachen. Rund die Hälfte der 4.741 verübten Straftaten der unter 21-Jährigen sind Diebstahls- und Körperverletzungsdelikte.

Mit deutlich weniger Straftaten als in den Vorjahren hat sich die sogenannte Jugendkriminalität positiv entwickelt. Sie befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 2015 und ist bereits das zweite Jahr in Folge rückläufig, nachdem sie 2023 mit 6.000 Fällen ihren höchsten Stand hatte. Dabei ist der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen mit 18,8 % nahezu konstant geblieben und hat im Vergleich zu 2022 und 2023 abgenommen (2024: 18,5 %, 2023: 20,8 %; 2022: 20,1 %).

"Diese Bilanz zeigt, dass sich die Investitionen in eine frühzeitige altersgerechte Prävention lohnen. Diese fängt mit Programmen, wie "Sicher ohne Gewalt", bereits in der Grundschule an und wird mit "Prävention im Team" oder "Digital Natives" in den weiterführenden Schulen fortgesetzt. In besonderem Fokus steht hierbei die Gewaltprävention aber auch der richtige Umgang mit digitalen Medien. Gleichzeitig gilt es, mit täterorientierten und phänomenbezogenen Konzepten Kinder- und Jugenddelinquenz zu begegnen. In enger Zusammenarbeit mit der Justiz und den kommunalen Verantwortlichen muss auf strafrechtlich relevantes Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden angemessen reagiert werden. Die jungen Menschen müssen zum einen die Konsequenzen für ihr Handeln spüren, zum anderen müssen wir gemeinsam auch alles dafür tun, um sie von Kriminalität abzuhalten oder wieder abzubringen. Nur durch diesen präventiven und repressiven Ansatz kann eine dauerhafte Delinquenz verhindert werden", erklärt Polizeipräsident Christian Vögele.

Weitere Aufgaben 2025

Rückblickend auf das Jahr 2025 führt Abteilungsdirektor Manfred Burkart aus: "Das Spektrum polizeilichen Handelns beschränkt sich nicht nur auf die Kriminalitätsbekämpfung, die sich im Wesentlichen in den Zahlen der PKS ausdrückt, sondern auf eine breit gefächerte Palette von Aufgaben. Die Zahl der zu bewältigenden Einsätze, verbunden mit den täglichen und künftigen Herausforderungen, ist dabei stets steigend. So forderten über 168.500 bei der Leitstelle des Polizeipräsidiums eröffnete Einsätze, darunter 147.500 Notrufe, polizeiliches Handeln. Im Straßenverkehr ereigneten sich über 25.000 Unfälle, die von den Revieren und Stationen aufgenommen wurden. Im Rahmen der Schleierfahndung haben südhessische Beamtinnen und Beamte über 8.000 Kontrollen durchgeführt. Dabei konnten 114 Personen festgenommen werden, gegen die ein Haftbefehl bestand. 390 Kontrollierte waren zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Insgesamt wurden bei den Kontrollen 1.678 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Straftat eröffnet. Bei 856 Einsätzen aus besonderem Anlass, wie zum Beispiel Versammlungen, Feste oder Fußballspiele, waren zusätzlich zum Regeldienst, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz. Zudem wurden 646 angemeldete Versammlungen größtenteils durch die Reviere und Stationen überwacht und ermöglicht. In der Abschiebungshafteinrichtung des Landes Hessen, deren Betrieb das Polizeipräsidium Südhessen gewährleistet, ist die Zahl der Unterbringungen weiter gestiegen. 2025 wurden 746 Personen aufgenommen." Zum Abschluss der Pressekonferenz resümiert der südhessische Polizeipräsident Christian Vögele und dankt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: "Die südhessische Polizei ist einmal mehr ihrer Verantwortung nachgekommen, Garant für Sicherheit in Südhessen zu sein. Auch 2026 werden wir diesem Kernauftrag erneut gerecht, 24/7, das ganze Jahr. Darauf können die Bürgerinnen und Bürger in der Region vertrauen. Zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten und bestehenden Maßnahmen wird die südhessische Polizei 2026 entschieden gegen Sozialkriminalität vorgehen. Denn diese Form der Kriminalität verursacht einen erheblichen finanziellen Schaden und untergräbt zugleich das Vertrauen in unsere Institutionen und den Rechtsstaat an sich. Erste Aktionstage mit umfangreichen Kontrollen haben wir in diesem Zusammenhang bereits erfolgreich durchgeführt. Weitere werden folgen. Auch 2026 werden wir gemeinsam das Bestmögliche für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger leisten - dafür steht die südhessische Polizei. Für ihren Einsatz und ihr Engagement danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich. Südhessen ist durch ihren Verdienst noch einmal sicherer geworden - DANKE dafür!

Hinweis für die Medienvertreter:

Weitere Informationen zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 sind unter www.polizei.hessen.de abrufbar. Die Pressemeldung mit entsprechenden Grafiken zu den Delikten ist der pdf-Datei zu entnehmen und auch auf unserer Homepage abrufbar.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Südhessen
Andrea Löb (Pressesprecherin)
Klappacher Straße 145
64285 Darmstadt

Pressestelle (zentrale Erreichbarkeit):
Telefon: 06151 / 969 - 13500
E-Mail: pressestelle.ppsh@polizei.hessen.de

Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell

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