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AOK Rheinland/Hamburg

Evaluation bestätigt Erfolg von „Lebensluft“: Fast die Hälfte der Patientinnen und Patienten kann dauerhaft ohne Beatmung leben

Evaluation bestätigt Erfolg von „Lebensluft“: Fast die Hälfte der Patientinnen und Patienten kann dauerhaft ohne Beatmung leben

Wissenschaftliche Auswertung belegt Nutzen des von der AOK Rheinland/Hamburg und dem Helios Klinikum Krefeld entwickelten Versorgungsangebots

Langzeitbeatmete Patientinnen und Patienten, die am Versorgungsangebot „Lebensluft“ teilnehmen, haben deutlich bessere Chancen auf ein Leben ohne Beatmung als vergleichbare Betroffene in der Regelversorgung. Fast 60 Prozent erreichten innerhalb eines Jahres eine erfolgreiche Beatmungsentwöhnung, 46 Prozent konnten dauerhaft ohne Beatmung leben. Das zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung des Versorgungsangebots, das das Helios Klinikum Krefeld und die AOK Rheinland/Hamburg vor zehn Jahren gemeinsam ins Leben gerufen haben.

„Lebensluft“ richtet sich an Menschen, die nach einer schweren Erkrankung weiterhin auf künstliche Beatmung angewiesen sind, bei denen jedoch Potenzial für eine Beatmungsentwöhnung besteht. Das interdisziplinäre Versorgungskonzept verbindet medizinische, pflegerische und therapeutische Leistungen in einem speziell auf diese Patientengruppe zugeschnittenen Umfeld. Ziel ist es, die Betroffenen schrittweise von der Beatmung zu entwöhnen, ihre Selbstständigkeit zu stärken und ihnen eine Rückkehr in ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Die wissenschaftliche Evaluation untersuchte die Ergebnisse von 385 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2016 und 2024 an den „Lebensluft“-Standorten Krefeld und Wuppertal behandelt wurden. Für die stationäre Versorgung zeigte sich ein deutlicher Vorteil gegenüber der Regelversorgung: 59,6 Prozent der Patientinnen und Patienten konnten innerhalb eines Jahres erfolgreich von der künstlichen Beatmung entwöhnt werden, in der Vergleichsgruppe waren es lediglich 24,6 Prozent. Dauerhaft ohne Beatmung leben konnten 46,2 Prozent der Teilnehmenden – gegenüber nur 4,2 Prozent in der Kontrollgruppe.

„Menschen, die dauerhaft künstlich beatmet werden, leben mit erheblichen Einschränkungen. Jede erfolgreiche Entwöhnung bedeutet deshalb weit mehr als das Ende einer Beatmung, sie eröffnet die Chance auf ein Stück Normalität, Selbstbestimmung und Teilhabe“, erläutert Mathias Lehmann, Chefarzt Pneumologie des Lungenzentrums am Helios Klinikum Krefeld. „Solche Erfolge entstehen durch das Zusammenspiel eines interdisziplinären Teams, das die Betroffenen individuell begleitet, verbunden mit langjähriger Erfahrung, Zeit, Beharrlichkeit und gegenseitigem Vertrauen. Genau deshalb lohnt es sich, neue Versorgungswege zu entwickeln, weil sie das Leben von Menschen nachhaltig verändern können.“

Wissenschaftliche Evaluation: Ziele von „Lebensluft“ wurden erreicht

Die wissenschaftliche Begleitung der Evaluation erfolgte unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement an der Universität Bielefeld und Vorsitzender der „FinanzKommission Gesundheit“. „Aus wissenschaftlicher Sicht liefert die Evaluation deutliche Hinweise darauf, dass die Ziele von ‚Lebensluft‘ erreicht wurden: Es ist ein Versorgungskonzept mit messbarem Potenzial für Patientinnen und Patienten, Leistungserbringer und Kostenträger“, sagt Prof. Dr. Greiner.

„Aus einer innovativen Idee, die wir vor zehn Jahren gemeinsam mit dem Helios Klinikum entwickelt haben, ist ein wissenschaftlich belegter Versorgungserfolg geworden“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Patientinnen und Patienten haben deutlich bessere Chancen, wieder selbstständig zu atmen und damit Unabhängigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen. Ein Beispiel dafür, dass bessere Versorgung und höhere Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen.“

Neben den medizinischen Erfolgen weist die Evaluation auch auf erhebliche Vorteile für das Gesundheitssystem hin. Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Lebensluft“ benötigten im Nachbeobachtungszeitraum weniger Krankenhausaufenthalte, weniger Arztkontakte und deutlich weniger Beatmungsstunden. Die durchschnittlichen Folgekosten lagen bei den „Lebensluft“-Patientinnen und -Patienten um rund 175.000 Euro niedriger als in der Vergleichsgruppe.

Inzwischen sind neben der AOK Rheinland/Hamburg zwölf weitere Krankenkassen dem Selektivvertrag „Lebensluft“ beigetreten, weitere wollen sich anschließen.

Den Evaluationsbericht zu „Lebensluft“ finden Sie hier.

„Lebensluft“ wurde 2016 von der AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam mit dem Helios Klinikum Krefeld entwickelt. Nach Eröffnung der Krefelder „Lebensluft“-Station folgten drei Jahre später das Helios Universitätsklinikum Wuppertal, 2025 die Asklepios Klinik Harburg in Hamburg und das Cellitinnen-Severinsklösterchen in Köln. „Lebensluft“ richtet sich an Patientinnen und Patienten, die nach schwerer Erkrankung oder Unfall auf eine invasive Beatmung angewiesen oder trachealkanüliert sind, aber Potenzial zur Entwöhnung haben. Im Rahmen eines Selektivvertrags bietet „Lebensluft“ ein interdisziplinäres Entwöhnungsprogramm, das medizinische, pflegerische therapeutische und psychosoziale Aspekte verbindet. Ziel ist es, Betroffenen ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit und Lebensqualität zu ermöglichen.

Weitere Informationen und Impressionen zu „Lebensluft“:

Prolongierte Beatmungsentwöhnung – Helios Klinikum Krefeld

Pressestelle AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse
Wanheimer Straße 72
40468 Düsseldorf
Telefon 0211 8791- 20012
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