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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Demos in Berlin & Göttingen (11.4.): Protest gegen Zerstörung von Völkermord-Gedenkstätte in Namibia

Gedenkstätte an deutschen Kolonialgenozid in Namibia bedroht: Ein geplanter Hafenausbau rund um die Halbinsel Shark Island bei Lüderitz/!Nami≠nûs gefährdet einen der zentralen Erinnerungsorte an den Genozid an den Ovaherero und Nama, den die deutsche Kolonialmacht zwischen 1904 und 1908 verübte. Um gegen diese drohende Zerstörung zu protestieren, finden am 11. April Demonstrationen in Namibia und Deutschland statt. Die Demonstration in Berlin wird vom Bündnis „Völkermord verjährt nicht“ organisiert, zu dem auch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gehört, und soll auch auf die Verwicklung des deutschen Unternehmens Enertrag aufmerksam machen.

Folgende Aktionen sind in Berlin und Göttingen geplant:

Protestmarsch in Berlin

Wann? 11. April 2026 | ab 12 Uhr

Wo?

  • Start: Auswärtiges Amt (Werderscher Markt 1, 10117 Berlin)
  • Zwischenstopp: Humboldt-Forum
  • Abschluss: Firmengebäude von Enertrag (Rosenthaler Str. 30)

Demonstration in Göttingen

In Göttingen organisieren das Stadtlabor Göttingen, EPIZ und Göttingen Postkolonial eine Solidaritätsdemonstration.

Wann? 11. April 2026 | ab 12 Uhr

Wo? Süd-West-Afrika-Denkmal in Göttingen

  • Einführung zum problematischen Denkmal
  • Hintergrundinfos zum Protest in Namibia

Hintergrund

Zwischen 1904 und 1908 verübte das Deutsche Kaiserreich einen Genozid an den Ovaherero und Nama sowie den Damara und San im heutigen Namibia. Bis heute weigert sich die Bundesregierung, diesen Völkermord juristisch anzuerkennen. Stattdessen verhandelt Deutschland weiterhin ein Abkommen (Joint Declaration) mit Namibia – ohne die legitimen Vertreter der betroffenen Gemeinschaften einzubeziehen. Gleichzeitig verfolgt Deutschland auch heute wirtschaftliche Interessen in Namibia, ohne Rücksicht auf die lokale Bevölkerung zu nehmen. Das deutsche Unternehmen Enertrag ist ein Anteilseigner des Mega-Projekts „Hyphen“ zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff. Das Projekt ist auf Land geplant, das den Nama im Zuge des Genozids geraubt wurde. Zudem soll für einen umfassenden Infrastrukturausbau in der Region der Hafen von Lüderitz/!Nami≠nûs ausgebaut werden, um Exporte in den Globalen Norden zu ermöglichen. Shark Island – einst ein Konzentrationslager, in dem rund 4.000 Ovaherero und Nama starben – ist akut bedroht. Für die Nachfahren der Überlebenden ist Shark Island ein Ort des Gedenkens, der Trauer und des Widerstands. Wir fordern, dass dieser Ort nicht für wirtschaftliche Interessen geopfert wird!

Sie erreichen Laura Mahler unter l.mahler@gfbv.de oder 03051 / 695825-3.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
Fax:  +49 551 580 28
E-Mail:  presse@gfbv.de
 www.gfbv.de
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