POL-H: Gewerbekontrollen und umfangreicher Präventionseinsatz gegen Jugend- und Gewaltdelinquenz in der Innenstadt von Hannover - Polizei zieht Bilanz
Hannover (ots)
In der Nacht von Freitag, 24.04.2026, auf Samstag, 25.04.2026, hat das Polizeikommissariat (PK) Hannover-Mitte einen umfassenden Präventionseinsatz im innerstädtischen Bereich durchgeführt, der primär auf die Bekämpfung der Jugend- und Gewaltdelinquenz sowie auf Gewerbekontrollen abzielte.
Am späten Freitagabend trafen die Einsatzkräfte auf dem Opernplatz auf vier größere Gruppen Jugendlicher. Da die Stimmung vor Ort aufgeheizt bis aggressiv war, unterzogen die Beamtinnen und Beamten insgesamt 31 Personen einer Kontrolle. Hierbei konnte bei einem zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getretenen 19-Jährigen eine Anscheinswaffe in Form einer Handfeuerwaffe bzw. Pistole aufgefunden und beschlagnahmt werden. Die Einsatzkräfte leiteten ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.
Nahezu zeitgleich wurden in der Andreaestraße 16 Personen kontrolliert. Zwei Männer im Alter von 36 und 46 Jahren, die bereits wegen Gewalt- und Rohheitsdelikten polizeibekannt waren, verhielten sich derart aggressiv, dass gegen sie Platzverweise ausgesprochen werden mussten. Da der 36-Jährige kurz darauf erneut am Einsatzort erschien, wurde er zur Durchsetzung des Platzverweises in Gewahrsam genommen. Im unmittelbaren Nahbereich entdeckten die Beamten zudem zwölf konsumfertige Einheiten Marihuana in einer Mülltonne, die beschlagnahmt wurden.
Gegen 22:00 Uhr setzten sich die Maßnahmen am Kröpcke fort, wo bei einem 46-jährigen Mann ein Messer und bei einem 42-Jährigen ein Tierabwehrspray aufgefunden wurden, was in beiden Fällen zu Anzeigen wegen Verstößen gegen die geltende Waffenverbotszone führte.
Im Zeitraum zwischen 22:30 Uhr und 00:10 Uhr weiteten die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen auf das Bahnhofsumfeld und die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade aus. In enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei wurden hier eine Strafanzeige wegen des Besitzes von 1,4 Gramm Kokain, eine Anzeige wegen Unterschlagung einer fremden EC-Karte sowie ein bestehender Haftbefehl über 15 Tage vollstreckt.
Parallel dazu erfolgte eine intensive Gewerbekontrolle in einer Bar in der Goethestraße, in der sich 40 Personen aufhielten. Die Beamtinnen und Beamten beschlagnahmten dort ca. zwölf Kilogramm unverzollten Shishatabak. Zudem wurde festgestellt, dass trotz einer bestehenden Unterlassungsverfügung weiterhin Shishas verkauft wurden. Die Bilanz in diesem Objekt umfasste neben dem Tabakfund auch sieben Verstöße gegen die Waffenverbotszone durch das Mitführen von vier Stahlkabeln, zwei Metall-Baseballschlägern und einem Pfefferspray. Zudem ergaben sich Verdachtsmomente auf Sozialleistungsbetrug, wobei Bargeld in Höhe von circa 4.120 Euro beschlagnahmt wurde, sowie auf Schwarzarbeit. Ein Verstoß gegen das Vereinsgesetz durch offen getragene, verbotene Tätowierungen und die Sicherstellung eines Wandbildes als Tatmittel rundeten die Maßnahmen in der Goethestraße ab.
In der Scholvinstraße wurde gegen 23:15 Uhr ein Laufhaus kontrolliert, wobei bei einem 49-jährigen Hauswirtschafter ein Beil sowie ein Pfefferspray griffbereit im Pkw aufgefunden wurden. Kurz darauf kam es an einem weiteren Lokal zu einer Widerstandshandlung, als ein 33-jähriger Türsteher den Einsatzkräften den Zutritt verwehrte. Die Beamtinnen und Beamten mussten die Kontrolle mittels einfacher körperlicher Gewalt durchsetzen und sprachen gegen den Mann einen Platzverweis aus.
Im Bereich des Stellwerks stellten die Einsatzkräfte gegen 23:25 Uhr bei einer 20-jährigen Frau eine geringe Menge Kokain sicher. An gleicher Stelle wurden nach Mitternacht zwei Minderjährige im Alter von 16 und 17 Jahren angetroffen und nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten nach Abschluss der Maßnahmen von der Wache der Polizeistation Raschplatz entlassen.
Gegen 00:40 Uhr trafen die Beamtinnen und Beamten in der Schillerstraße erneut auf den 46-jährigen Mann aus der vorangegangenen Kontrolle in der Andreaestraße, der trotz Platzverweis zurückgekehrt war. Auch er wurde zur Durchsetzung der Maßnahme in Gewahrsam genommen.
Gegen 03:00 Uhr kontrollierte die Polizei mit starken Kräften eine Diskothek in der Scholvinstraße, in der sich zu diesem Zeitpunkt insgesamt ca. 150 bis 160 Personen aufhielten. Hierbei wurden Verstöße gegen die Waffenverbotszone durch ein Tierabwehrspray und einen Teleskopschlagstock sowie Verstöße gegen die Bauordnung und die Brandschutzordnung aufgrund eines blockierten Notausgangs festgestellt.
Bei einer Kontrolle in der Limburgstraße gegen 04:00 Uhr wurden bei einem 25-jährigen polizeibekannten Betäubungsmittelhändler 7,3 Gramm Marihuana, 30,4 Gramm Haschisch sowie 140 Euro Dealgeld beschlagnahmt. Ein 20-jähriger Mann führte ebenfalls größere Mengen Marihuana in Verkaufseinheiten sowie diverses Verpackungsmaterial mit sich. Beiden Personen wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen ein Platzverweis erteilt.
"Die Einsatzbilanz zeigt deutlich, dass die konsequente Präsenz der Polizei in der Innenstadt nach wie vor unverzichtbar ist. Durch das frühzeitige Einschreiten bei aggressiven Gruppen und die gezielte Kontrolle der Waffenverbotszonen konnten die Einsatzkräfte potenzielle Gewalttaten bereits im Ansatz verhindern. Die Vielzahl der Sicherstellungen reichte von Waffen über Betäubungsmittel bis hin zu unverzolltem Tabak. Dies unterstreicht, wie wichtig die Gewerbekontrollen und der Kontrolldruck im Bereich der Jugend- und Gewaltkriminalität sind", betonte Polizeioberrat Christian Eckhardt, Leiter des PK Hannover-Mitte. "Wir senden damit ein klares Signal: Die Missachtung von Regeln, ob im öffentlichen Raum oder in Gewerbebetrieben, wird nicht toleriert. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle, weshalb wir solche Einsätze auch künftig engmaschig fortsetzen werden". /nash
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