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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Christen in Syrien leben in Angst: Schutz und Abschiebestopp für verfolgte Minderheiten!

Zu Ostern macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die prekäre Lage christlicher Gemeinschaften in Syrien aufmerksam, die vom radikalen politischen Islam bedroht werden. „Christen in Syrien können ihren Glauben nicht frei ausleben, ohne Angst vor Gewalt und Repressionen zu haben. Sie sind systematischer Diskriminierung und gezielten Angriffen durch das islamistische Regime ausgesetzt“, sagt Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV, heute in Göttingen.

„Unter dem neuen Machthaber Ahmed al-Scharaa gibt es keine Glaubensfreiheit in Syrien. Christen, Alawiten, Drusen und andere religiöse Minderheiten werden aufgrund ihres Glaubens verfolgt und unterdrückt“, betont der Menschenrechtler. Die Angriffe auf die christliche Gemeinde in der Stadt Sqailbiyya in Zentralsyrien am 27. März 2026 sind laut der GfbV Teil eines systematischen Vorgehens der syrischen Machthaber gegen die freie Ausübung des christlichen Glaubens.

Den Umgang der deutschen Bundesregierung mit dem islamistischen Regime in Damaskus kritisiert die Menschenrechtsorganisation scharf. Merz habe es verpasst, sich bei seinem Treffen mit al-Scharaa für Christen und andere Minderheiten einzusetzen. „Es ist ein Armutszeugnis, dass der Parteivorsitzende der Christdemokraten den islamistischen Machthaber al-Scharaa trifft, ohne auch nur ein Wort über die Angriffe auf Christen in Syrien zu verlieren“, kritisiert Sido. Wenn Merz zu Ostern nun voraussichtlich wieder an christliche Werte erinnere, sei das mehr als zynisch.

Die fehlende öffentliche Kritik der Bundesregierung am Umgang des syrischen Regimes mit Drusen, Alawiten, Kurden und Christen werde in Syrien als Unterstützung und Freifahrtschein gewertet. „Regierungsnahe Medien in Syrien feiern al-Scharaas Besuch in Deutschland als großen Erfolg. Für die Menschen in Syrien, die unter Assad und unter al-Scharaa schlimmste Verbrechen erlebt haben, die weiterhin angegriffen, verhaftet und in ihren Dörfern und Regionen von der Außenwelt abgeschnitten werden, ist das ein Schlag ins Gesicht“, betont Sido.

Die GfbV fordert die CDU-geführte Bundesregierung auf, sich stärker für den Schutz religiöser Minderheiten in Syrien einzusetzen, und fordert einen Abschiebestopp für Christen, Drusen, Alawiten, Kurden und andere Minderheiten nach Syrien. „Es darf nicht sein, dass Menschen in ein Land abgeschoben werden, in dem sie aufgrund ihrer Religion oder ethnischen Zugehörigkeit verfolgt und bedroht werden. Deutschland muss diesen Menschen Schutz gewähren.“

„Wenn es um Gefahren für das friedliche Zusammenleben in Deutschland geht, zeigen Politiker wie Friedrich Merz gerne auf den radikalen politischen Islam. Gleichzeitig hofieren er und andere Politiker der CDU/CSU sowie der SPD, der Grünen und der FDP Islamisten wie den syrischen Machthaber al-Scharaa. Diese unglaubwürdige Politik schadet der Demokratie und dem Einsatz für Frauenrechte und Glaubensfreiheit in Deutschland und im Nahen Osten“, so Sido.

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 ist die Zahl der Christen in Syrien dramatisch gesunken. Vor dem Krieg lebten etwa 1,5 bis 2 Millionen Christen im Land. Sie machten etwa 10 Prozent der Bevölkerung aus. Aktuelle Schätzungen für das Jahr 2026 gehen davon aus, dass nur noch etwa 300.000 Christen in Syrien leben. Nur noch etwa zwei Prozent der syrischen Gesamtbevölkerung sind heute christlich. Ein Rückgang von über 80 Prozent seit 2011. Die meisten syrischen Christen gehören der Rum-Orthodoxen Kirche an. Offiziell wird diese als „Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiochien und dem gesamten Morgenland“ bezeichnet und hat weltweit etwa 4,3 Millionen Anhänger.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
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