Alle Storys
Folgen
Keine Story von ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft mehr verpassen.

ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Medien-Info: ver.di kritisiert Zugangsbeschränkungen zu Integrationskursen: Liebig: Wer Integration will, darf sie nicht verhindern

Ver.di kritisiert Zugangsbeschränkungen zu Integrationskursen:

Liebig: Wer Integration will, darf sie nicht verhindern

Auf scharfe Kritik stößt die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt angeordnete und mit dem Koalitionspartner nicht abgestimmte Zugangsbeschränkung zu Integrationskursen. Betroffen sind schätzungsweise 130.000 Eingewanderte.

„Wer Integration will, darf sie nicht verhindern! Es ist doppelzüngig, wenn die Bundesregierung einerseits die Schaffung von Work-and-Stay-Agenturen für ausländische Arbeitskräfte angehen will, aber gleichzeitig vielen Menschen, die bereits hier in Deutschland sind und auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden, Sprach- und Integrationsangebote verweigert“, kritisiert Rebecca Liebig, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Migration und Teilhabe. Betroffen seien insbesondere Menschen mit prekärem und befristetem Aufenthaltsstatus, Geduldete, Asylsuchende oder auch viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

„Was Bundesinnenminister Dobrindt macht, ist integrationspolitisch ein Desaster und zudem eine sehr kurzsichtige Entscheidung, die sich bei der Gewinnung von internationalen Fachkräften rächen wird. Wer Einwanderung von Fachkräften und Integration will, muss gute Voraussetzungen dafür schaffen: Eine Willkommenskultur und bessere Integrationschancen durch Integrationskurse. Dass Dobrindt den Menschen diese Chance verwehrt, ist unverantwortlich“, so die Gewerkschafterin. „Menschen, die ohne Sprachkenntnisse und ohne Wissen über die deutsche Gesellschaft bleiben, haben kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder landen allzu oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen, in denen sie vielfach massiv ausgebeutet werden.“

Auch die Bildungsträger und die Beschäftigten, die Integrationskurse durchführen, gerieten so in eine schwierige Lage. Bundesweit seien mit großer Anstrengung Kompetenzen und Strukturen aufgebaut worden. Viele Dozentinnen und Dozenten, die die Kurse trotz häufig prekären Beschäftigungsverhältnissen engagiert getragen hätten, seien in jüngerer Zeit endlich fest angestellt worden. Nun drohe vielen der Jobverlust“, so die ver.di-Vorstandsfrau. „Wir erwarten, dass das Bundesinnenministerium seine Entscheidung zurücknimmt“, sagt Liebig.

V.i.S.d.P.

Daniela Milutin 
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011, -1012
E-Mail:  pressestelle@verdi.de
 www.verdi.de/presse
Weitere Storys: ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Weitere Storys: ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft