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neues deutschland: Einsatz der Bundeswehr gegen Schleuserboote: Schlepper

Berlin (ots) - Der Bundesaußenminister ist besorgt. Das Mittelmeer dürfe kein Massengrab für Flüchtlinge werden. Seine Schlussfolgerung: Deutschland solle sich an der militärischen Mission zur Bekämpfung der Schlepper und Schleuser beteiligen, die Flüchtlingen den häufig einzigen Weg nach Europa bieten - den illegalen, den Weg auf wackligen Booten, den Weg, der nicht selten in den Tod führt. Doch die Bekämpfung der Schleuser kann kein einziges Problem lösen. Außer dem, dass Flüchtlinge zu all ihrem Elend, ihrer Not und Hoffnungslosigkeit auch noch im Mittelmeer ertrinken. Das tun sie dann vielleicht in geringerer Zahl. Vielleicht. Die Behauptung, das Zerstören von Fluchtfahrzeugen sei ein effektives, gar humanes Vorgehen der EU, ist deshalb schlicht gelogen. Ein Bauernfängerargument. Ähnlich logisch wäre es, die Laster zu zerstören, in denen Menschen illegal in die EU einreisen, wenn sie dabei erstickten. So fragwürdig das Geschäft mit der Not von Menschen auch ist, die Schlepper sind nur die Kehrseite der Verhältnisse. Ihre Logik, im Elend der Flüchtlinge einen Vorteil zu suchen, ist Spiegelbild der Politik des Westens, die dieses Elend wegen eigener Vorteile mit verursacht hat. Das militärische Vorgehen der EU-Länder, die sich die Flüchtlinge so vom Leib halten wollen, wirkt beinahe wie Rache gegenüber jenen, die den Menschen helfen, die Barrieren zu überwinden. Doch Flucht durch Bekämpfung der Fluchthilfe zu unterbinden, ist nicht human. Es geht um die Fluchtursachen. Und um legale Wege nach Europa, so lange es diese Ursachen gibt.

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