Alle Meldungen
Folgen
Keine Meldung von Polizeidirektion Kiel mehr verpassen.

Polizeidirektion Kiel

POL-KI: 260317.2 Kiel: Einsatzlagen im Zusammenhang mit dem Fußballspiel zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg

Kiel (ots)

Am Samstag (14.03.26) fand das Fußballspiel zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg im Holstein-Stadion statt. Dazu waren rund 1500 Gastfans nach Kiel gereist. In der Vor- und Nachspielphase kam es zu vereinzelten Vorfällen und Straftaten im Kieler Stadtgebiet.

Einige Gastfans waren bereits am frühen Samstagmorgen in die Landeshauptstadt gereist und hielten sich im Stadtgebiet auf. Gegen 09:00 Uhr führten rund 130 Nürnberg-Fans von der Kieler Innenstadt über den Düsternbrooker Weg und im weiteren Verlauf entlang der Kiellinie einen Fanwalk durch. Dieser fand unter polizeilicher Begleitung statt. Entgegen vorheriger Absprachen wollten die Gastfans ohne jegliche Absprache die Route ändern. Bei Ansprechen durch Einsatzkräfte zeigte sich ein Gastfan uneinsichtig und schubste unvermittelt eine Einsatzkraft. Die Beamten leiteten ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein. Nach erneuter Ansprache durch Einsatzkräfte fand der Fanmarsch auf der festgelegten Route statt.

Kurz vor Erreichen des Stadions wich der Fanwalk entgegen vorheriger Absprachen erneut von der festgelegten Route ab und nutzte nicht den direkten Weg zum Stadioneingang der Gastfans, sondern bewegte sich in Richtung der am Stadion gelegenen Tankstelle. Dort hielt sich zu dem Zeitpunkt eine größere Anzahl von Heimfans auf. Durch die räumliche Nähe kam es zu verbalen Provokationen zwischen beiden Fanlagern. Einsatzkräfte verhinderten ein direktes Aufeinandertreffen der Beteiligten. Dabei schlug ein Gastfan der organisierten Nürnberger-Fanszene eine Einsatzkraft, die dienstfähig blieb. Die Beamten leiteten ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein.

In der weiteren Vorphase und in der Spielphase selbst kam es zu keinen nennenswerten Vorkommnissen.

Nach Spielende verließ der Großteil der Gastfans nach und nach das Stadion und die organisierte Fanszene trat die Heimreise an. Gegen 15:45 Uhr kam es im Bereich der Projensdorfer Straße / Ernst-Möller-Straße zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren beteiligten Personen beider Fangruppen. Einsatzkräfte trennten die Personen und fertigten eine Strafanzeige wegen des Verdachts der wechselseitigen gemeinschaftlichen Körperverletzung. Nach bisherigen Erkenntnissen stammten die Gastfans in diesem Fall nicht aus der organisierten Fanszene.

Gegen 22:20 Uhr kam es zu einem polizeilichen Einsatz im Bereich des Schlossparks. Mehrere Anrufer hatten sich über Notruf gemeldet und mitgeteilt, dass einige Nürnberger Fans von zirka zehn mit Sturmhauben maskierten Personen zu Fuß verfolgt werden würden. Die eingesetzten Polizeikräfte stellten im Rahmen der Fahndung keine Personen fest. Zu weiteren Anrufen kam es nicht, sodass die Hintergründe bislang unklar sind.

Bei einem weiteren Vorfall kam es gegen 23:20 Uhr in der Bergstraße zu einem Raubdelikt. Ein Geschädigter, der sich zu Fuß in der Bergstraße aufhielt, sei unvermittelt von hinten geschlagen worden. Anschließend hätten ihm mehrere Personen unter Gewaltanwendung einen HSV-Fanschal und weitere Fanutensilien geraubt. In diesem Fall liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Tatverdächtigen eine Holstein Kiel-Fanzugehörigkeit gehabt haben könnten. Konkretere Erkenntisse hierzu liegen bislang nicht vor.

Die Polizeidirektion Kiel gewährleistet den Schutz und die Durchführung von Fußballspielen in ausreichendem Kräfteverhältnis auf Basis von Lagebewertungen. Die Anzahl der strafrechtliche relevanten Vorkommnisse in der der Vor- und Nachphase dieses Fußballspiels und auch in den späten Abendstunden ist als ungewöhnlich hoch zu bewerten.

Das gezielte gewalttätige Verhalten einzelner Fußballfans beider Vereine ist nicht hinnehmbar und widerlegt die in Fankreisen immer wieder vorgetragene Behauptung, Fußballfans seien friedlich und nur am Support ihrer Mannschaft interessiert. Auch sind die Fanfeindschaften nicht rein symbolisch sondern enden oft ganz handfest, was regelmäßig zu einem hohem Kräfteaufgebot der Polizei führt und führen muss.

Die Polizeidirektion reagiert auf diese Vorfälle mit konsequenter Strafverfolgung und arbeitet auf mehreren Ebenen mit anderen Behörden zusammen, um die Hintergründe der Taten aufzuklären.

Es liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Tatverdächtigten sowohl aus dem Bereich der organisierten als auch aus dem Bereich der nicht organisierten Fanszene stammen dürften. Seitens der Polizeidirektion Kiel wird es kooperative Gespräche mit den Ansprechpartnern der organisierten Fanszene geben.

Darüber hinaus prüfen wir mögliche präventivpolizeiliche Maßnahmen. Im Jahr 2025 hat die Polizeidirektion im Vorfeld des Fußballspiels zwischen Holstein Kiel und Arminia Bielefeld sechs Aufenthaltsverbote wegen schwerer Gewalttaten, die im Umfeld gewaltbereiter Fußballgruppierungen begangen wurden, ausgesprochen.

Anfang 2026 wurden im Vorfeld eines Heimspiels von Holstein Kiel zwei weitere Aufenthaltsverbote wegen schwerer Gewalttaten ausgesprochen.

Vor dem Viertelfinale des DFB-Pokals zwischen Holstein Kiel und dem VfB Stuttgart wurde ein neuntes Aufenthaltsverbot erlassen.

Aufenthaltsverbote dienen dem Schutz friedlicher Besucher. Solche Verbote werden je nach Einzelfall über einen Zeitraum mehrerer Fußballspiele ausgesprochen. Damit wird dem Betroffenen die Anwesenheit auf festgelegten Strecken zum und vom Stadion im Zeitraum des jeweils stattfindenden Spiels untersagt. In einigen Fällen werden Aufenthaltsverbote um Meldeauflagen ergänzt, sodass der Betroffene sich zum Zeitpunkt des Spiels auf einer Polizeidienststelle melden muss.

Mathias Stöwer - Polizeidirektion Kiel

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Kiel

Pressestelle
Gartenstraße 7
24103 Kiel

Tel. +49 (0) 431 160 2010
E-Mail pressestelle.kiel.pd@polizei.landsh.de

Original-Content von: Polizeidirektion Kiel, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Polizeidirektion Kiel
Weitere Meldungen: Polizeidirektion Kiel