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14.01.2019 – 13:22

Polizei Homberg

POL-HR: Schwalm-Eder-Kreis - Romance-Scamming - Frau wird um 140.000,- Euro betrogen

Homberg (ots)

Schwalm-Eder-Kreis Romance-Scamming - Frau wird um 140.000,- Euro betrogen Tatzeit: Mittwoch, 16.09.2015 bis Dienstag, 13.11.2018

Gestern Abend hat eine Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis eine Anzeige wegen Betruges bei der Polizei erstattet. Sie wurde Opfer von Romance-Scamming.

Ein kurzer Chat oder eine nette Mail von einem Unbekannten - das so genannte Love- oder Romance-Scamming fängt harmlos an. Harmlos hat es auch bei einer Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis angefangen. Über das Datingportal "lovoo.com" lernte sie bereits 2015 einen Mann aus dem Ausland kennen. Mit ihm hatte sie sich über WhatsApp und per E-Mail geschrieben. Auch über Skype wurde miteinander kommuniziert. Im Laufe der Zeit erwarb der Mann das Vertrauen des späteren Opfers. Irgendwann gab der Mann an, dass er sich in Geldnot befinden würde und brachte das Opfer letztendlich dazu, zwei Auslandsüberweisungen in einer Gesamthöhe von 140.000,- Euro zu veranlassen. Nachdem sie den Betrug bemerkte, erstattete sie Anzeige bei der Polizei.

Um nicht Opfer dieser Masche zu werden gibt die Polizei folgende Informationen zum Thema "Romance-Scamming":

Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken wie Instagram, Snapchat oder Facebook nach Opfern und durchforsten dort die Mitgliederlisten. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich die Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zu - und sie hinterlassen immer einen seriösen Eindruck.

Sowohl Scam-Männer als auch Scam-Frauen schaffen es, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen - und zwar ohne ein einziges Treffen. Auf eine romantische Mail am Morgen folgt ein kurzes Telefonat am Mittag, nach Feierabend wird gechattet oder stundenlang telefoniert. Bei den Gesprächen geht es zu Beginn keineswegs um Geld, sondern um den Beruf, die Familie sowie um Liebe und eine gemeinsame Zukunft. Oft werden Geschichten über verstorbene Ehepartner und Kinder aufgetischt. Wenn die Scammer nicht schon dort sind, dann müssen sie dringend geschäftlich oder aus familiären Gründen nach Westafrika. Dabei versprechen die Betrüger, dass sie ihre neue Liebe danach besuchen werden. Doch bevor oder kurz nachdem das Ticket nach Deutschland gebucht wird, gibt es Schwierigkeiten: Überfälle, gestohlene oder konfiszierte Pässe, ein Krankenhausaufenthalt nach einem Autounfall oder Probleme mit Kreditkarten. Die Opfer werden gebeten, per Bargeldtransfer (z.B. Western Union oder MoneyGram) Geld zu senden. Die Liebe wird in solchen Bettelmails immer stark hervorgehoben. Manchmal werden Opfer von einem "Arzt", einem "Polizisten" oder "Angehörigen" kontaktiert, der noch mehr Druck auf das Opfer ausüben soll. Das geht oft so weit, dass die Scammer ihren Selbstmord ankündigen - nur um an das Geld zu kommen.

Tipps der Polizei:

   -	Geben Sie den Namen Ihres / Ihrer Internetbekanntschaft mit dem 
Zusatz "Scammer" beispielsweise bei Google ein. Die Suchmaschine kann
in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen. Falls Sie ein Bild 
mitgeschickt bekommen haben, können Sie mithilfe der umgekehrten 
Bildersuche zusätzliche Informationen zu dem Bild erhalten. Es ist 
außerdem sinnvoll, dass Sie für Online-Kontaktbörsen oder für den 
digitalen Schriftverkehr mit einem Unbekannten eine alternative 
E-Mail-Adresse benutzen. So können Sie verhindern, dass Sie im Fall 
eines Betrugs Ihren Hauptmailaccount löschen müssen. 
   -	Wenn sie gescammt wurden brechen sie sofort jeglichen Kontakt 
ab. Keine Mails, keine Anrufe des Scammers mehr entgegennehmen. Am 
besten ist es, sich eine neue Mailadresse und Telefonnummer 
zuzulegen. Gefahr besteht auch für Freunde im sozialen Netzwerk und 
für alle Kontakte im eigenen Mailadressbuch. Denn die Täter schicken 
mit ihren Mails meistens auch einen Computervirus mit. Dieser scannt 
die Daten im Mailadressbuch und erlaubt auch sonst eine Kontrolle 
über den Rechner ihrer Opfer. 
   -	Nicht auf Forderungen des Scammers eingehen. Auf keinen Fall 
Geld überweisen, Schecks einlösen oder Briefe und Päckchen 
weiterleiten - und auch nicht aufbewahren. Geleistete Zahlungen, wenn
noch möglich, sofort rückgängig machen. 
   -	Speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einem 
Speichermedium wie beispielsweise Ihrem bevorzugten Cloud-Dienst, 
einer externen Festplatte, einem USB-Stick oder einer CD-ROM ab. 
Heben Sie Überweisungsbelege usw. auf. Wenn Sie es nicht selbst 
können, dann lassen Sie sich von computererfahrenen Bekannten und 
Freunden den so genannten E-Mail-Header auslesen. Daran erkennen Sie,
woher die Mail geschickt wurde. Selbsthilfeseiten im Internet 
erklären Ihnen ebenfalls, wie Sie sich vor größerem Schaden schützen 
können. 
   -	Gehen Sie zur Polizei. Die Strafverfolgung solcher Täter ist 
zwar enorm schwierig, weil sie aus dem Ausland agieren. Dennoch 
sollten Sie den Vorfall auf jeden Fall melden. Das ist besonders 
wichtig, wenn beispielsweise Banken strafrechtliche Schritte gegen 
Opfer unternehmen wollen, die unwissentlich gefälschte Schecks 
eingereicht haben. 

Schulz, PHK - Pressesprecher -

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Nordhessen
Polizeidirektion Schwalm-Eder
August-Vilmar-Str. 20
34576 Homberg
Pressestelle

Telefon: 05681/774 130
E-Mail: pp-poea-homberg-ast.ppnh@polizei.hessen.de
Polizeipräsidium Nordhessen

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