DAAD zieht positive Bilanz seines Schutzprogramms für bedrohte Studierende und Promovierende
5 Jahre Hilde Domin-Programm
DAAD zieht positive Bilanz seines Schutzprogramms für bedrohte Studierende und Promovierende
Zum fünfjährigen Bestehen des Hilde Domin-Programms zieht der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine positive Bilanz. Seit 2021 ermöglicht das Stipendienprogramm bedrohten Studierenden und Promovierenden weltweit, ihr Studium oder ihre Promotion in Deutschland in Sicherheit fortzusetzen. Rund 300 Geförderte haben bislang Unterstützung in dem vom Auswärtigen Amt (AA) finanzierten Programm erhalten. Anlässlich des Jubiläums lädt der DAAD heute (21.5.) Geförderte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen, Politik und Zivilgesellschaft nach Berlin ein.
Bonn/Berlin, 21.5.2026
„Das Hilde Domin-Programm steht für die Überzeugung, dass Wissenschaftsfreiheit und das Recht auf Bildung keine abstrakten Werte sind, sondern konkrete Lebensperspektiven schaffen“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „In vielen Teilen der Welt geraten Studierende und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunehmend unter politischen Druck. Deutschland kann mit Programmen wie dem Hilde Domin-Programm Schutz, akademische Freiheit und neue Chancen ermöglichen – und tut dies im konkreten Fall seit fünf Jahren erfolgreich.“
„Bildung und Wissenschaft gedeihen durch Freiheit und grenzüberschreitenden Austausch – das hat die Geschichte besonders uns Deutschen sehr deutlich gelehrt", sagte Staatsministerin Serap Güler. „Wenn Studierende und Promovierende aus politischen Gründen auf ihrer Bildungslaufbahn gehindert werden, reicht ihnen Deutschland mit dem Hilde Domin-Programm die Hand und bietet ihnen Schutz. Dieses hervorragende Programm tritt nicht nur für Demokratie und Menschenrechte ein, es stärkt auch den Wissenschaftsstandort Deutschland mit besonderen Köpfen, die uns immer verbunden bleiben werden.“
Geförderte aus 24 Ländern – Unterstützung bei Studienabschluss oder Promotion
Das Hilde Domin-Programm unterstützt gefährdete Studierende und Promovierende außerhalb Deutschlands, denen in ihrem Herkunftsland das Recht auf Bildung verweigert wird. Es ermöglicht ihnen, in Deutschland einen Hochschulabschluss zu erwerben. Seit Beginn des Programms vergab der DAAD insgesamt 285 Stipendien an Geförderte aus 24 Ländern, darunter Afghanistan, Iran, Belarus, die Türkei, Syrien und Myanmar.
Aktuell fördert der DAAD 116 Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Hilde Domin-Programm: 18 Bachelor-, 40 Master- und 58 Promotionsstudierende. Die wichtigsten Fachrichtungen der Geförderten sind Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (34 %), Mathematik und Naturwissenschaften (20 %) sowie Ingenieurwissenschaften (18 %). Das Geschlechterverhältnis ist ausgewogen: 49,1 % sind männlich, 48,4 % weiblich, 2,5 % divers.
Expertise für Deutschland und die Heimatländer
Das Programm bietet nicht nur Schutz, sondern eröffnet neue akademische, berufliche und persönliche Perspektiven. Viele der Geförderten bringen ihre Expertise nach ihrem Abschluss in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland ein. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Stipendiatinnen und Stipendiaten eng mit ihren Herkunftsländern verbunden und leisten auch aus dem Exil heraus wichtige Beiträge für gesellschaftliche Entwicklung, Bildung und zivilgesellschaftliche Strukturen vor Ort. Im Mittelpunkt der heutigen Jubiläumsveranstaltung in Berlin stehen daher die persönlichen Wege der Geförderten in Deutschland.
Das Programm
Der DAAD startete das Hilde Domin-Programm 2021, finanziert durch das Auswärtige Amt. Es richtet sich an Studierende und Promovierende, die wegen ihres Engagements oder diskriminierender Maßnahmen in ihrem Herkunftsland gefährdet sind. Für das Programm können sich Studierende nicht eigenständig bewerben, sie müssen von einer DAAD-Mitgliedshochschule oder anderen Institution vorgeschlagen werden. Mit dem Programm ergänzt der DAAD die nationalen Unterstützungsangebote für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung oder das Walter-Benjamin-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Die Namensgeberin
Namensgeberin des Stipendienprogramms ist die Kölner Lyrikerin und Schriftstellerin Hilde Domin (1909–2006). Sie studierte ab 1929 unter anderem in Heidelberg, Köln, Bonn und Berlin. 1932 ging sie mit ihrem späteren Mann für ein Auslandsstudium nach Italien. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war für sie die Rückkehr nach Deutschland aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ausgeschlossen. Domin und ihr Mann flohen 1939 als Reaktion auf die italienischen Rassengesetze von 1938 über das Vereinigte Königreich in die Dominikanische Republik.
1954 kehrte sie nach Deutschland zurück – ermöglicht unter anderem durch ein DAAD-Stipendium ihres Mannes. Ab 1961 lebte und publizierte Domin in Heidelberg und wurde als Vertreterin des „ungereimten Gedichts“ international bekannt. In späteren Jahren erhielt sie die höchste Staatsmedaille der Dominikanischen Republik und die Ehrenbürgerwürde der Stadt Heidelberg. 2006 starb Hilde Domin in Heidelberg. Ihr selbst gewählter Grabspruch lautet: „Wir setzten den Fuß in die Luft / und sie trug“.
Links zu Porträts/Videos zu Geförderten:
- In Sicherheit forschen – und für Deutschland ein Gewinn sein - DAAD
- Ein Tag mit Nyein Chan May aus dem Hilde-Domin Programm
- Für die Forschung von Afghanistan nach Deutschland - TU Berlin
- Neue Hoffnung und Zuversicht: Die Afghanin Sabira Saei studiert an der KU dank eines DAAD-Stipendiums – KU
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
Philipp Effertz
Leiter des Referats Sonderprojekte und Programme für gefährdete Studierende und Forschende (ST35)
DAAD – Deutscher Akademischer Austauschdienst
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Kontakt
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Leiter der Pressestelle / Pressesprecher – SB03
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