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Valentinstag: Vorsicht vor Kostenfallen bei Online-Partnerbörsen

Valentinstag: Vorsicht vor Kostenfallen bei Online-Partnerbörsen
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Einsame Herzen, die auf deutschen oder ausländischen Online-Partnerportalen nach der großen Liebe suchen, sollten sich der Gefahr von Kostenfallen bewusst sein.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland erhält regelmäßig Beschwerden zu Online-Singlebörsen – etwa wegen automatischer Vertragsverlängerungen, versteckter Zusatzleistungen, hoher Forderungen nach einem Widerruf oder fiktiven Profilen.

Mit Blick auf den Valentinstag klärt das EVZ Deutschland darüber auf, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Partnersuche im Internet achten sollten.

Automatische Vertragsverlängerung muss klar erkennbar sein

Viele Online-Partnerbörsen arbeiten mit Probe- oder Kurzmitgliedschaften, die sich nach Ablauf automatisch in kostenpflichtige Langzeitverträge verlängern. Wer nicht rechtzeitig kündigt, sitzt schnell in einem teuren Abonnement fest.

Europaweit gilt: Eine automatische Vertragsverlängerung ist nur wirksam, wenn Verbraucher vor Vertragsschluss klar, verständlich und hervorgehoben darüber informiert werden.

Für Verträge, auf die deutsches Recht anwendbar ist, gilt zudem: Seit 2022 sind automatische Verlängerungen nur noch zulässig, wenn sie auf unbestimmte Zeit erfolgen und jederzeit mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden können.

Wertersatz nach Widerruf – Kostenfalle „Starterpakete“

Grundsätzlich steht Verbrauchern bei Online-Partnerbörsen ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Dennoch verlangen viele Anbieter trotz fristgerechten Widerrufs hohe Zahlungen – häufig unter Berufung auf einen angeblichen Wertersatz für bereits erstellte Partnervorschläge.

Gerichte haben klargestellt, dass Wertersatz in der Regel nur zeitanteilig berechnet werden darf. Einige Anbieter reagieren darauf mit gesondert bepreisten „Starterpaketen“, die zusätzliche Leistungen wie Premium-Services, Profiloptimierungen oder Beratungsgespräche enthalten.

Die Kosten dieser Starterpakete werden von Verbrauchern häufig nicht bewusst wahrgenommen, da sie im Kleingedruckten versteckt sind. Auch hier gilt jedoch: Anbieter müssen transparent über Art und Kosten der Zusatzleistungen informieren.

Unterschied zwischen Widerruf und Kündigung

Nach Erfahrung des EVZ Deutschland verwechseln viele Nutzer Widerruf und Kündigung. Während ein Widerruf den Vertrag rückwirkend aufhebt, beendet eine Kündigung den Vertrag erst zu einem späteren Zeitpunkt. Wer sich noch innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist befindet, sollte ausdrücklich den Widerruf erklären – eine Kündigung genügt dafür nicht.

Vorsicht vor fiktiven Profilen

Auf Dating-Plattformen kommt es vor, dass Nutzer von fiktiven Profilen kontaktiert werden, hinter denen keine echten Personen stehen, die nach einem Partner suchen. Teilweise handelt es sich dabei um vom Anbieter eingesetzte Profile, die Nutzer dazu bewegen sollen, länger auf dem Portal zu bleiben. Hinweise auf den Einsatz solcher Profile finden sich manchmal auch in den AGB, aber nur versteckt, wodurch sich Verbraucher in die Irre geführt fühlen. Gerichte haben entschieden, dass bloße Hinweise im Kleingedruckten nicht ausreichen.

Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher

  • Lesen Sie die AGB der Dating-Seite vor Abschluss des Vertrages sorgfältig.
  • Achten Sie auf automatische Vertragsverlängerungen.
  • Prüfen Sie, ob zusätzliche Kosten für gesonderte Leistungen wie „Starterpakete“ anfallen.
  • Kontrollieren Sie, ob der Einsatz fiktiver Profile erwähnt wird.
  • Fertigen Sie vor Vertragsschluss Screenshots an und bewahren Sie Bestätigungen auf.
  • Nutzen Sie bei Unzufriedenheit Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht.
  • Wurden Sie nicht transparent informiert, bleiben Sie hartnäckig und nehmen Sie juristische Beratung in Anspruch. Sitzt der Anbieter im EU-Ausland, können Sie sich an das EVZ Deutschland wenden.
  • Bei unberechtigten Abbuchungen per Kredit- oder Debitkarte kontaktieren Sie Ihre Bank und fragen Sie nach einem Chargeback-Verfahren.

Ihr Kontakt für Presseanfragen: Peter J. Koop

Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland
c / o Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e. V.
Bahnhofsplatz 3, 77694 Kehl
T +49 (0) 78 51.991 48-30

presse@evz.de | www.evz.de

Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des Autors / der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des Europäischen Innovationsrates und der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen (EISMEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür zur Verantwortung gezogen werden.

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