POL-KLE: Kreis Kleve - Betrugsmasche "Phantomfrachtführer"
Polizei warnt vor Ladungsdiebstahl durch falsche Transportunternehmen
Kreis Kleve/Emmerich (ots)
Aktuell ist ein Betrugsphänomen auf dem Vormarsch, das vor allem Unternehmen betrifft. Sogenannte "Phantomfrachtführer" (oder auch engl. Fake Carrier) geben sich mit falschen Firmendaten und gefälschten Dokumenten als seriöse Transportunternehmen aus. Oftmals werden E-Mail-Domains genutzt, die denen "echter" Speditionsunternehmen ähneln. Über Frachtenbörsen suchen die Betrüger nach lukrativen Aufträgen, oftmals locken sie mit den günstigsten Transport- und Speditionskosten und gewinnen so Kunden. Nach Auftragserteilung laden die Fahrzeuge der Phantomfrachtführer die Ware bei den Kunden auf - liefern diese allerdings nie beim Bestimmungsort ab, sondern tauchen mit der so erbeuteten Ware unter. Der Schaden liegt - je nach Ware - schnell im sechsstelligen Bereich.
In der vergangenen Woche etwa wurde beinahe ein Unternehmen in Emmerich Opfer der Masche. Das Unternehmen hatte eine Speditionsfirma für einen Transport beauftragt, welche aufgrund mangelnder Kapazitäten den Auftrag wiederum als Subauftrag über eine Frachtenbörse an eine andere Firma weitergegeben hatte. Bei diesem Auftragnehmer handelte es sich aber um Betrüger, die sich als eine bekannte Transportfirma ausgaben. Die Korrespondenz per Mail mit dem vermeintlichen Transportunternehmen war es, was die Auftragsverantwortlichen skeptisch werden ließ. Eine simple Rückversicherung über die im Internet veröffentlichten Kontaktdaten des Unternehmens, dessen Namen die Betrüger nutzten, brachte die Bestätigung: Dort wusste man nichts von dem Auftrag. Am Ende fuhr ein LKW in Emmerich vor, um dort Ware abzuholen, sofort wurde die Polizei hinzugerufen. Die Beamten nahmen den Sachverhalt auf, die Kripo Kalkar ermittelt. Zu einem Schaden kam es hier glücklicherweise nicht.
Die Polizei rät den Unternehmen bei der Auftragsvergabe:
- Der Fall in Emmerich zeigt, wie eine einfache Rückversicherung
vor einem Betrug schützen kann. Sollten Sie beabsichtigen,
Aufträge an einen neuen Geschäftspartner zu vergeben, dann
prüfen Sie diesen gründlich: Checken Sie Handelsregisterauszüge,
Adressdaten und Identitätsnachweise. Fordern Sie
Versicherungsbestätigungen,
- Nutzen Sie Auskunfteien und Anfragen bei den jeweiligen
Registern zum Gegencheck.
- Fordern Sie vor der Abholung der Waren das Kennzeichen des
entsandten Fahrzeugs, den Namen des Fahrers und Ausweiskopien
an. Nehmen Sie einen Abgleich der Daten vor, wenn der LKW an der
Ladestelle erscheint.
- Das Angebot ist zu günstig um wahr zu sein? Dann ist es das
wahrscheinlich auch nicht.
- Ihnen kommen Zweifel? Verladen Sie die Waren nicht, sondern
informieren Sie die Polizei. (cs)Rückfragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Kleve
Pressestelle Polizei Kleve
Telefon: 02821 504 1111
E-Mail: pressestelle.kleve@polizei.nrw.de
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