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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

EnBW-Hauptversammlung (7.5.): Im grünen Ländle: Kohleprofit auf Kosten der Wayúu

Während die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) auf ihrer Hauptversammlung, online am morgigen 7. Mai, Dividenden in Höhe von 551 Millionen Euro beschließen möchte, leidet das Indigene Volk der Wayúu in La Guajira unter den Folgen des Kohleabbaus in Kolumbien, der diese Gewinne ermöglicht hat. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert den Energiekonzern daher auf, endlich Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen im Cerrejón-Tagebau zu übernehmen: „EnBW privatisiert die Gewinne und überlässt die sozialen und ökologischen Kosten den Menschen im Globalen Süden. Gerade für das grün regierte Baden-Württemberg und dessen designierten Ministerpräsidenten Cem Özdemir ist dieses Verhalten eine Schande“, erklärt Jan Königshausen, GfbV-Referent für Indigene Völker. „Als größter Anteilseigner wird das Ländle ordentlich von der Gewinnausschüttung profitieren und trägt damit eine Lieferkettenverantwortung. Mit der Ankündigung, irgendwann aus der Kohleverstromung auszusteigen, dürfen sich weder EnBW noch Özdemir aus dieser Verantwortung stehlen. So kann es niemals eine glaubwürdige Energiewende geben.“

Der Tagebau Cerrejón gehört zu den größten und umstrittensten Steinkohleminen der Welt und wird vom Schweizer Rohstoffkonzern Glencore betrieben. Seit Jahren dokumentieren Menschenrechtsorganisationen und kolumbianische Gerichte systematische Verstöße: „Die Zerstörung der Wasserversorgung tausender Menschen, die Zwangsumsiedlung zahlreicher Gemeinschaften ohne angemessene Entschädigungen aber mit Folgen für die lokale Bevölkerung. Wayúu-Kinder sterben an Unterernährung und kontaminiertem Wasser. Zudem sind Morde an Menschenrechtsverteidigern, Einschüchterungen und die Missachtung indigener Konsultationsrechte dokumentiert“, resümiert Königshausen. „Als größter Anteilseigner trägt das Land Baden-Württemberg eine direkte Mitverantwortung für diese Geschäftspraktiken.“

Die GfbV fordert die EnBW AG und ihre Anteilseigner dringend auf, sich aktiv an Entschädigungs- und Renaturierungsmaßnahmen in La Guajira zu beteiligen, vollständige Transparenz über frühere und bestehende Lieferketten herzustellen und klare menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umzusetzen. Deutschland war 2024 mit 2,9 Millionen Tonnen der drittgrößte Abnehmer kolumbianischer Steinkohle, insgesamt kamen seit 2004 über 110 Millionen Tonnen Steinkohle aus Kolumbien hier her. EnBW hat als einer der größten deutschen Energieversorger jahrelang Steinkohle aus Cerrejón verbrannt – und damit direkt von Menschenrechtsverletzungen profitiert. Trotz des angekündigtem Kohleausstieg bis 2030 hat der Konzern keine Wiedergutmachung für die Betroffenen geleistet. Auf der diesjährigen Hauptversammlung soll das Thema nicht einmal angesprochen werden.

Sie erreichen Jan Königshausen unter j.koenigshausen@gfbv.de oder 0551/49906-14.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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D-37010 Göttingen
Tel.: +49 551 499 06-21
Fax: +49 551 580 28
E-Mail:  info@gfbv.de
www.gfbv.de
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