Wolfram Weimer im Porzellanladen
Vor seiner Berufung war der Kulturstaatminister eher kulturfremd unterwegs. Vor Beginn der Leipziger Buchmesse wird klar: Das rächt sich nun.
Stuttgart (ots)
Man kann nicht sagen, dass Wolfram Weimer ein besonders großer Vertrauensvorschuss entgegenschlug, als er sein Amt antrat. Aber es erstaunt doch, wie sehr er in seinem ersten Jahr mit Affären und Ungeschicklichkeiten den Porzellanladen der Kultur zum Klirren gebracht hat: Um ein Haar hätte er die Berlinale abgeräumt, nun zertrümmert er den einst von Monika Grütters ins Leben gerufenen Buchhandlungspreis. Und schon steht neuer Ärger ins Haus: Empört reagiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf den geplanten Stopp des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, weil Weimer die Sammlung physischer Medien für nicht mehr zeitgemäß erachtet und stattdessen auf digitale Datenträger setzt. Das Kulturgut Buch hat unter diesem Kulturstaatsminister, der gerne Rilke, Thomas Mann oder Schiller zitiert, keinen leichten Stand. Fraglich, ob jemand noch am richtigen Platz ist, wenn er sich dort nicht mehr zeigen kann, wo er kraft seines Amtes eigentlich hingehört.
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