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14.10.2021 – 08:25

Heilbronner Stimme

Jugendforscher Klaus Hurrelmann: Absenkung des Wahlalters wird kommen

Berlin (ots)

Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann rechnet in absehbarer Zeit mit einer Absenkung des Wahlalters. Der Sozialwissenschaftler, der an der Hertie School of Governance lehrt, sagte der "Heilbronner Stimme", er halte das für "realistisch": "Sie dürfte innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahren auch in Deutschland Realität werden. So haben sich zum Beispiel alle Parteien dafür ausgesprochen, die gerade für eine Ampelkoalition sondieren. Nach österreichischem Vorbild könnte es eine Absenkung auf 16 Jahre geben, allerdings ist hierfür eine Verfassungsänderung notwendig, es werden also auch die Stimmen von CDU und CSU benötigt."

Hurrelmann betonte, es gebe bereits Klagen vor dem Verfassungsgericht wegen des Mindestalters. Die Erfolgschancen von Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht wegen des Mindestalters seien "gering, aber durch die Klagen wird immer wieder auf das Problem aufmerksam gemacht, dass jüngere Menschen an ihrer demokratischen Meinungsäußerung bei Wahlen gehindert werden. Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn immer wieder erneut Klagen eingereicht werden. Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf die teilweise anderen politischen Akzentsetzungen gelenkt, die von den jüngeren Generationen im Vergleich zu den älteren ausgehen".

Hurrelmann betonte: "Aus entwicklungspsychologischer Perspektive halte ich es für gut vertretbar, das Wahlalter auf zwölf Jahre abzusenken. Eine vollständige Aufhebung des Mindestwahlalters halte ich für politisch nicht sinnvoll, weil die Stimmen von unter Zwölfjährigen von ihren Eltern abgegeben oder vollständig beeinflusst werden könnten."

Am Mittwoch hatten der Demokratieforscher Wolfgang Gründinger sowie Linus Steinmetz und Franziska Wessel, Klimaaktivisten von Fridays for Future, ihren Wahleinspruch an Patrick Sensburg (CDU), Vorsitzender des Wahlprüfungsausschusses des Deutschen Bundestags, überreicht. Die Aktivisten fordern eine Änderung des Mindestalters, um bei der Bundestagswahl mitwählen zu dürfen.

Der komplette Text: https://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/fridays-for-future-einspruch-gegen-die-bundestagswahl;art295,4543640

Pressekontakt:

Heilbronner Stimme
Hans-Jürgen Deglow
Chefkorrespondent / Berlin
hans-juergen.deglow@stimme.de

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