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Polizeipräsidium Heilbronn

POL-HN: Verkehrsbericht 2025 Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Heilbronn (ots)

Positive Gesamtentwicklung im Zehnjahresvergleich

Zusammenfassung:

   -	Positive Gesamtentwicklung: Im Jahr 2025 zeigt sich eine 
positive Entwicklung bei den Verkehrsunfällen im Bereich des 
Polizeipräsidiums Heilbronn. Es wurden 25.222 Verkehrsunfälle 
registriert, was einem Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zum 
Vorjahr entspricht.
   -	Rückgang bei Schwerverletzten und Unfällen mit Fußgängern: Es 
gab einen deutlichen Rückgang bei den Schwerverletzten (467 Fälle, 
der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre) und bei Unfällen mit 
Fußgängern (203 Fälle, deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt). 
Kein Fußgänger kam im Jahr 2025 ums Leben.
   -	Anstieg bei Unfällen durch nicht angepasste Geschwindigkeit: Die
Zahl der Unfälle, die auf nicht angepasste oder überhöhte 
Geschwindigkeit zurückzuführen sind, stieg um 14 Prozent bei Unfällen
mit Personenschaden.
   -	Elektrokleinstfahrzeuge: Die Unfälle mit 
Elektrokleinstfahrzeugen stiegen um 26 Prozent auf 164 Fälle, wobei 
129 Fälle zu Personenschäden führten. -	Rückgang bei Alkoholunfällen:
Es gab einen Rückgang bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss (351
Fälle, deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre).
   -	Anstieg bei Unfällen unter Cannabiseinfluss: Die Zahl der 
Unfälle, bei denen der Einfluss von Cannabis eine Rolle spielte, 
stieg von 35 auf 44 Fälle.
   -	Seniorinnen und Senioren: Es zeigt sich ein negativer Trend bei 
den Gesamtunfallzahlen mit Seniorinnen und Senioren, mit einer 
Zunahme der getöteten Seniorinnen und Senioren sowohl landesweit als 
auch im Präsidiumsbereich.
   -	Kinder: Die Zahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, 
stieg um 12 Prozent, wobei ein Kind getötet, 14 Kinder schwer und 205
Kinder leicht verletzt wurden.
   -	Poser- und Raserszene: Das Polizeipräsidium Heilbronn 
intensivierte die Maßnahmen gegen die Poser- und Raserszene und 
verzeichnete eine deutliche Zunahme bei den Kontrollmaßnahmen und 
festgestellten Verstößen.

Einleitung:

"Hinter jeder Zahl steht ein persönliches Schicksal. Umso positiver ist es, dass wir im Jahr 2025 eine positive Entwicklung feststellen können", beschreibt Polizeipräsident Frank Spitzmüller die aktuelle Verkehrsunfalllage. Im Jahr 2025 registrierte das Polizeipräsidium Heilbronn insgesamt 25.222 Verkehrsunfälle. Dies entspricht einem Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sank um drei Prozent auf 2.600 Fälle. Besonders bemerkenswert ist der deutliche Rückgang bei den Schwerverletzten: Mit 467 schwer verletzten Personen wurde der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht. Die Zahl der Verkehrstoten blieb mit 33 Personen auf dem Niveau des Vorjahres. Im Zehnjahresvergleich bewegt sich dieser Wert jedoch unter den Höchstständen der Jahre 2017 bis 2019. "Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Dennoch zeigt der langfristige Trend, dass unsere kontinuierliche Verkehrsüberwachung und Präventionsarbeit Wirkung entfalten. Unser Ziel bleibt die Vision Zero - ein Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte", so Spitzmüller weiter.

Unfallursachen:

Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit bleibt auch 2025 eine der zentralen Unfallursachen. Insgesamt wurden 1.147 Unfälle auf zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückgeführt. Bei Unfällen mit Personenschaden war sie in 618 Fällen ursächlich, was einer Steigerung um 14 Prozent entspricht. "Die gefahrene Geschwindigkeit entscheidet maßgeblich über die Schwere der Unfallfolgen. Wer zu schnell unterwegs ist, verkürzt seinen Reaktionsweg erheblich und erhöht das Risiko schwerer Verletzungen. Gleichzeitig kann hier der Verkehrsteilnehmende selbst den höchsten Einfluss auf schwerwiegende Unfallfolgen nehmen. Die Statistik zeigt deutlich, wir müssen weiterhin konsequent Geschwindigkeitskontrollen durchführen.", betont die Leiterin der Schutzpolizeidirektion, Leitende Polizeidirektorin Eva Weispfenning.

Auch die Ursache Ablenkung zeigte erneut einen Anstieg. "Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit - etwa durch die Nutzung eines Mobiltelefons - kann gravierende Folgen haben. Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ist keine Option, sondern Pflicht", so Weispfenning.

Erfreulich ist die Entwicklung bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss. Mit 351 Fällen wurde ein Wert erreicht, der deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt. Auch die Zahl der alkoholbedingten Unfälle mit Personenschaden ging spürbar zurück. Gleichzeitig ist die Zahl der folgenlosen und somit entdeckten Trunkenheitsfahrten auf einem Höchststand. "Diese Entwicklung zeigt, dass ein hoher Überwachungsdruck, Sensibilisierung und ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein Wirkung zeigen. Dennoch bleibt klar: Alkohol und Straßenverkehr sind nicht vereinbar", erklärt Polizeipräsident Spitzmüller.

Selbiges gilt für Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Cannabisprodukten. Die Zahl der Unfälle, bei denen der Einfluss von Cannabis eine Rolle spielt stieg um neun Fälle von 35 aus dem Jahr 2024 auf 44 im Jahr 2025. Es ist hierbei von größter Bedeutung, dass nicht der Eindruck entsteht, dass mit der Gesetzesänderung auch das Fahren unter Cannabiseinfluss toleriert oder gar legalisiert wurde. "Dem ist nicht so, wir haben bei unserem ganzheitlichen Kontrollansatz auch immer ein Auge auf unter Cannabiseinfluss stehende Verkehrsteilnehmer," so die Leiterin der Schutzpolizeidirektion Eva Weispfenning.

Elektrokleinstfahrzeuge:

Sorge bereitet weiterhin die Entwicklung im Bereich der Elektrokleinstfahrzeuge. Die Zahl der Unfälle stieg im Jahr 2025 um 26 Prozent auf 164 Fälle. In 129 Fällen kam es dabei zu Personenschäden. Zehn Personen wurden schwer, 113 leicht verletzt, eine Person kam ums Leben. Ein großer Anteil dieser Unfälle ereignet sich im Stadtgebiet Heilbronn. Die Gründe dafür sind im Nutzungsverhalten der Fahrenden und insbesondere in der hohen Verfügbarkeit zu finden. "Elektrokleinstfahrzeuge werden häufig unterschätzt - sowohl hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit als auch ihres Gefährdungspotenzials. Fehlende Schutzkleidung und mangelnde Regelkenntnis tragen zusätzlich zum Verletzungsrisiko bei", erläutert Eva Weispfenning die Problematik. Das Polizeipräsidium Heilbronn wird diesen Bereich weiterhin intensiv beobachten.

Fußgängerinnen und Fußgänger:

Positiv bewertet wird der deutliche Rückgang bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Fußgängerinnen und Fußgängern. Mit 203 Fällen liegt die Zahl deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 255 Fällen. Besonders positiv ist der Rückgang bei Unfällen mit Personenschaden. Im Jahr 2025 kam kein Fußgänger im Zuständigkeitsbereich ums Leben. "Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmenden. Gegenseitige Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit - insbesondere im innerörtlichen Bereich - sind entscheidende Faktoren für diese positive Entwicklung", so Weispfenning.

Unfallbeteiligte:

Bei den jungen Erwachsenen ist eine vielversprechende Entwicklung zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in dieser Altersgruppe ging im Jahr 2025 zurück und liegt deutlich unter den Werten der Jahre vor 2020. Insbesondere die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten ist deutlich gesunken. "Unsere zielgruppenorientierten Präventionsangebote - von schulischen Veranstaltungen bis hin zu speziellen Programmen für Fahranfängerinnen und Fahranfänger - tragen nachhaltig zur Sensibilisierung bei. Gerade junge Menschen müssen frühzeitig für Risiken wie Geschwindigkeit, Ablenkung und Alkohol sensibilisiert werden", erklärt die Leiterin des Referats Prävention, Kriminalhauptkommissarin Maria Ostertag.

Eine differenzierte Betrachtung zeigt hingegen einen negativen Trend bei den Gesamtunfallzahlen mit Seniorinnen und Senioren: In Baden-Württemberg stieg die Zahl dieser Unfälle um 4 Prozent, auf Präsidiumsebene um 6 Prozent. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden erhöht sich im Land von 8.265 auf 8.629, während im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn mit 595 Fällen nahezu unveränderte Werte verzeichnet werden. Auch bei den getöteten Seniorinnen und Senioren ist statistisch sowohl landesweit als auch im Präsidiumsbereich eine Zunahme zu beobachten. In Baden-Württemberg kamen im Jahr 2025 insgesamt 148 Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr ums Leben, im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn sind es zwölf Getötete. Mit zunehmendem Lebensalter verändern sich Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung, was sich im Unfallgeschehen widerspiegeln kann. "Seniorinnen und Senioren verfügen über einen großen Erfahrungsschatz im Straßenverkehr. Gleichzeitig können altersbedingte Einschränkungen eine Rolle spielen. Wichtig ist daher eine ehrliche Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sowie die Bereitschaft, gegebenenfalls freiwillige Trainings- oder Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen", betont die Leiterin der Schutzpolizeidirektion Eva Weispfenning. Das Polizeipräsidium Heilbronn setzt deshalb weiterhin auf spezielle Informations- und Beratungsangebote für ältere Verkehrsteilnehmende, um Mobilität und Sicherheit möglichst lange in Einklang zu bringen.

Neben den Senioren ist auch die Zahl der verunfallten Kinder gestiegen. Insgesamt wurden 2025 152 Unfälle registriert, bei denen Kinder beteiligt waren. Das stellt einen Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zu 136 Fällen im Vorjahr dar. Zu Personenschäden kam es bei 135 der genannten Unfälle. Hierbei wurde ein Kind getötet, 14 Kinder schwer verletzt und 205 Kinder leicht verletzt. Insbesondere die Zahl der schwer verletzten Kinder sank um 56 Prozent von 32 Kindern aus dem Vorjahr auf nun 14. Bei den schweren Unfallfolgen spielt die richtige Sicherung von Kindern in Fahrzeugen eine erhebliche Rolle. Schulwegkontrollen zeigen, dass hier oftmals nachlässig gehandelt wird. Die Zahl der Unfälle mit Radfahrenden ging leicht zurück. Auch die Beteiligung von Pedelecs war geringfügig rückläufig. Parallel dazu wurden die Kontrollmaßnahmen im Fahrrad- und Pedelecbereich deutlich ausgeweitet.

Poser- und Raserszene:

Im Bereich der Poser- und Raserszene wurden die Maßnahmen im Jahr 2025 nochmals intensiviert. Statistisch gesehen nimmt das Polizeipräsidium Heilbronn landesweit eine Spitzenposition ein. Insgesamt wurden 4.283 Fahrzeuge kontrolliert. Die eingesetzten Personenstunden (3.369) stiegen deutlich, ebenso die Zahl der festgestellten Verstöße im Bereich Posing und illegales Tuning. Die polizeirechtlichen Beschlagnahmen mehrerer Poserfahrzeuge aufgrund wiederholter Verstöße im Oktober 2025 und Februar 2026 unterstreichen die Null-Toleranz-Strategie des Polizeipräsidiums in diesem Bereich. "Rücksichtsloses Verhalten, unnötige Lärmbelästigung und technische Manipulationen gefährden die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Wir werden hier auch künftig konsequent einschreiten", betont Polizeivizepräsident Markus Geistler.

Resümee:

Polizeipräsident Frank Spitzmüller fasst zusammen: "Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt eine insgesamt positive Entwicklung. Weniger Schwerverletzte, deutlich rückläufige Zahlen bei den Alkoholunfällen und ein starker Rückgang bei Unfällen mit Fußgängern bestätigen unsere intensive Verkehrsüberwachungs- und Präventionsarbeit. Gleichzeitig bleiben Geschwindigkeit und Elektrokleinstfahrzeuge sowie Senioren und Kinder zentrale Herausforderungen. Gemeinsam werden wir auch weiterhin alles daransetzen, den Straßenverkehr in unserer Region für alle Bürgerinnen und Bürger sicherer zu machen." Die ausführliche Verkehrsunfallstatistik für den Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn finden Sie auf unserer Internetseite unter diesem Link: https://ppheilbronn.polizei-bw.de/statistiken/

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Heilbronn
E-Mail: heilbronn.pp.sts.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

Original-Content von: Polizeipräsidium Heilbronn, übermittelt durch news aktuell

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