POL-GÖ: (102/2026) Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizeiinspektion Göttingen vorgestellt - weniger Unfälle insgesamt, deutlich weniger Tote und Schwerverletzte
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Göttingen (ots)
GÖTTINGEN (ab/tm) - Die Polizeiinspektion Göttingen hat am heutigen Dienstag (14.04.2026) die Verkehrsunfallstatistik 2025 für ihren Zuständigkeitsbereich in Stadt und Landkreis Göttingen vorgestellt. Das Unfallgeschehen zeigt dabei ein insgesamt differenziertes Bild: Die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle ist erneut zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden leicht gestiegen. Positiv hervorzuheben ist, dass deutlich weniger Menschen im Straßenverkehr getötet und weniger Verkehrsteilnehmende schwer verletzt wurden.
Polizeidirektor Niklas Fuchs (FOTO), Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Göttingen, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: "Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt, dass sich intensive Verkehrssicherheitsarbeit, Kontrollen, Prävention und die Sensibilisierung der Menschen im Straßenverkehr durchaus auswirken können. Der erneute Rückgang der Gesamtunfallzahlen und die deutlich gesunkene Zahl tödlich verlaufener Verkehrsunfälle sind ermutigende Signale. Gleichzeitig bleibt aber festzuhalten, dass jeder schwere Verkehrsunfall einer zu viel ist. Gerade dort, wo besonders verletzliche Gruppen betroffen sind, müssen wir sehr genau hinsehen und unsere Maßnahmen konsequent fortführen."
Ohne die Bundesautobahnen A 7 und A 38 wurden in Stadt und Landkreis Göttingen im Jahr 2025 insgesamt 7.649 Verkehrsunfälle registriert. Im Vergleich zum Vorjahr mit 7.949 Fällen entspricht dies einem Rückgang um 300 Unfälle. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden stieg dagegen leicht von 987 auf 1.012. Leicht rückläufig war zudem die Zahl der polizeilich aufgenommenen Wildunfälle, die von 1.075 auf 1.017 sank. Darüber hinaus wurden 2.102 Verkehrsunfallfluchten registriert, nach 2.183 im Jahr 2024. In 887 Fällen konnten die Verursacherinnen oder Verursacher ermittelt werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 42,2 Prozent. Bei den Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden lag die Aufklärungsquote bei 53,3 Prozent.
"Die Zahlen machen deutlich, dass ein Rückgang der Gesamtunfallzahlen nicht automatisch bedeutet, dass alle Entwicklungen unkritisch sind. Weniger Unfälle insgesamt stehen in Teilen mehr verletzten Menschen gegenüber. Deshalb werden wir auch künftig dort ansetzen, wo die größten Risiken liegen - bei Geschwindigkeit, Ablenkung, mangelnder Rücksichtnahme sowie Alkohol- und Drogenbeeinflussung im Straßenverkehr", erklärt Fuchs.
Mehr Verletzte, aber deutlich weniger schwere Unfallfolgen
Die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmenden stieg im Jahr 2025 von 1.188 auf 1.271. Gleichzeitig ging die Zahl der Verkehrstoten deutlich von 12 auf 4 zurück. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank von 148 auf 139. Die Zahl der Leichtverletzten stieg dagegen von 1.028 auf 1.128. Damit wurden zwar mehr Menschen verletzt, die Unfallfolgen waren insgesamt jedoch seltener tödlich oder schwerwiegend als im Vorjahr.
Bei der Verteilung nach Verkehrsbeteiligung fällt insbesondere die Entwicklung bei den motorisierten Verkehrsteilnehmenden auf. Die Zahl der verletzten Pkw-/Busfahrenden und Insassen stieg von 602 auf 687. Bei den Moped- und Leichtkraftradfahrenden erhöhte sie sich von 50 auf 79, bei den Kradfahrenden von 87 auf 93.
Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der verletzten zu Fuß Gehenden, die von 101 auf 107 zunahm. Rückläufig war die Zahl dagegen bei den verletzten Rad- und Pedelecfahrenden, die von 294 auf 252 sank. Bei E-Scooter-Fahrenden blieb das Niveau mit 53 verletzten Personen nahezu unverändert.
Fuchs dazu: "Gerade diese Entwicklung zeigt, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme und vorausschauendes Verhalten im Straßenverkehr sind. Verkehrssicherheit ist keine Einbahnstraße. Sie gelingt nur, wenn alle ihren Beitrag leisten - egal, ob sie mit dem Auto, mit dem Rad, zu Fuß, mit dem Motorrad oder mit dem E-Scooter unterwegs sind."
Weniger Unfälle im Göttinger Stadtgebiet
Für das Göttinger Stadtgebiet weist die Statistik 2025 einen Rückgang der Gesamtunfallzahlen von 3.591 auf 3.405 aus. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging von 468 auf 449 zurück. Bei den Unfallfolgen ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild: Während sich die Zahl der Leichtverletzten von 511 auf 498 verringerte, stieg die Zahl der Schwerverletzten von 28 auf 34. Zudem erlitt im Stadtgebiet ein Fußgänger tödliche Verletzungen.
Gerade in verdichteten innerstädtischen Räumen treffen viele Verkehrsarten auf engem Raum zusammen. Fußverkehr, Radverkehr, motorisierter Individualverkehr, Busse und inzwischen auch E-Scooter prägen das Verkehrsgeschehen in der Stadt gleichzeitig. "Der innerstädtische Verkehr ist besonders komplex. Unterschiedliche Geschwindigkeiten, viele Querungsbereiche und eine hohe Verkehrsbelastung machen den Verkehrsraum störanfällig. Unser Ziel bleibt, das Unfallrisiko insbesondere für ungeschützte Verkehrsteilnehmende weiter zu reduzieren", so Fuchs.
Landkreis Göttingen: weniger Unfälle, Anstieg an Leichtverletzten, Rückgang bei Getöteten und Schwerverletzten
Im Landkreis Göttingen wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.244 Verkehrsunfälle registriert. Das sind 114 Unfälle weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 519 auf 563. Bei den Unfallfolgen zeigt sich hingegen ein Rückgang bei den schweren Verläufen: Die Zahl der Schwerverletzten sank von 120 auf 105, ebenso die Zahl der Getöteten von 12 auf 3. Die Zahl der Leichtverletzten stieg dagegen von 517 auf 630.
Die Statistik verdeutlicht damit erneut die Besonderheiten des außerstädtischen Verkehrsraums. Insbesondere auf Landstraßen und außerörtlichen Verbindungen, wo höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, können einzelne Fahrfehler, Unachtsamkeiten oder Fehleinschätzungen gravierende Folgen haben.
"Auf Landstraßen und außerörtlichen Verbindungen sind die gefahrenen Geschwindigkeiten in aller Regel höher als im innerörtlichen Verkehr. Genau deshalb wirken sich Fehler dort oft erheblich schwerer aus. Typische Unfallursachen sind hier insbesondere Geschwindigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit und unzureichender Abstand", erklärt Fuchs.
Anstieg bei verletzten Kindern
Auffällig ist im Jahr 2025 der Anstieg bei den verletzten Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren. Ihre Zahl stieg von 50 auf 74. Davon wurden 70 Kinder leicht und 4 schwer verletzt. Wie bereits im Vorjahr kam kein Kind im Straßenverkehr ums Leben.
Von den verletzten Kindern waren 42 zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem E-Scooter unterwegs; im Vorjahr waren es 33. Weitere 32 Kinder wurden als Mitfahrende in Fahrzeugen verletzt, im Vorjahr waren es 17. Der Anstieg bei den Kindern betrifft damit sowohl ungeschützte Kinder als auch Kinder als Fahrzeuginsassen.
"Diese Entwicklung ist für uns ein deutliches Warnsignal. Kinder zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmenden überhaupt. Sie reagieren spontan, lassen sich leichter ablenken und können komplexe Verkehrssituationen oft noch nicht sicher einschätzen. Deshalb brauchen sie besondere Rücksicht - vor Schulen, Kindergärten, Bushaltestellen, Spielplätzen und in Wohngebieten", betont Fuchs. "Den Fahrzeugführenden kommt hierbei eine besondere Garantenstellung bei der Sicherung mitfahrender Kinder zu. Wer Kinder im Fahrzeug befördert, trägt eine besondere Verantwortung. Die Verwendung geeigneter Kindersitze, eine ordnungsgemäße Sicherung sowie eine vorausschauende und angepasste Fahrweise sind unerlässlich."
Die Polizeiinspektion Göttingen wird daher auch weiterhin gemeinsam mit Netzwerkpartnern auf Verkehrserziehung und Präventionsarbeit setzen. Im Fokus stehen dabei insbesondere frühzeitige Sensibilisierung, praktische Übungen sowie zielgruppenorientierte Programme für Kinder und Jugendliche.
Aus Sicht der Verkehrsunfallprävention setzt die Polizei dabei auf ein breites und zielgruppenorientiertes Maßnahmenpaket für Kinder und Jugendliche. Bereits im Vorschulalter werden grundlegende Verhaltensweisen im Straßenverkehr vermittelt, um frühzeitig ein Gefahrenbewusstsein zu entwickeln. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die Polizei auch am 21.06.2026 am Aktionstag "Schule aber sicher", der federführend durch das Göttinger Tageblatt organisiert wird, um insbesondere Schulanfängerinnen und Schulanfänger gezielt zu erreichen.
In Grundschulen werden darüber hinaus Maßnahmen wie die Schulwegsicherung, Projekte wie "Gelbe Füße", Fahrradparcours sowie Elternabende zum sicheren Schulweg und Programme wie der "Fußgängerführerschein" umgesetzt. Sowohl an Grundschulen als auch an weiterführenden Schulen organisiert die Polizei zudem Verkehrssicherheitstage mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Diese umfassen unter anderem das Verhalten im Straßenverkehr, das Verhalten am und im Bus, die Verkehrssicherheit von Fahrrädern, die Veranschaulichung des Anhaltewegs, die Sensibilisierung für den Toten Winkel sowie Grundlagen der Ersten Hilfe. Die Ausgestaltung dieser Maßnahmen erfolgt maßgeblich in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Netzwerkpartnern.
Junge Erwachsene bleiben Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit
Bei den jungen Verkehrsteilnehmenden im Alter von 18 bis 24 Jahren stieg die Zahl der Verletzten von 210 auf 228. Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten in dieser Altersgruppe von 30 auf 19. Wie bereits im Vorjahr kam in dieser Altersgruppe niemand im Straßenverkehr ums Leben.
Bei den Fahranfängern, die mit Pkw oder Krad unterwegs waren, stieg die Zahl der Leichtverletzten von 118 auf 134, während die Zahl der Schwerverletzten von 20 auf 15 sank. Auch hier zeigt sich: Die Zahl der Betroffenen ist weiterhin hoch, die schwersten Folgen gingen jedoch zurück.
"Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sind im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nach wie vor überdurchschnittlich häufig in Verkehrsunfälle verwickelt. Als wesentliche Unfallursachen zeigen sich insbesondere nicht angepasste Geschwindigkeit, unzureichender Sicherheitsabstand, Vorfahrtsverstöße sowie Ablenkung. In einzelnen Fällen standen Verkehrsteilnehmende zudem unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Deshalb bleibt diese Altersgruppe ein Schwerpunkt unserer Präventions- und Kontrollarbeit", so Fuchs.
Geplant sind weiterhin zielgruppenorientierte Maßnahmen an weiterführenden und berufsbildenden Schulen sowie öffentlichkeitswirksame Präventionsansätze, um junge Menschen frühzeitig zu sensibilisieren. Hierzu führt die Polizei gezielte Aufklärungsmaßnahmen insbesondere in der Oberstufe durch, in denen Jugendliche auf die Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr und den Erwerb der Fahrerlaubnis vorbereitet werden. Im Fokus stehen dabei typische Unfallursachen wie nicht angepasste Geschwindigkeit, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Ablenkung im Straßenverkehr. Ziel ist es, das Risikobewusstsein zu stärken und verantwortungsbewusstes Verhalten nachhaltig zu fördern.
Weniger verletzte Seniorinnen und Senioren
Positiv entwickelt hat sich die Lage bei den über 65-jährigen Verkehrsteilnehmenden. Die Zahl der verletzten Seniorinnen und Senioren sank von 197 auf 183. Die Zahl der Schwerverletzten ging von 43 auf 38, die Zahl der Leichtverletzten von 148 auf 144 zurück. Eine Person dieser Altersgruppe verlor im Jahr 2025 im Straßenverkehr ihr Leben; im Vorjahr waren es sechs.
Die Polizeiinspektion Göttingen setzt hier weiterhin auf gezielte Präventionsangebote. Im Entwurf wird in diesem Zusammenhang das Projekt "Göttinger Senioren sind mobil - sicher ans Ziel!" hervorgehoben. Es verbindet theoretische Informationen zu Neuerungen im Straßenverkehr, zur eigenen Fahrtüchtigkeit und zu Risiken etwa durch Medikamente mit fahrpraktischen Übungen unter Anleitung erfahrener Fahrlehrkräfte. Unterstützt wird das Projekt unter anderem durch Verkehrswachten und Fahrschulen.
Ergänzend richtet sich die Präventionsmaßnahme "Sicherheit erfahren", eine geführte Themenradtour, gezielt an Verkehrsteilnehmende ab 60 Jahren. Ziel des Programms ist es, die Mobilität im Alter zu erhalten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Im Rahmen der regelmäßig angebotenen Veranstaltungen werden aktuelle Entwicklungen im Straßenverkehr sowie altersbedingte Gefahren thematisiert und praxisnahe Hinweise für ein sicheres Verhalten vermittelt.
"Unser Ziel ist es, älteren Menschen eine möglichst lange und sichere Mobilität zu ermöglichen. Dazu gehört, Risiken offen anzusprechen, ohne zu stigmatisieren. Prävention bedeutet hier vor allem Information, Selbstreflexion und praktische Unterstützung", sagt Fuchs.
Deutlich weniger verletzte Rad- und Pedelecfahrende im Göttinger Stadtgebiet
Im Göttinger Stadtgebiet sank die Zahl der verletzten Rad- und Pedelecfahrenden von 216 auf 168. Ihr Anteil an allen Verletzten Verkehrsteilnehmenden lag damit bei rund 31,5 Prozent und damit unter dem Niveau der vergangenen fünf Jahre von etwa 38 bis 40 Prozent. 157 Rad- und Pedelecfahrende wurden leicht, 11 schwer verletzt. Tödliche Verletzungen gab es - wie bereits im Vorjahr - nicht.
"Im Fokus unserer Präventionsarbeit stehen insbesondere typische Unfallursachen wie die verbotswidrige Nutzung der falschen Straßenseite. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass Rad- und Pedelecfahrende durch andere Verkehrsteilnehmende übersehen werden. Umso wichtiger ist es, dass sich alle Verkehrsteilnehmenden aufmerksam, vorausschauend und regelkonform verhalten. Gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung der Verkehrsregeln sind entscheidend, um Unfälle nachhaltig zu vermeiden", erklärt Fuchs.
Der Rückgang ist erfreulich, ändert aber nichts daran, dass Radfahrende im Straßenverkehr weiterhin besonders verletzlich sind. "Wo Menschen ohne Knautschzone unterwegs sind, können schon vergleichsweise geringe Kollisionen schwerwiegende Folgen haben. Deshalb bleiben sichere Infrastruktur, gegenseitige Rücksichtnahme und das eigene sicherheitsbewusste Verhalten zentrale Faktoren", erklärt Fuchs. Auch die Arbeit der Unfallkommission und die Fortentwicklung der Radverkehrsinfrastruktur bleiben in diesem Zusammenhang wichtige Bausteine.
Kradfahrende: mehr Verletzte, aber deutlich weniger schwere Folgen
Bei den Kradfahrenden stieg die Zahl der verletzten Personen von 87 auf 93. Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten von 30 auf 16. Während im Vorjahr noch vier Motorradfahrende tödlich verletzt wurden, gab es im Jahr 2025 keinen tödlichen Kradunfall im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen.
Als wesentliche Unfallursachen sind insbesondere nicht angepasste Geschwindigkeit und unzureichender Sicherheitsabstand festzustellen. Darüber hinaus kommt es immer wieder vor, dass Zweiradfahrende durch andere Verkehrsteilnehmende übersehen werden. Auch eigenes Fehlverhalten der Beteiligten trägt in Teilen zum Unfallgeschehen bei.
"Diese Entwicklung ist positiv, darf aber keinesfalls zu Nachlässigkeit führen. Motorradfahrende sind im Straßenverkehr in besonderem Maße gefährdet. Hohe Geschwindigkeiten, Fahrfehler, aber auch das Übersehen von Kradfahrenden durch andere Verkehrsteilnehmende können innerhalb von Sekunden zu schwersten Folgen führen", sagt Fuchs.
Präventionsangebote wie Sicherheitstage und Hinweise zu Schutzkleidung, defensiver Fahrweise und angepasster Geschwindigkeit bleiben deshalb weiterhin wichtig. Ergänzend bietet die Polizei am 29.08.2026 die "Biker Safety Tour" an. Im Rahmen einer geführten Ausfahrt mit Polizeimotorradfahrenden werden typische Gefahrenstellen praxisnah erläutert und Hinweise zum sicheren Fahrverhalten gegeben. Ziel ist es, für häufige Unfallursachen zu sensibilisieren und die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu erhöhen.
E-Scooter-Unfälle auf hohem Niveau stabil
Der in den vergangenen Jahren deutliche Anstieg der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scootern hat sich 2025 erstmals nicht nennenswert fortgesetzt. Nach 76 Unfällen im Jahr 2024 wurden im Jahr 2025 77 E-Scooter-Unfälle polizeilich aufgenommen. Die Zahl der verletzten E-Scooter-Fahrenden sank leicht von 54 auf 53, gleichzeitig stieg die Zahl der Schwerverletzten von 4 auf 6.
Die Polizei bewertet diese Entwicklung als Hinweis darauf, dass E-Scooter inzwischen fest zum innerstädtischen Verkehr gehören, zugleich aber ein eigenes Risikopotenzial mitbringen. Ursächlich zeigen sich dabei insbesondere Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden, etwa im Zusammenhang mit der Nutzung von Rad- und Gehwegen, sowie Fälle, in denen E-Scooter-Fahrende durch motorisierte Verkehrsteilnehmende übersehen werden. In einzelnen Fällen standen Beteiligte zudem unter dem Einfluss von Alkohol.
"Mehr Fahrzeuge im Verkehrsraum bedeuten zwangsläufig auch mehr Konfliktpotenzial. Hinzu kommen mangelnde Fahrpraxis, Regelverstöße und die Tatsache, dass E-Scooter-Fahrende in der Regel ohne besondere Schutzausrüstung unterwegs sind. Deshalb werden wir auch in diesem Bereich weiter konsequent kontrollieren und aufklären", kündigt Fuchs an. Dabei wird insbesondere auf Alkohol- und Drogeneinfluss, das unzulässige Fahren zu zweit sowie die regelkonforme Nutzung der Verkehrsflächen geachtet.
Bundesautobahnen A 7 und A 38: weniger Unfälle, aber deutlich schwerere Folgen
Auch auf den Bundesautobahnen A 7 und A 38 ging die Zahl der Verkehrsunfälle zurück. Die Autobahnpolizei Göttingen registrierte im Jahr 2025 insgesamt 779 Verkehrsunfälle, im Vorjahr waren es 887. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg jedoch deutlich von 112 auf 137. 178 Personen wurden leicht, 28 schwer und 4 tödlich verletzt. Im Jahr 2024 hatte es auf den beiden Autobahnen keine tödlich verletzten Verkehrsteilnehmenden gegeben.
Bei schweren Autobahnunfällen spielen nach Einschätzung der Polizei immer wieder hohe Geschwindigkeiten, zu geringer Sicherheitsabstand und mangelnde Aufmerksamkeit eine entscheidende Rolle. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten führen bereits kurze Unachtsamkeiten oder Fehlentscheidungen häufig zu folgenschweren Verkehrsunfällen mit schwerwiegenden Konsequenzen.
Besonders tragisch zeigt sich dabei, dass bei zwei tödlichen Unfällen im Jahr 2025 die vorgeschriebenen Sicherheitsgurte nicht angelegt waren. In solchen Fällen können bereits einfache Schutzmaßnahmen entscheidend dazu beitragen, schwerste oder gar tödliche Verletzungen zu verhindern.
"Gerade auf Autobahnen wirken sich Fehlverhalten und Unaufmerksamkeit innerhalb kürzester Zeit fatal aus. Wer den Sicherheitsabstand unterschreitet, zu schnell fährt oder ungesichert unterwegs ist, erhöht das Risiko schwerster Unfallfolgen erheblich", sagt Fuchs.
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Autobahnen führt die Polizei am 25.08.2026 einen Lkw-Sicherheitstag durch. Im Rahmen dieser Präventionsmaßnahme werden verschiedene sicherheitsrelevante Themen rund um den gewerblichen Güterverkehr aufgegriffen und sowohl Fahrzeugführende als auch weitere Verkehrsteilnehmende für bestehende Risiken sensibilisiert.
Abschließend erklärt der Leiter Einsatz: "Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt ein insgesamt differenziertes Bild: Weniger Unfälle insgesamt und deutlich weniger schwere Unfallfolgen stehen Entwicklungen gegenüber, die weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordern. Gerade dort, wo Menschen besonders gefährdet sind - ob als Kinder, auf zwei Rädern oder im dichten innerstädtischen Verkehr - müssen wir konsequent ansetzen. Verkehrssicherheitsarbeit bleibt eine Daueraufgabe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in diesem Jahr auf den Hauptunfallursachen "Geschwindigkeit" und "mangelnde Fahrtüchtigkeit" im Straßenverkehr. Unser Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, gezielt gegenzusteuern und das Bewusstsein für sicheres und verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr weiter zu stärken. Denn jeder verhinderte Unfall bedeutet ein Mehr an Sicherheit für alle."
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