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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Bayer-Hauptversammlung (24.4.): Indigene Völker in Brasilien bedroht – Bayer muss Export hochgiftiger Pestizide stoppen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Bayer-Konzern bei seiner Hauptversammlung am 24. April aufgefordert, Verantwortung für die Gefährdung Indigener Völker durch in der EU verbotene Pestizide zu übernehmen und den Export dieser Pestizide zu stoppen. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert seit Jahren, dass Bayer von den Pestizidproblemen in Brasilien und den gesundheitlichen Schäden, denen indigene Gemeinschaften dadurch ausgesetzt sind, profitiert.

„Brasilien ist seit Jahren ein Zielmarkt für besonders problematische Pestizide. Das wirft eine einfache, aber dringende Frage auf: Welche Verantwortung übernimmt Bayer dafür, wenn Menschen durch den Einsatz seiner Pestizide vergiftet werden und gesundheitliche Schäden davontragen?“, fragte ein Vertreter der GfbV in einem Statement während der Hauptversammlung.

Die GfbV betont, dass indigene Gemeinschaften einer zunehmenden Pestizidbelastung ausgesetzt sind. Ein Fall, der die Bedrohung deutlich macht, ist der Fall der Avá-Guarani im westlichen Paraná. Dort wurden Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA in Wasserquellen nachgewiesen. Betroffene berichten über gesundheitliche Beschwerden wie Erbrechen, Kopfschmerzen und Reizungen. Diese Vorwürfe sind inzwischen Teil einer formellen Beschwerde gegen Bayer im Rahmen der OECD-Leitsätze.

„Es geht nicht nur um einen einzelnen Fall“, betont Dr. Eliane Fernandes, Referentin für Indigene Völker bei der GfbV. Menschenrechts- und Gesundheitsorganisationen dokumentieren seit Jahren, dass Pestizide in indigenen Gebieten Wasser, Böden, Nahrungspflanzen, Heilpflanzen und die Biodiversität kontaminieren. In einem Report von 2021 dokumentierte die GfbV mehrere Fälle, in denen Pestizide fahrlässig oder sogar absichtlich in unmittelbarer Nähe oder direkt auf indigene Siedlungen ausgebracht wurden.

„Bayer ist nach der Übernahme von Monsanto Teil eines agrarindustriellen Modells, das auf glyphosatresistenten Kulturen, auf herbizidintensiver Landwirtschaft und auf der Ausweitung von Monokulturen beruht. Dieses Modell hat Folgen. Es produziert Abhängigkeiten, es zerstört Biodiversität, es verschärft Konflikte um Land und Wasser und es trifft überproportional indigene Gemeinschaften“, so Fernandes.

Während der Hauptversammlung appellierte die GfbV an Bayer: „Verstecken Sie sich nicht hinter der Behauptung, alles sei nur eine Frage der richtigen Anwendung. Indigene Völker haben das Recht auf Gesundheit, auf sauberes Wasser, auf gesunde Nahrung, auf ihr unvergiftetes Land und auf den Schutz ihrer Existenz. Sorgen Sie für echte Transparenz. Sorgen Sie für wirksamen Schutz. Sorgen Sie dafür, dass Menschenrechte nicht nur in Nachhaltigkeitsberichten stehen, sondern in Ihrem Handeln sichtbar werden. Stoppen Sie den Export hochgiftiger Pestizide.“

Die Redezeit der GfbV während der Bayer-Hauptversammlung wurde von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) organisiert und von den Kritischen Aktionär*innen zur Verfügung gestellt.

Das Statement wurde von Dr. Eliane Fernandes, Referentin für Indigene Völker, verfasst und von GfbV-Referent Gerrit Hofert während der Hauptversammlung vorgetragen.

Sie erreichen Dr. Eliane Fernandes unter e.fernandes@gfbv.de.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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Sarah Neumeyer
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