Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Zwischen Instagram und Erinnerungskultur: Neues Bildungsangebot zur deutsch-deutschen Geschichte
Zwischen Instagram und Erinnerungskultur: Neues Bildungsangebot zur deutsch-deutschen Geschichte
Berlin, 19. Mai 2026. Wie Jugendliche über die DDR, die deutsche Teilung und die deutsche Einheit denken, formt sich ganz wesentlich in den Sozialen Medien. Zwischen Memes, Falschinformationen und polemischen Zuspitzungen fehlen dabei zumeist historische Einordnung und belastbare Fakten.
Hier setzt das Bildungsprojekt @wir_in_ost_und_west an, das die Bildungsagentur Eduversum mit Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und fachlicher Begleitung der Bundesstiftung Aufarbeitung entwickelt und durchgeführt hat. Die Materialien des Projekts werden ab Mai 2026 in einem kostenlosen Leitfaden auf lehrer-online.de dauerhaft zugänglich gemacht. Er zeigt, wie Videos, Grafiken, Texte, Social-Media-Formate sowie dokumentierte Diskussionen und Erfahrungen aus der Community in Unterricht und historisch-politischer Bildungsarbeit eingesetzt, eingeordnet und diskutiert werden können.
Das Bildungsprojekt @wir_in_ost_und_west hat seit 2024 junge Menschen auf Instagram zur Auseinandersetzung mit DDR, Friedlicher Revolution, deutscher Einheit und den Transformationserfahrungen seit den 1990er-Jahren angeregt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie historische Erfahrungen aus Ost und West in Familiengeschichten und politischen Debatten bis heute nachwirken
„Die innere Einheit ist ein fortlaufender Prozess. Die Beschäftigung mit den historischen Ereignissen bildet dabei auch eine Grundlage, um gemeinsam Bezüge zur Gegenwart herzustellen.“, so Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. „Mit Medienkompetenz können Filterblasen überwunden und eine demokratische Debattenkultur gestärkt werden.“
Gerade deshalb müsse historisch-politische Bildung auch dort präsent sein, wo junge Menschen solche Bilder und Zuschreibungen aufnehmen und weiterverarbeiten, betont Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung: „Wer junge Menschen erreichen will, darf die Sozialen Medien nicht den Lautesten überlassen. Dort entstehen Geschichtsbilder – oft schnell, zugespitzt und ohne Kontext. ‚Wir in Ost und West‘ setzt dem Fakten, Einordnung und Dialog entgegen.“
Zentraler Bestandteil des Projekts war ein Peer-to-Peer-Ansatz: Zwei junge Moderatorinnen aus Ost- und Westdeutschland führten durch den Instagram-Kanal, griffen Kommentare und Fragen der Nutzer auf und verbanden historische Themen mit gegenwärtigen Debatten. Der Kanal arbeitete quellenbasiert und multiperspektivisch mit historischem Bildmaterial, alltagsgeschichtlichen Zugängen und digitalen Kommunikationsformen.
Am 19. Mai 2026 werden die Ergebnisse des Projekts im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Diskutiert werden Fragen digitaler historisch-politischer Bildung, der Umgang mit gesellschaftlicher Polarisierung sowie die Rolle Sozialer Medien für die Vermittlung von Zeitgeschichte.
Die Veranstaltung findet am 19. Mai um 18 Uhr im Matthias-Erzberger-Saal im Bundesministerium der Finanzen, Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin. Eine Anmeldung an kommunikation@bundesstiftung-aufarbeitung.de ist notwendig.
Den Stream können Sie auf dem YouTube-Kanal der Bundesstiftung Aufarbeitung unter diesem Link verfolgen.
Jonathan Harnisch
Pressereferent
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5 | 10117 Berlin | Tel. 030 / 31 98 95 225
kommunikation@bundesstiftung-aufarbeitung.de | www.bundesstiftung-aufarbeitung.de | facebook.com/BundesstiftungAufarbeitung
Datenschutz: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/datenschutz
Unsere neue Ausstellung "Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR": bundesstiftung-aufarbeitung.de/dieSEDimAlltag