Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
POL-CLP: Einzelmeldung der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Cloppenburg/Vechta (ots)
+++ Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta +++
Das Oldenburger Münsterland ist und bleibt sicher - Gesamtkriminalität weiter gesunken und die Aufklärungsquote erneut gestiegen
Der Ltd. Polizeidirektor Hendrik Vieth (Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta) hierzu: "Ich freue mich darüber, dass wir im Oldenburger Münsterland nach wie vor in einer sehr sicheren Region leben. Die Entwicklung der Kriminalitätsbelastung (Taten pro 100.000 Einwohner) ist immer ein wichtiger Indikator für die Sicherheit in unserer Region. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, nochmals gesunken. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta gehören damit zu den sicheren Landkreisen in Niedersachsen. Umso mehr erschrecken mich insbesondere die Entwicklungen im Bereich der Messerkriminalität und der häuslichen Gewalt!"
Hier ein paar Fakten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik das Oldenburger Münsterland betreffend im Überblick: - Die Gesamtzahl der Straftaten ist erneut um 2 % gesunken - Die Aufklärungsquote weiter gestiegen - Rückgang in fast allen Deliktsbereichen - Kriminalitätsbelastung sinkt: Die sogenannte Häufigkeitszahl (Taten pro 100.000 Einwohner) liegt bei 3.902 und damit auf dem zweitniedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre - Häusliche Gewalt bleibt ein Problemfeld - Messerangriffe im Fokus
+++ Rückgang der Gesamtfallzahlen der Straftaten +++
Die Gesamtfallzahlen sind nach dem historischen Tiefstwert aus dem Jahr 2021 (12.018) unter Pandemieumständen mit 12.624 Taten auf den zweitniedrigsten Wert der letzten 10 Jahre gesunken. Dies sind 267 Taten (-2,07 %) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 64,35 % (2024) auf 65,55 % (+ 1,19 %) gestiegen.
+++ Ein Blick in einzelne Deliktsbereiche +++
Im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta entfallen mit 4.427 Taten die meisten Fallzahlen auf den Bereich der Diebstahlsdelikte (2024: 4.665) und bilden einen prozentualen Anteil von 35,07 % ab. Darauf folgen mit 2.521 Taten (2024: 2.509 Taten) Delikte im Bereich der sonstigen Straftaten mit einem prozentualen Anteil von 19,97 %. Hierunter fallen Delikte wie beispielsweise Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche. Mit einem prozentualen Anteil von 18,57 % und 2.344 Fallzahlen stellen die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit den drittgrößten Deliktsbereich dar. Vermögens- und Fälschungsdelikten (2.334 Taten) haben einen Anteil von 18,49 % an der Gesamtkriminalität.
+++ Straftaten gegen das Leben +++
Zu diesen Kapitaldelikten zählen unter anderem Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. Im Vergleich zum Vorjahr (11) konnten hier sechs Taten bei 100 % Aufklärungsquote registriert werden.
+++ Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung +++
Dieser Deliktsbereich umfasst sämtliche Straftaten des Sexualstrafrechts in Deutschland. Auszugsweise sind hier Straftaten wie sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung und Kinderpornographie genannt. Im Vergleich zum Vorjahr (464) sind die Zahlen bei konstant hoher Aufklärungsquote (93,81 %) mit 420 Fällen im Jahr 2025 rückläufig.
+++ Entwicklung bei den Rohheitsdelikten und den Straftaten gegen die persönliche Freiheit / Messerangriffe im Fokus +++
Unter diesem Deliktsfeld sind Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit zu verstehen, einschließlich Bedrohung und Nötigung. Für das vergangene Jahr wurden 2.344 Taten verzeichnet (2024: 2.434) Das entspricht einem Rückgang von 90 Taten bei einer Aufklärungsquote von 92,28 %. In diesem Zusammenhang muss allerdings ein starker Anstieg von Angriffen mittels Messer festgestellt werden. Wurden im Jahr 2024 bereits 51 Taten mit dem Tatwerkzeug Messer registriert, gab es im Jahr 2025 erneut einen Anstieg um 31 Taten (82). Trotz einer hohen Aufklärungsquote von 92,68 % bleiben gerade bei Körperverletzungsdelikten und Bedrohungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird, ein ernstes Problem.
+++ Anstieg der Fallzahlen bei Wohnungseinbruchdiebstählen +++
Für das Jahr 2025 wurden 214 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls polizeilich registriert. Dies sind 60 Fälle mehr als im Vorjahr. Davon blieben allerdings auch 78 Taten im Versuchsstadium (2024: 52). Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist hier wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Die dunkle Jahreszeit und günstige Bedingungen, unter anderem nicht geleerte Briefkästen, auf Kipp stehende Fenster oder fehlende soziale Kontrolle innerhalb der Nachbarschaft, erleichtern es Täterinnen und Tätern, unbemerkt in Häuser oder Wohnungen einzubrechen. Gleichwohl zeigt die Anzahl der Versuchstaten, dass viele Wohnungen bzw. Gebäude mittlerweile besser gesichert sind und bei der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Einbruchprävention vorhanden ist.
+++ Gewalt gegen Polizeibeamte +++
Im Vergleich zum Vorjahr kann in diesem Deliktsbereich zwar ein Rückgang der Fallzahlen um 19 Taten verzeichnet werden (2024: 79 / 2025: 60), allerdings bleiben die Zahlen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die Opfer eines Angriffs wurden, auf erschreckend hohem Niveau (2024: 188 / 2025: 170). Besorgniserregend ist auch der Anstieg leicht verletzter Einsatzkräfte von 18 (2024) auf 34 (2025). Schwer verletzt wurde glücklicherweise niemand.
+++ Erneuter Anstieg der Fallzahlen im Bereich Häuslicher Gewalt +++
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 933 Fälle mit 911 Opfern von "Häuslicher Gewalt" im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta registriert. Im Jahr 2024 waren es 840 Fälle mit 830 Opfern. Von den 911 Opfern waren 669 Personen weiblich und 242 männlich. Während die Delikte im Kontext familiärer Konflikte mit 299 Fällen gleich blieben, stiegen die Fälle Gewalt in (Ex-) Partnerschaften von 490 auf 563 Fälle an. Ein Opfer verlor 2025 dabei sein Leben.
"Die PKS macht dieses Phänomen zwar sichtbar, bildet aber bekanntlich nur das sog. Hellfeld ab. Das Dunkelfeld liegt deutlich höher. Und hinter jeder Zahl bzw. jedem Fall steht ein Opfer von Gewalt" sagt Lars Zengler, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. "Daher hat die Verhütung und Bekämpfung von (Ex-)Partnerschaftsgewalt in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weiterhin höchste Priorität.", so Zengler weiter.
+++ Kinder- und Jugendkriminalität +++
Die Anzahl der Fälle, zu denen Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige oder Beschuldigte ermittelt wurden, weist im Berichtsjahr 2025 einen leichten Anstieg auf und liegt bei nunmehr 995 Fällen (2024: 948). Der Anstieg ist insbesondere im Bereich der Verbreitung pornographischer Schriften zu sehen (2024: 84 / 2025: 92 / + 9,52 %) Zudem gab es einen Anstieg bei Fällen sexueller Belästigung (2024: 2 / 2025: 8). Auch im Kontext der Diebstahlsdelikte kann mit 3,75 % ein leichter Zuwachs bei den Taten verzeichnet werden (2024: 267 / 2025: 277). Erfreulich hingehen ist der Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten (2024: 202 / 2025: 192 / -4,95 %) und Fällen von Nötigung und Bedrohung (2024: 55 / 2025: 48 / - 12,73 %) zu beobachten.
+++ Fazit und Ausblick +++
Das Oldenburger Münsterland ist und bleibt eine sichere Region. Die hohe und steigende Bereitschaft zur Gewaltausübung bei offensichtlich gleichzeitig sinkender Hemmschwelle ist allerdings auch im Oldenburger Münsterland ein ernst zu nehmendes Phänomen. "Gewalt in Partnerschaften bzw. Ex-Partnerschaften in ihren unterschiedlichsten Formen, gegenüber Polizei- und Rettungskräften und Angriffe mit Messern sind durch nichts zu rechtfertigen." sagt Hendrik Vieth. "Daher setzen wir nach wie vor alles daran, solche Delikte mit allen Mitteln konsequent zu bekämpfen!"
Sollte es anlässlich der PKS ein weiteres Informationsbedürfnis geben, bitten wir um Zusendung einer Anfrage per E-Mail (siehe Kontaktdaten).
Rückfragen bitte an:
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