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07.05.2006 – 19:29

Westfalenpost

Westfalenpost: Warum nicht? Schuluniform wieder im Gespräch

Hagen (ots)

Von Andreas Thiemann
Der gedankliche Vorstoß von Bundesjustizministerin Brigitte 
Zypries, in Deutschland eine Schuluniform einzuführen, sollte nicht 
gleich in Bausch und Bogen verdammt werden. In den meisten Ländern 
der Welt ist die einheitliche Schulkleidung eine 
Selbstverständlichkeit. Und auch hierzulande hat es in den letzten 
Jahren ja immer mal wieder Probeläufe in dieser Hinsicht gegeben.
 Die Vorstellung, dass auf Schulhöfen und in Schulklassen der ebenso 
teure wie unsinnige Markenfetischismus nachhaltig eingedämmt werden 
könnte, ist allein schon reizvoll. Das regelrechte Mode-Wettrüsten 
von werbe-verdrehten Pimpfen und Teenagern hat schon manche Familie 
noch tiefer in die Schuldenfalle getrieben.
 Aber auch der aktuelle Burka-Hinweis der Ministerin sollte durchaus 
bedacht werden. Die optische Vereinheitlichung könnte religiös 
unterfütterte Kleiungskonflikte im Keim ersticken.
 Und schließlich noch eins: 61 Jahre nach Kriegsende kann die 
historische Linie von einer heutigen Schuluniform direkt zurück zur 
Hitlerjugend-Kluft wirklich nicht mehr ernsthaft ins Feld der 
Ablehnung geführt werden.
 Mutmaßlich aber wird wohl aus der wohlgemeinten Idee am Ende doch 
nichts werden. Das immerhin hat bundesdeutsche Tradition, dass 
nämlich jeder Einfall so lange und leidenschaftlich von allen 
diskutiert wird, bis er endlich ganz zerredet worden ist.

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