POL-Bremerhaven: Mehr als die Hälfte der Zweiradfahrer mit Fehlverhalten - Umfangreiche Kontrollen zum Aktionstag "sicher.mobil.leben"
Bremerhaven (ots)
"Zweiräder im Blick": Das ist das Motto der diesjährigen Verkehrssicherheitsaktion "sicher.mobil.leben". Beim gemeinsamen Aktionstag der Polizeien in allen Bundesländern beteiligte sich am Dienstag, 28. April, auch die Polizei Bremerhaven. An vielen unterschiedlichen Stellen kontrollierten die Einsatzkräfte Verkehrsteilnehmer, die beispielsweise auf Fahrrädern, Motorrädern, E-Scootern, Pedelecs und anderen Zweirädern unterwegs waren. Unterstützung erhielten die Bremerhavener Polizeibeamten von angehenden Polizistinnen und Polizisten der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen.
Kontrolliert wurden 289 Personen und 281 Fahrzeuge. Hierbei erhielten sechs Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Strafanzeige. Anlässe hierfür waren unter anderem Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren lassen ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. 44-mal fertigten die Einsatzkräfte Ordnungswidrigkeitenanzeigen - beispielsweise für die Handynutzung während der Fahrt oder Rotlichtverstöße, in 88 Fällen wurden mündliche Verwarnungen ausgesprochen. Zudem musste eine kontrollierte Person eine Blutprobe abgeben, da der Verdacht des Fahrens unter Alkohol- bzw. Drogeneinflusses bestand.
Ein besonderer Fokus lag auf der verkehrten Nutzung von Straßen und Wegen bzw. der Nutzung entgegen der Fahrtrichtung. Von 126 kontrollierten Fahrrädern haben insgesamt 51 den Gehweg oder die Fußgängerzone befahren oder sind entgegen der Fahrtrichtung gefahren. Von 101 kontrollierten Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern haben insgesamt 21 verkehrswidrig den Gehweg oder die Fußgängerzone befahren oder sind entgegen der Fahrtrichtung gefahren. Die für den Einsatz verantwortlichen Beamten hoben hervor, dass sich mehr als der Hälfte der im Stadtgebiet kontrollierten Zweiradfahrerinnen und -fahrer nicht an die Verkehrsregeln hielt.
Einige kuriose Feststellungen machten die Einsatzkräfte während der Kontrollen:
So wurde ein vermeintliches Pedelec überprüft, bei dem im Lauf der Kontrolle zahlreiche Umbauten festgestellt wurden. Somit handelte es sich um ein fahrerlaubnispflichtiges Kraftfahrzeug. Der Fahrer hatte keine passende Fahrerlaubnis, das Kraftfahrzeug keine Betriebserlaubnis. Und die Höchstgeschwindigkeit lag offenbar bei rund 70 km/h. Im Rahmen des Strafverfahrens stellten die Beamten das Zweirad als Beweismittel sicher.
Ebenfalls technisch manipuliert wurde ein E-Scooter, bei dem die Höchstgeschwindigkeit von 20 auf 40 km/h gesteigert worden war. Dementsprechend hatte auch dieses Fahrzeug keine Betriebserlaubnis - die Beamten stellten den Roller sicher.
Für einen Motorradfahrer im Bereich Stresemannstraße/Spadener Straße war die Fahrt auch rasch beendet. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass das Zweirad über diverse, nicht eingetragene Umbauten verfügte. Darüber hinaus wurde die Abgasanlage derart manipuliert, dass das Motorrad deutlich lauter war als zugelassen. Da der Verdacht bestand, dass die Betriebserlaubnis des Motorrades erloschen war, wurde die Maschine sichergestellt und muss nun durch einen Gutachter überprüft werden. Darüber hinaus war der Fahrer des Kraftrads nicht im Besitz der notwendigen Fahrerlaubnis.
Mutmaßlich unter Drogeneinfluss war ein E-Scooter-Fahrer unterwegs, den die Beamten am Hauptbahnhof kontrollierten. Nach diversen körperlichen Funktionstests bestand der Verdacht, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Er räumte ein, vor nicht allzu langer Zeit Cannabis konsumiert zu haben. Eine Blutentnahme wurde angeordnet.
Zur Aktion "sicher.mobil.leben": Basierend auf einem Beschluss der Innenministerkonferenz organisiert die Polizei jedes Jahr seit 2018 eine eintägige, bundesweite Verkehrssicherheitsaktion unter dem Motto sicher.mobil.leben mit jährlich wechselndem thematischem Schwerpunkt. In diesem Jahr hat die Polizei Hamburg die Federführung übernommen, da Hamburg in diesem Jahr den Vorsitz der Innenministerkonferenz innehat.
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