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05.03.2019 – 15:32

Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau

POL-WE: Mit Produkttests Geld verdienen? Tolle Sache - gäbe es da nicht diverse Betrüger

Friedberg (ots)

Es klingt verlockend: Das Angebot als Produkttester Geld zu verdienen. Schnell finden sich im Internet entsprechende Anbieter, die genau damit Werbung machen. Doch Vorsicht ist geboten: Es gibt etliche schwarze Schafe, die sich dieses Metier für ihre Betrugshandlungen ausgesucht haben. Ihr Ziel: Persönliche Daten der interessierten Produkttester abgreifen. Immer mehr Betroffene melden sich derzeit auch bei der Wetterauer Polizei. Sie sind Opfer eines Betruges geworden oder hätten es werden sollen.

Ein Bad Nauheimer beispielsweise fand im Internet vor ein paar Tagen ein Angebot als Produkttester, welches ihm sehr verlockend erschien. Er bewarb sich und erhielt kurz darauf eine Bestätigungsmail der Vermittlungsfirma und einen ersten Auftrag. "Willkommen zu Ihrem ersten Testauftrag," so begann die Mail, deren folgender Auftrag dem Bad Nauheimer viele Infos entlocken sollte. Er wurde aufgefordert die Direktbank N26 auszuprobieren, sollte sich per App bei der Bank testweise anmelden. Ein Bild seines Personalausweises bräuchte er und ein Ident-Verfahren müsste er durchlaufen, hieß es weiter in der Mail. Dem Bad Nauheimer kamen zum Glück schnell erhebliche Zweifel. Ihm wurde bewusst, wie viele persönliche Daten er weitergegeben sollte und dass er ein reales Konto bei der Direktbank abschließen würde, wenn er dem Auftrag Folge leistet. Ein Anruf bei der Direktbank bestätigte dem Bad Nauheimer seinen Betrugsverdacht. Das Unternehmen führt nämlich keine Produkttests durch. Er ging daher nicht weiter auf den Produkttest ein und informierte stattdessen die Polizei, auch um andere vor der Betrugsmasche zu warnen.

Der Fall des Bad Nauheimers ist kein Einzelfall. Wer im Internet sucht, wird viele vergleichbare Fälle und Erfahrungsberichte finden, bei denen Menschen von falschen Produkttest-Firmen übers Ohr gehauen wurden bzw. betrogen werden sollten. Die Täter schalten im Internet Stellenangebote, nutzen dabei oft den guten Namen real existierender Firmen, deren Internetseiten sie ohne deren Wissen nachahmen. Melden sich Jobsuchende, dann geben die Täter entweder einen entsprechenden Produkttestauftrag, bei dem persönliche Daten abgefragt werden oder fordern diese vorab zur Identifizierung des Bewerbers ein. Ein Bild des Personalausweises, ein Selfi mit dem Ausweis in der Hand und manchmal auch die Bankdaten der Bewerber, sind dabei die begehrtesten Daten für die Täter hinter den Fake-Jobangeboten. Die Betrüger geben, wie im Fall des Bad Nauheimers, konkrete Anweisungen, wie vorzugehen ist. Dazu dann auch gleich noch eine Warnung, wie sie auch der Nauheimer Tester bekommen hat:

"WICHTIG: Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, darf der Mitarbeiter nicht merken dass wir ihn prüfen. Sie treten als normaler Kunde auf, Sie dürfen nicht preisgeben dass Sie als Testkunde tätig sind. Die Mitarbeiter der N26 Bank sind dazu angewiesen worden, offensichtliche Tester zu melden. Falls wir benachrichtigt werden, dass Sie im Verdacht stehen kein echter Kunde zu sein, können wir Ihnen leider keine Aufwandsentschädigung zahlen und müssen Sie leider für weitere Tests sperren."

Am Ende haben die Betrüger dann das was sie wollen: Alle Daten, die sie brauchen, um auf den Namen des auf sie reingefallenen Produkttesters ein Konto zu eröffnen - oder eben ein direkt von ihm eröffnetes Bankkonto. Damit können sie dann allerlei anstellen: beispielsweise Kredite beantragen oder das Konto für Geldwäsche-Geschäfte nutzen. Immer wieder merken vermeintliche Produkttester erst dann, dass sie auf Betrüger hereingefallen sind, wenn sie als Kontoinhaber eine Vorladung der Polizei erhalten, weil ihr Konto für Betrugshandlungen genutzt wurde.

Es gilt also sehr vorsichtig zu sein und die eigenen Daten zu schützen.

Ihre Daten gehören Ihnen! Machen Sie den Plausibilitättest, bevor Sie diese an Dritte weitergeben. Rufen Sie beispielsweise bei dem Jobanbieter an. Gibt es auf der Internetseite keine Telefonnummer? Dann sollten Sie bereits stutzig werden! Stimmt das Impressum? Ist die angebotene Summer für den Produkttest realistisch? Was sagen andere Internetnutzer über das Angebot?

Wenn Sie auf die Betrüger reingefallen sind: Wenden Sie sich an die Bank, lassen Sie das eröffnete Konto sofort sperren und informieren Sie die Polizei. Dies gilt auch, wenn kein Bankkonto eröffnet wurde, Sie aber eine Ausweiskopie oder andere Daten an vermeintliche Betrüger weitergegeben haben. Auch diese persönlichen Daten können die Betrüger für dubiose Machenschaften nutzen.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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