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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Zum Tod von Christian Schwarz-Schilling: Eine Stimme der Verantwortung für Menschenrechte verstummt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) trauert um den CDU-Politiker Christian Schwarz-Schilling und würdigt seinen konsequenten und glaubwürdigen Einsatz für Menschenrechte, ethnische und religiöse Minderheiten sowie politisch Verfolgte. Die Menschenrechtsorganisation hebt besonders seinen außerordentlichen Einsatz für das Ende des Kriegs in Bosnien und Herzegowina und die Opfer des Genozids an der Seite ihres Gründers Tilman Zülch hervor.

„Christian Schwarz-Schilling stand wie kaum ein anderer deutscher Politiker an der Seite der Unterdrückten und Verfolgten. Er war einer der wenigen, die die Kriegsverbrechen und den Genozid in Bosnien und Herzegowina nie als Randthema behandelten. Für ihn war das Schicksal der Menschen dort ein Prüfstein europäischer und deutscher Verantwortung“, erklärt Belma Zulčić, Direktorin der GfbV-Sektion in Bosnien und Herzegowina.

Mit seinem Rücktritt als Bundesminister im Jahr 1992 habe Schwarz-Schilling ein unmissverständliches Zeichen gegen das Versagen der internationalen Gemeinschaft angesichts der Verbrechen im Bosnienkrieg gesetzt. „Diese Entscheidung war kein symbolischer Akt. Sie war ein Ausdruck seiner politischen Integrität und moralischen Klarheit, die auch sein weiteres Engagement für Bosnien und Herzegowina prägten“, betont Zulčić.

Als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina (2006–2007) setzte sich Schwarz-Schilling für eine Stärkung der Eigenverantwortung lokaler Institutionen ein, ohne die Notwendigkeit internationaler Unterstützung aus dem Blick zu verlieren. Sein Ansatz zielte auf den Aufbau tragfähiger staatlicher Strukturen und die nachhaltige Stärkung der Zivilgesellschaft als Grundlage eines stabilen Gemeinwesens.

Die enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit der Gesellschaft für bedrohte Völker und ihrem Gründer Tilman Zülch war Ausdruck dieses Verständnisses. Als Mitglied des Beirats der GfbV unterstützte Schwarz-Schilling die Arbeit der Menschenrechtsorganisation über viele Jahre und trug maßgeblich dazu bei, die Themen Menschenrechte, Minderheitenschutz und Erinnerungskultur im politischen Diskurs in Deutschland zu verankern.

Ebenso setzte sich Schwarz-Schilling entschieden für die Rechte der Roma ein, die in Europa zu den am stärksten diskriminierten Minderheiten zählen. Er stellte sich klar gegen Abschiebungen von Roma aus Deutschland in den Kosovo, die viele Betroffene in Perspektivlosigkeit und erneute Ausgrenzung führte. Er warnte davor, dass Roma im Kosovo nach ihrer Rückführung häufig massiven Anfeindungen, sozialer Isolation und realen Sicherheitsrisiken ausgesetzt waren. Für ihn war eine solche Politik weder menschenrechtlich vertretbar noch politisch verantwortungsvoll.

Darüber hinaus engagierte er sich für die Rechte der Tibeter und stellte sich öffentlich gegen deren Unterdrückung durch die Volksrepublik China. Er suchte den Austausch mit Vertretern des tibetischen Exils, darunter auch mit dem Dalai Lama, und setzte sich für eine friedliche Lösung im Sinne kultureller und religiöser Selbstbestimmung ein.

„Mit Christian Schwarz-Schilling verlieren Deutschland und Europa eine Stimme, die bereit war, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und politisches Handeln an klaren Prinzipien auszurichten. Sein Engagement für verfolgte Minderheiten bleibt uns eine Verpflichtung“, so die GfbV.

Sie erreichen Belma Zulčić unter gfbv_sa@bih.net.ba oder (+387) 61 220 883 oder (+387) 33 213 707.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
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