Präventionsoffensive: AOK Rheinland/Hamburg begrüßt Pläne des Bundesgesundheitsministeriums
Präventionsoffensive: AOK Rheinland/Hamburg begrüßt Pläne des Bundesgesundheitsministeriums und will Reformen aktiv mitgestalten
Den Krankenkassen soll nach den Reformplänen der Bundesgesundheitsministerin eine zentrale Rolle zukommen. Sabine Deutscher: „Starke Prävention braucht starke Partner. Wir bringen unsere Erfahrungen gerne ein.“
Düsseldorf/Hamburg, 21. Juli 2026
Deutschland verfügt über ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem. Darin soll der Fokus nach Bestreben von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nun noch stärker auf das Thema Prävention gerichtet werden. Gemeinsam mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung und der Bundesärztekammer hat Warken eine Offensive ausgerufen, deren Ziel es ist, die Prävention deutlich zu stärken und zentrale Akteure des Gesundheitswesens enger einzubinden. Die AOK Rheinland/Hamburg begrüßt diesen Plan und die vorgelegten Schwerpunktmaßnahmen.
Nach Zielsetzung der Gesundheitsministerin sollen die Krankenkassen bei der Umsetzung der Pläne führende Aufgaben übernehmen – von der Ansprache der Kinder bis hin zur Pflege im Alter. Ziel ist es, das Präventionsgesetz weiterzuentwickeln und den Fokus von der reinen Krankenbehandlung auf die gezielte Vorbeugung von Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit zu legen.
Von der Kita bis zur Pflege: aus einer Hand
Krankenkassen wie der AOK Rheinland/Hamburg kommt bei der geplanten Präventionsoffensive eine Schlüsselrolle zu, weil sie Menschen in allen Lebensphasen begleiten – von der Gesundheitsförderung in Kitas, Schulen und Betrieben bis hin zu Präventionsangeboten für ältere Menschen und in Pflegeeinrichtungen. Dafür stehen die Sozialgesetzbücher V und XI, verbunden mit Verantwortung sowohl in der gesetzlichen Kranken- als auch in der Pflegeversicherung. Aus Sicht der AOK Rheinland/Hamburg zeigt sich darin: Wirksame Prävention darf nicht an Alters- oder Systemgrenzen enden, sondern muss Menschen ein Leben lang begleiten.
Die AOK Rheinland/Hamburg sieht in der geplanten Offensive die Weiterentwicklung einer Rolle, die sie als Gesundheitskasse bereits heute ausübt. „Wir sind Krankenkasse und Pflegekasse, wir zeigen vor Ort in den Kommunen eine starke Präsenz und verfügen über die Strukturen, die Präventionsmaßnahmen in allen Lebenswelten und in allen Lebensphasen zusammenzuhalten. Diese Verantwortung übernehmen wir gerne“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg.
Laut dem „Public Health Index“ von AOK und Deutschem Krebsforschungszentrum rangiert Deutschland bei Präventionsmaßnahmen auf dem vorletzten Platz unter 18 untersuchten Staaten Zentral- und Nordeuropas. In den kommenden Monaten will Gesundheitsministerin Warken gemeinsam mit den beteiligten Akteuren zentrale Handlungsfelder definieren, um diese Position zu verbessern. Zudem plant sie eine Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes von 2015. Ziel ist es, Präventionsressourcen gezielter für besonders relevante Zielgruppen einzusetzen, den Leistungsauftrag der Krankenkassen konkreter und individueller zu gestalten sowie ihre Handlungsspielräume zu erweitern.
Deutscher: „Gesundheit ist Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität“
Nach Auffassung der AOK Rheinland/Hamburg ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel hin zu mehr Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz unabdingbar. „Wir beschäftigen uns aktuell viel mehr mit der Behandlung von Erkrankungen als mit der Frage, wie wir gesund bleiben können. Dabei wissen wir doch längst, was zu tun ist. Bislang ist die ,gesunde Gesellschaft‘ eine Absichtserklärung geblieben und keine gesellschaftliche Realität geworden – trotz des belegten Nutzens für Wirtschaft und Gemeinwohl. Gesundheit ist die Voraussetzung für unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität“, sagt Sabine Deutscher.
Ein genauerer Blick auf die Pläne zu der Präventionsoffensive macht deutlich, wie zentral die Rolle der Krankenkassen darin ist. Der Leistungsauftrag der Kassen soll individualisiert und konkretisiert werden. Dazu werden die Bedarfe von Kindern, jungen Erwachsenen, der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie der älteren und pflegebedürftigen Menschen stärker fokussiert. Bei älteren Menschen geht es beispielsweise auch darum, gezielte Angebote auf Basis von Versichertendaten zu entwickeln und enger mit der Rentenversicherung zusammenzuarbeiten. Aus Sicht der AOK Rheinland/Hamburg darf das als Bestätigung gewertet werden, dass ihr als Kranken- und Pflegekasse eine Schlüsselposition zukommen wird.
Die AOK Rheinland/Hamburg wird sich mit ihren Erfahrungen einbringe n
Zuletzt hatte die AOK Rheinland/Hamburg bereits mit einem eigenen Positionspapier auf dringend notwendige Veränderungen und ein gesamtgesellschaftliches Umdenken hingewiesen. „Die Themen Prävention und Gesundheitsförderung sind in unserem Gesundheitssystem bislang zu kurz gekommen. Mit der jetzigen Präventionsoffensive bekommen sie hoffentlich die Bedeutung, die sie verdient haben. Wir gestalten auch an dieser Stelle gerne mit und sind bereit“, sagt Sabine Deutscher.
Die AOK Rheinland/Hamburg wird sich in den kommenden Monaten aktiv in die von der Bundesgesundheitsministerin angekündigten Gespräche einbringen – mit einem klaren Angebot: die eigene Erfahrung aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere zur Verzahnung von SGB (Sozialgesetzbuch) V und SGB XI sowie zur Zusammenarbeit mit Kommunen, für die Ausgestaltung der Nationalen Präventionskonferenz zur Verfügung zu stellen.
Das Positionspapier Prävention der AOK Rheinland/Hamburg findet sich hier.
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