Alle Storys
Folgen
Keine Story von Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) mehr verpassen.

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Appell für Toleranz und Frieden zum Ramadan: GfbV ruft zu Solidarität mit syrischen Minderheiten auf

Zum Beginn des Fastenmonats Ramadan ruft die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zu mehr Toleranz und Frieden auf. Sie fordert Moscheen, syrische Vereine und Verbände in Deutschland auf, sich solidarisch mit verfolgten syrischen Minderheiten zu zeigen und ihren Einsatz für Glaubensfreiheit zu verstärken.

„Ramadan ist traditionell eine Zeit des Gebets, des Nachdenkens und der gegenseitigen Hilfe. Wir fordern Moscheen, syrische Vereine sowie ihre Mitglieder in Deutschland auf, in dieser Zeit deutlich zu machen, dass sie an der Seite der verfolgten syrischen Minderheiten stehen. Als Demokraten in Deutschland müssen wir widersprechen, wenn Menschenrechte eklatant verletzt werden. Das gilt auch für die Verbrechen des Regimes in Damaskus“, fordert Dr. Kamal Sido, GfbV-Nahostreferent. Einige sunnitisch-arabische Moscheen und Vereine in Deutschland unterstützen den neuen syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa (al-Jolani) und sein Regime offen, kritisiert die GfbV. „Wir rufen diese Moscheen auf, sich deutlich von den Verbrechen des neuen syrischen Regimes zu distanzieren“, fordert Sido.

„Alawiten, Drusen und Kurden aus Syrien, die in Deutschland leben, berichten uns von Anfeindungen und Bedrohungen durch andere Syrer. Besonders Alawiten und Drusen verstecken aus Angst vor Angriffen ihre Identität“, berichtet Sido. „Die Angst vor Angriffen, die das Leben der Minderheiten und Regimekritiker in Syrien prägt, ist für Drusen, Alawiten und Kurden auch in Deutschland spürbar. Die deutsche Politik darf nicht die Augen davor verschließen, dass Teile der syrischen Community das islamistische Regime in Damaskus unterstützen. Alle Geflüchteten, die in Deutschland Schutz suchen, müssen hier in Sicherheit leben können“, sagt der Menschenrechtler.

„Es ist wichtig, nicht alle sunnitisch-arabischen Syrer unter Generalverdacht zu stellen. Viele unterstützen von Deutschland aus kulturelle, humanitäre und politische Projekte in Syrien. Diese Unterstützung ist von großer Bedeutung, denn die Menschen in Syrien leiden nach Jahren der Assad-Diktatur und des Bürgerkriegs immer noch große Not. An genau diese Menschen appelliere ich, die Verbrechen der neuen Machthaber in Syrien nicht kritiklos hinzunehmen. Ich hoffe, dass ihre Erfahrungen mit Demokratie, Pressefreiheit und Glaubensfreiheit in Deutschland nach Syrien getragen werden und nicht umgekehrt“, so Sido.

Es gibt laut der GfbV keine genaue Statistik über die Anzahl rein syrischer Moscheen in Deutschland, da Moscheegemeinden oft nach Sprachgruppen oder Dachverbänden organisiert sind. In Deutschland gibt es insgesamt etwa 2.600 bis 2.800 Moscheegemeinden, von denen schätzungsweise 80 bis 160 Gemeinden arabischsprachig geprägt sind, oft unter türkischer oder marokkanischer Leitung. Diese werden von vielen der etwa 950.000 in Deutschland lebenden Syrer besucht. Seit 2015 sind auch vermehrt kleinere Gebetsräume und Vereine entstanden, die speziell von syrischen Geflüchteten initiiert wurden.

Schätzungen der GfbV zufolge gibt es in Deutschland derzeit etwa 200 syrische Vereine. Etwa 30 dieser Vereine sind im Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine (VDSH) organisiert. Viele Mitglieder sind arabische Sunniten. Während früher vor allem Kurden diesen Vereinen fernblieben, treten heute vor allem Alawiten und Drusen aus, sofern sie überhaupt Mitglied waren.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
Fax:  +49 551 580 28
E-Mail:  presse@gfbv.de
 www.gfbv.de
Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN 
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)