PM Seltene Kuckucksbienen am Grünen Band nachgewiesen
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PRESSEMITTEILUNG
Seltene Kuckucksbienen nachgewiesen: Fund offenbart außergewöhnliche Artenvielfalt am Grünen Band in Thüringen
Was einst streng bewachter Grenzstreifen war, blüht und summt heute: Die Flächen der Heinz Sielmann Stiftung am Grünen Band in Thüringen haben sich zu einem bemerkenswerten Rückzugsort für spezialisierte Wildbienenarten entwickelt. Besonders der Nachweis zahlreicher Kuckucksbienen zeigt, wie schützenswert die extensiv beweideten Offenlandflächen sind.
Eine aktuelle Erfassung im Auftrag der Heinz Sielmann Stiftung belegt den hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebiets eindrucksvoll: Auf weniger als sechs Hektar Untersuchungsfläche bei Ecklingerode wurden 107 Wildbienenarten nachgewiesen, darunter 29 Arten, die in Thüringen oder deutschlandweit auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.
Kuckucke gibt es auch unter Bienen
Besonders bemerkenswert ist: Rund ein Viertel der nachgewiesenen Arten sind Kuckucksbienen. Ähnlich wie der namensgebende Vogel bauen diese Wildbienenarten keine eigenen Nester. Stattdessen legen sie ihre Eier in die Brutzellen anderer Wildbienen. Ihre Larven entwickeln sich dort parasitär und nutzen die Vorräte der Wirtsarten.
In der Ökologie gilt das Vorkommen von Kuckucksbienen meist als ausgesprochen positives Signal: Kuckucksbienen kommen nur dort vor, wo stabile und vielfältige Wildbienengemeinschaften existieren.
„Die extensive Schaf- und Ziegenbeweidung hat hier für einige Wildbienenarten ideale Bedingungen geschaffen“, erklärt Dr. Maude Erasmy, Leiterin des Sielmanns Biotopverbunds Grünes Band Eichsfeld-Werratal: „Durch den Tritt der Tiere entstehen Löcher im Boden, die nicht bewachsen sind, sogenannte Rohbodenstandorte. Die winzigen Abbruchkanten dieser Trittstellen dienen bestimmten Arten als Nistplatz.“
Suchflüge und Einschleusen als Strategie
Der Großteil der Kuckucksbienenarten wurde in der Nähe von solchen Rohbodenstandorten entdeckt, meist während ihrer Suchflüge dicht über dem Boden. Sie patrouillieren dort, wo sie die Nester ihrer Wirtsbienen vermuten und dringen dann in diese ein.
Besonders raffiniert geht die Felsen-Kuckuckshummel [1] vor: Mit ihrem schwarzen Korpus und dem rot-orangen Hinterteil ähnelt sie stark ihrer Wirtsart, der Steinhummel [2]. Hat sie ein Wirtsnest gefunden, schleust sie sich ein, verhält sich vorerst unauffällig und nimmt den Nestgeruch an.
Dank ihres besonders robusten Körperbaus kann sie die anfänglichen Angriffe der Steinhummel-Arbeiterinnen abwehren, bis diese sie als Teil des Volkes akzeptieren. Anschließend ziehen die Steinhummeln den Nachwuchs des Eindringlings auf und versorgen dessen Larven mit Pollen und Nektar.
Ein fein abgestimmtes Netzwerk
Wildbienen- und Pflanzenarten sind eng miteinander verbunden. Rund 30 Prozent der erfassten nestbauenden Arten sind auf bestimmte Pflanzenfamilien oder sogar einzelne Pflanzengattungen spezialisiert. Glockenblumen, Habichtskräuter, Hornklee oder Kreuzblümchen bilden nicht nur eine bunte, artenreiche Wiese – sie sind Lebensgrundlage für hochspezialisierte Insekten, die wiederum Nahrung für Vögel und kleine Säugetiere bieten.
„Strukturreiche, unbewaldete Offen- und Halboffenlandschaften wie hier am Grünen Band wurden im vergangenen Jahrhundert stark verdrängt und sind heute sehr selten. Umso wichtiger ist ihr Schutz und ihre Förderung für den Erhalt der Artenvielfalt“, betont Dr. Maude Erasmy.
Mehr über Sielmanns Biotopverbund Grünes Band-Eichsfeld Werratal erfahren Sie hier.
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PRESSEFOTOS
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[1] Bombus rupestris
[2] Bombus lapidaris
Conie Riedle Freie Redakteurin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit i.A. der Heinz Sielmann Stiftung
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