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Landespolizeidirektion Thüringen

LPD-EF: Nachtrag zum Versammlungsgeschehen am 13. und 15. Mai im Zusammenhang mit dem Thüringenderby im Fußball

Erfurt (ots)

Am Mittwochabend, dem 13.05.2026, kam es in der Innenstadt von Jena zu einer nicht angemeldeten Demonstration mit Aufzug durch Anhänger des FC Carl Zeiss Jena. Die sich zunächst am späten Nachmittag am Fanprojekt im Roland-Ducke Weg am Stadion sammelnden Personen, welche durch eingesetzte Polizeikräfte der führenden Ultragruppierung "Horda Azzurro" zugeordnet werden konnten, zogen in der Folge etwa gegen 20:25 Uhr ohne vorherige Anmeldung als Menschenmasse in Richtung Innenstadt und des dort befindlichen Frühlingsmarktes. Etwa in Höhe der Neugasse wurde sodann ein Transparent entrollt, welches das Motto des Aufzuges darstellte, wobei die Gruppe mittlerweile auf etwa 150 Personen aufgewachsen war. Dabei skandierten die Personen herabwürdigende Parolen gegen die Polizei, gegen den Bürgermeister der Stadt Jena und die Partei CDU im Allgemeinen. Weiterhin wurden etwa in Höhe des Marktes bzw. Rathauses auch Flugblätter mit herabwürdigenden Texten, ebenfalls gegen die Polizei und insbesondere die Stadtverwaltung, mit ausführlichen Begründungen seitens der Fans für diese Aktion, verteilt.

Das Motto des Aufzuges lautete "Wir sind wütend...!" und bezog sich in erster Linie auf die Regelungen der Sicherheitsbehörden hinsichtlich eines aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen abgesenkten Kartenkontingents für die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt, welcher am darauffolgenden Samstag zum sog. "Thüringen-Derby" im Ernst-Abbe-Sportfeld erwartet wurde. Außerdem wurde generell die gegenwärtige Sicherheitspolitik der Stadt Jena und der Polizei im Zusammenhang mit deren konsequentem Vorgehen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen und weiteren Störungen der öffentlichen Sicherheit im Kontext des Jenaer Fußballs bzw. der Ultrafans als sog. "Subkultur" sowie des Themas der Kapazitäten "Südkurve" harsch kritisiert. Die Polizeikräfte dokumentierten das Geschehen und sicherten lenkend bestimmte Streckenabschnitte mit Einsatzkräften soweit wie möglich ab.

Im weiteren Verlauf des Marsches erreichten die Personen, welche durch bekanntes "Führungspersonal" der Ultras augenscheinlich angeführt wurden, auch das Wohnhaus einer Landtagsabgeordneten der Partei AfD in der Nähe der Innenstadt. Hier wurde angehalten und eine Parole skandiert, welche die AfD mit dem Nationalsozialismus gleichsetzte. Danach wurde die Aktion von der führenden Person an Ort und Stelle für beendet erklärt und die Gruppe zerstreute sich.

Am Freitag, dem 15.05.2026, am Abend vor dem Derby, kam es erneut zu einer ähnlichen Aktion. Diesmal zogen etwa 350 Anhänger der Jenaer Ultras durch die Innenstadt und skandierten dabei nun stark beleidigende und herabwürdigende Parolen gegen die eben beschriebenen Verantwortungsträger bzw. Adressaten sowie die CDU und die AfD im Allgemeinen. Die Personen brannten während des Geschehens mehrfach unerlaubt massiv Pyrotechnik ab. Auch in diesem Fall dokumentierten hinzugezogene Einsatzkräfte der Polizei die Aktion und leiteten Strafanzeigen ein. Die Kriminalpolizei Jena wurde in beiden Fällen mit den Ermittlungen beauftragt.

Rückfragen bitte an:

Thüringer Polizei
Landespolizeidirektion Thüringen
Pressestelle
Telefon: 0361 57431 5020
E-Mail: pressestelle.lpd@polizei.thueringen.de

Landeseinsatzzentrale
Telefon: 0361 / 662 700 777
http://www.polizei.thueringen.de

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