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Polizei Dortmund

POL-DO: Gold und Bargeld erbeutet: Polizei sucht Zeugen und warnt erneut vor Schockanrufen

Dortmund (ots)

Lfd. Nr.: 0188

Nach zwei Betrugsstraftaten zum Nachteil älterer Menschen warnt die Polizei erneut und sucht Zeugen. Die Täter erbeuteten Gold und Bargeld im sechsstelligen Wert.

Betrüger sind kreativ und lassen sich immer wieder neue Maschen einfallen. Besonders ältere Menschen stehen im Fokus sogenannter Schockanrufe. In den vergangenen Tagen waren die Betrüger in Dortmund leider erneut erfolgreich. Die Taten stehen nach derzeitigen Erkenntnissen in keinem direkten Zusammenhang. Sie verdeutlichen aber, wie manipulativ die Täter vorgehen.

Am Montagabend (02.03.) klingelte das Telefon eines 77-jährigen Dortmunders in Lücklemberg. Am anderen Ende meldete sich ein angeblicher Polizist, der dem Senior eine beunruhigende Geschichte erzählte: Angeblich wäre der Mann ins Visier eines Clans geraten. Die Männer seien gefährlich, bewaffnet und hätte es auf seine Wertgegenstände abgesehen. In mehreren, teils stundenlangen Telefonaten, übte der "Polizist" großen Druck auf den Senior aus.

Dienstagmittag (03.03.) gegen 13 Uhr erschien schließlich ein angeblicher Kriminalpolizist, der Gold aus dem Tresor des Seniors entnahm. Auch hier hielten die Betrüger telefonischen Kontakt zu dem 77-Jährigen. Erst Stunden später wurde der Mann misstrauisch und verständigte die "echte" Polizei. Der Schaden: über 200.000 Euro.

Der vermeintliche Kriminalpolizist kann wie folgt beschrieben werden: ca. 25 Jahre alt und 180 cm groß. Schlanke Statur, helle Haut. Er trug einen dunklen Overall, eine schwarze Mütze und eine Tasche. Die Polizei fragt: Wer hat in den Mittagsstunden verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge im Bereich der Kirchhörder Straße gesehen? Hinweise bitte an die Kriminalwache unter 0231/132-7441.

In den vergangenen Wochen gerieten auch vermehrt russischsprachige Seniorinnen und Senioren in den Fokus der Betrüger. Ein aktueller Fall ereignete sich ebenfalls am Dienstag (03.03.) in Dortmund-Rahm: Gegen 8:30 Uhr wurde eine 74-Jährige gebürtige Russin von ihrer "Tochter" angerufen. Diese erzählte panisch, dass sie mit ihrem Auto eine Frau aus Belarus angefahren hätte. Da diese nicht in Deutschland versichert sei, müsse nun Geld für die Behandlung im Krankenhaus bereitgestellt werden.

Zwischenzeitlich übernahm auch hier ein "Polizist" das Gespräch und bestätigte die Angaben. Durch zahlreiche Anrufe und emotionalen Druck wurde der Seniorin keine Möglichkeit gegeben, ihre echte Tochter anzurufen und den Sachverhalt zu verifizieren. Schließlich übergab die 74-Jährige insgesamt zweimal Bargeld - insgesamt einen niedrigen fünfstelligen Betrag - an die Betrüger.

Bei der ersten Übergabe fuhr der Täter in einem schwarzen Kombi vor. Er konnte als ca. 25 bis 30 Jahre alt beschrieben werden. Der Mann hatte ein rundes Gesicht mit einer platten Nase, eine kräftige Statur und dunkle Haut. Außerdem trug er ein Kopftuch.

Der zweite Täter fuhr ein weißes Auto. Er wurde ebenfalls als etwa 25 bis 30 Jahre alt beschrieben, außerdem hatte er einen schwarzen Bart und schwarze Haare.

Die Polizei fragt auch hier: Wer hat im Bereich der Boschstraße verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer kann Angaben zu den Tätern und/oder den Fahrzeugen machen? Hinweise bitte auch hier an die Kriminalwache unter 0231/132-7441.

Die Polizei warnt an dieser Stelle erneut vor den vielfältigen Betrugsmaschen am Telefon. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten über die Maschen! Wir geben Ihnen dabei folgende Hinweise:

   - Betrüger begeben sich noch immer gerne über das Telefonbuch auf 
     die Suche nach potenziellen Opfern. Sie halten Ausschau nach 
     Namen, die auf ältere Personen schließen lassen. Überlegen Sie, 
     in welchem Umfang Sie noch im Telefonbuch vertreten sein müssen.
     Vielleicht ist es sinnvoll, zumindest den Vornamen löschen zu 
     lassen.
   - Die Polizei fordert niemals zur Herausgabe einer Kaution auf. 
     Niemals holen Polizei, Staatsanwaltschaft und andere 
     Beschäftigte der Justiz eine Kaution ab.
   - Geben Sie auch keine Details zu ihren familiären Verhältnissen 
     preis. Legen Sie sofort den Telefonhörer auf, sobald Ihr 
     Gesprächspartner um Geld oder um Kontodaten von Ihnen bittet!
   - Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei unter der 110, 
     wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten haben - egal, ob Sie 
     den Betrug erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls 
     sogar geschädigt worden sind.
   - Sollte eine verdächtige Person bei Ihnen geklingelt haben, 
     verständigen Sie bitte die Polizei unter 110 - egal, ob es zu 
     einem Betrug gekommen ist oder nicht. Denn Betrügerinnen und 
     Betrüger lassen nicht nach. Sie werden es in der Nachbarschaft 
     oder in der Stadt weiter versuchen.
   - Übergeben Sie Ihr Geld niemals an unbekannte Personen oder 
     deponieren es an irgendeinem Ort!
   - Die meisten Ziele dieser Maschen sind Seniorinnen und Senioren. 
     Angehörige oder andere Vertraute sollten mit Ihnen über die 
     Arbeit der Täter sprechen und "Abwehrstärke" erzeugen. Denn das 
     resolute Auftreten gegen Trickbetrüger/-innen ist am Telefon 
     oder an der Haustür nicht unfreundlich.
   - Halten Sie als Angehöriger oder Nachbar Kontakt! Tauschen Sie 
     Erreichbarkeiten mit älteren Verwandten, Freunden oder auch 
     Nachbarn aus. Bieten Sie sich als Ansprechpartner an, falls 
     diese sich in einer Situation unwohl fühlen, sie zweifelhafte 
     Begegnungen haben und sich rückversichern wollen. Häufig zögern 
     gerade Seniorinnen und Senioren, sich mit ihren Zweifeln und 
     Anliegen an Verwandte und Bekannte zu wenden - in der Sorge zu 
     stören oder "sich etwas einzubilden". Nehmen Sie vertrauten 
     Menschen diese Sorge!

Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an:

Polizei Dortmund
Tobias Nico Boccarius
Telefon: 0231/132-1024
E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de
https://dortmund.polizei.nrw/

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