POL-Bremerhaven: Veröffentlichung der PKS für das Jahr 2025 - Einbruch in Wohnungen ist rückläufig
Bremerhaven (ots)
Der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Volker Ortgies, blickt zuversichtlich auf die Veröffentlichung der PKS für das Jahr 2025, denn der seit 2021 zu verzeichnende Trend des Anstiegs der Gesamtstraftaten wurde gestoppt und die Aufklärungsquote ist gestiegen. In der Stadt Bremerhaven wurden im Jahr 2025 insgesamt 14.643 Straftaten von der Polizei bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Im Vergleich zum Jahr 2024 (15.730) ist die Anzahl der in der PKS erfassten Straftaten damit um 6,9 Prozent gesunken. Die Aufklärungsquote liegt 2025 bei 52,3 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2024: 49,9 Prozent).
Volker Ortgies führt aus, dass die Polizei in den vergangenen Jahren etliche Veränderungen innerhalb der Organisation und der internen Prozesse angestrengt hat, um die zugewiesenen Aufgaben noch effizienter wahrzunehmen. Er ergänzt: "Unsere Mitarbeiter:innen haben dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen dem Ermittlungsdienst, dem Einsatzdienst und der Prävention noch enger zu verzahnen. Mit hoher Einsatzbereitschaft haben sie gemeinsam mit unseren vielen Partnern in der Stadt einen Beitrag zur Steigerung der Sicherheit in Bremerhaven leisten können."
Der Leiter der Kriminalpolizei, Benjamin Siebert, führt aus: "Die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den verschiedenen Einheiten trägt zu einem ganzheitlichen Verständnis der Kriminalitätsphänomene bei. So können sowohl in der Strafverfolgung als auch in der Prävention konkrete Maßnahmen getroffen werden, um auf die Kriminalitätsentwicklung einzuwirken."
In der Betrachtung der Gesamtstraftaten stellen die Delikte der Eigentumskriminalität mit 52,2 Prozent (2024: 52,2 Prozent) erneut den überwiegenden Anteil dar. Hierunter werden die Vermögens- und die Diebstahlsdelikte zusammengefasst. Besonders prägend ist auch in diesem Jahr der Anteil der Diebstahlsdelikte mit erneut 38,7 Prozent (2024: 38,7 Prozent).
Volker Ortgies und Benjamin Siebert sind erfreut darüber, dass beim Wohnungseinbruchdiebstahl ein Rückgang der angezeigten Taten von 23,4 Prozent zu verzeichnen ist. So wurden 2025 insgesamt 275 Taten bearbeitet (2024: 359). Zudem ist die Aufklärungsquote 2025 auf 15,3 Prozent (2024: 7,0 Prozent) gestiegen. Volker Ortgies führt dazu aus: "Ich freue mich sehr über diese positive Entwicklung. Der Wohnungseinbruch trifft die Menschen in ihrer Privatsphäre und hat einen enormen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl. Daher ist es für uns von hoher Bedeutung, in diesem Deliktsfeld solche Fortschritte gemacht zu haben." Der Leiter der Kriminalpolizei ergänzt: "Wir haben in den letzten Jahren viele Maßnahmen ergriffen, um hier noch erfolgreicher zu sein. Im vergangenen Jahr konnten wir viele Spuren, wie z.B. DNA und Fingerabdrücke, verschiedenen Tatverdächtigen zuordnen. Darüber hinaus haben wir durch die Auswertung von Videoaufnahmen viele Hinweise erhalten können."
Kritisch betrachten Volker Ortgies und Benjamin Siebert die Entwicklung im Bereich der Rohheitsdelikte. "Die Tendenz Konflikte durch Gewalt zu lösen, setzt sich in der Gesellschaft leider ungehindert fort," führt der Direktor der Ortspolizeibehörde aus. Er ergänzt: "Es treibt uns alle um, dass die Gewalt gegen Polizeibeamte um 21,6 Prozent angestiegen ist. Dies bestärkt uns darin, weiterhin alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, damit unsere Mitarbeiter:innen für ihre Aufgabe so gut wie möglich ausgebildet und ausgerüstet sind." In 2025 wurden insgesamt 169 Taten verzeichnet (2024: 139). Besonders auffällig ist, dass viele der Täter unter dem Einfluss von Rauschmitteln stehen.
Benjamin Siebert blickt besorgt auf die Entwicklung im Deliktsfeld der häuslichen Gewalt. "Dieses Deliktsfeld umfasst alle Fälle, die der innerfamiliären und der partnerschaftlichen Gewalt zugeordnet werden. Wir haben hier in den vergangenen Jahren viel investiert und so zu einer Vergrößerung des Hellfeldes beigetragen. Mittlerweile bewegen wir uns auf einem stabilen hohen Niveau bei den Fallzahlen." Im Jahr 2025 sind bei der Polizei 886Taten (2024: 887) bearbeitet worden. Der Anteil der männlichen Täter beträgt 75,2 Prozent. Volker Ortgies führt dazu aus: "Ich unterstütze die Entwicklung, dass zukünftig neben den vielen Hilfsangeboten, die durch die Polizei und unsere Netzwerkpartner unterbreitet werden, auch der Einsatz der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel) möglich ist. Dies ist ein wichtiger Schritt, der dem Schutz der Betroffenen dient und sie dabei unterstützt, die Hilfsangebote wahrzunehmen und sich gewaltdominierten Beziehungen zu entziehen."
Betrachtung ausgewählter Delikte:
Im vergangenen Jahr wurden in Bremerhaven insgesamt 16 Ermittlungsverfahren zu Tötungsdelikten geführt (2024: 14), die alle als versuchte Taten in die PKS eingegangen sind. Insgesamt können zwei der Taten dem Bereich der häuslichen Gewalt zugeordnet werden.
Die Anzahl der Raubstraftaten ist um 5,9 Prozent auf 192 Taten (2024: 204) gesunken. Diese Entwicklung ist unter anderem auf den Rückgang im Bereich des Straßenraubes um 17,08 Prozent zurückzuführen. Dort wurden in 2025 insgesamt 83 Taten bearbeitet (2024: 101). Auf einem unveränderten Niveau bewegen sich die bearbeiteten Fälle von Körperverletzungen (2024: 1.763 Taten / 2025: 1.781 Taten). Veränderungen sind jedoch in der Schwere der Übergriffe festzustellen. Gefährliche und Schwere Körperverletzungen sind um 11,1 Prozent auf 541 Taten (2024: 487 Taten) gestiegen. Gerade im Bereich der Körperverletzungsdelikte handelt es sich überwiegend um Taten, bei denen Geschädigte und Opfer eine Vorbeziehung zueinander haben.
Die Anzahl der Bedrohungen bewegt sich mit 783 Delikten wiederholt auf auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 743 Taten). Eine differenziertere Betrachtung der angezeigten Taten ergibt, dass sich etwa 25,2 Prozent der Taten im Rahmen der häuslichen Gewalt ereignen.
In der Stadt Bremerhaven wurden insgesamt 143 Messerangriffe registriert. Dies ist ein Anstieg um 34,9 Prozent (2024: 106 Taten). Hierunter fallen alle Tathandlungen, bei denen der Täter den Angriff mit einem Messer angedroht oder ausgeführt hat. "Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit der Ausdehnung von Messerverboten im öffentlichen Raum, für die zuletzt im Land Bremen eine Rechtsgrundlage geschaffen wurde", führt Volker Ortgies aus.
Die Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern sind um 29,3 Prozent auf 41Taten (2024: 58) gesunken. Auch im Bereich der Taten der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornographie ist ein erheblicher Rückgang um 31 Prozent festzustellen (2025: 107 / 2024: 155 Taten).
Die Straßenkriminalität hat um 15,5 Prozent zugenommen. Darunter ist ein signifikanter Anstieg der Taschendiebstähle (54,7 Prozent) und der Diebstähle an/aus Kfz (+ 43,1 Prozent) zu erkennen.
Die Auswertung der angezeigten Taten zeigt auch in Bremerhaven einen Anstieg der Tatbegehung im Internet und der sog. Cyber-Crime Delikte um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. In 2025 wurden insgesamt 126 Taten bearbeitet (2024: 94). In 70,6 Prozent der Fälle wurden das Ausspähen oder Abfangen von Daten zur Anzeige gebracht.
Fazit:
Der Leiter der Kriminalpolizei, Benjamin Siebert, verweist auf die vielen Veränderungen, die in den Erscheinungsformen und der Durchführung von Kriminalität in den letzten Jahren verzeichnet worden sind. Er führt dazu aus: "Diese Veränderungen werden von uns ständig beobachtet und in die Planungen und Durchführung polizeilicher Aufgabenwahrnehmung einbezogen. Die positive Entwicklung der Fallzahlen und der Aufklärungsquoten zeigen, dass wir mit den Anpassungen unserer Organisation und der Ermittlungsarbeit in den zurückliegenden Jahren den richtigen Weg eingeschlagen haben."
Der Direktor der Ortspolizeibehörde, Volker Ortgies, verweist darauf, dass Kriminalität nicht nur anhand der Zahlen oder vorliegender Statistiken betrachtet werden kann. Er führt dazu aus: "Kriminalität muss im Kontext sozialer, wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen betrachtet werden, um die dahinterliegenden Ursachen zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten. Die Bekämpfung dieser Ursachen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert eine gemeinsame Anstrengung der vielen Netzwerke und Sicherheitspartner in der Stadt Bremerhaven."
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