Nachwuchs bei Deutschlands größter Wisentherde in der Döberitzer Heide
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Nachwuchs bei Deutschlands größter Wisentherde in der Döberitzer Heide
Gerade einmal 25 Kilometer vom Berliner Alexanderplatz entfernt streift Deutschlands größte Wisentherde durch die Kernzone von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Naturfotograf Ingolf König gelang ein Bild eines wenige Tage alten Wisentkälbchens. Die Aufnahme gewährt einen seltenen Blick in das sonst weitgehend unbeobachtete Leben der rund 130 Wisente.
„Neben mir raschelte es im Gebüsch und eine Wisentkuh mit ihrem Kalb zeigte sich. Ich bin instinktiv hinter den nächsten Baum getreten und habe gewartet. Die beiden haben mich nicht bemerkt. Zum Glück hatte ich die Kamera griffbereit und konnte ein paar Fotos machen, bevor Mutter und Kalb wieder im Dickicht verschwanden“, erinnert sich Naturfotograf Ingolf König.
Er ist regelmäßig ehrenamtlich für die Heinz Sielmann Stiftung in der Döberitzer Heide unterwegs und wollte eigentlich gerade eine Wildtierkamera kontrollieren. Obwohl er die Heide seit Jahren regelmäßig durchstreife, sei die Begegnung etwas ganz Besonderes gewesen. Ein so junges Kalb aus solcher Nähe zu sehen, komme nur sehr selten vor.
Geburt unter freiem Himmel
Im Juni ziehen sich die Wisentkühe in die dichteren und ruhigeren Bereiche der für Besucher nicht zugänglichen Kernzone zurück. Dort bringt jedes Muttertier sein Kalb allein zur Welt. Nach ein bis zwei Tagen kehren sie zur Herde zurück, wo sich die Jungtiere bald zu kleinen Spielgruppen zusammenfinden.
Rund 130 Wisente leben aktuell in der 1.860 Hektar großen Kernzone der Döberitzer Heide. Als schwerste Landsäugetiere Europas prägen die Tiere die Landschaft maßgeblich und tragen zum Erhalt von Lebensräumen für viele seltene und bedrohte Arten bei. Sie verbeißen junge Gehölze, verhindern so ein Zuwachsen der Flächen und trampeln Sandboden frei, in dem Wildbienen und andere bodenbrütende Insekten ihre Nester bauen können. In der Kernzone des Naturschutzgebiets ist ein ganzes Team vierbeiniger Landschaftspfleger unterwegs: neben Wisenten auch Przewalski-Pferde und Rothirsche.
Natur erleben vor den Toren Berlins
Bester Ausgangspunkt für einen Ausflug in die Döberitzer Heide ist das Natur-Erlebniszentrum in Elstal. Die dortige Ausstellung vermittelt spannendes Hintergrundwissen über die Bewohner des Schutzgebiets, bevor es hinaus ins Gelände geht.
Ein 55 Kilometer langes und öffentlich zugängliches Wegenetz bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Heide zu erkunden. Den weitesten Blick liefert der Aussichtsturm am Finkenberg, der bei klarer Sicht bis zum Berliner Fernsehturm reicht. Die Wisente zeigen sich am ehesten im Herbst und Winter, wenn dünneres Laub den Blick durch den Wald freigibt. Mit dem nötigen Glück und einem Fernglas kann man sie aber auch im Sommer auf der sogenannten „Wüste“ zu Gesicht bekommen.
Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide erfahren Sie hier.
Pressefotos
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Nora Künkler Freie Redakteurin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit i.A. der Heinz Sielmann Stiftung
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