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Saarbrücker Zeitung: DIW-Chef Zimmermann fordert neue Konzepte gegen Langzeitarbeitslosigkeit
Debatte um Kündigungsschutz "nicht lohnend"

Berlin / Saarbrücken (ots)

Nach Ansicht des Präsidenten des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin, Klaus F. 
Zimmermann, sind die meisten Langzeitarbeitslosen für den 
Arbeitsmarkt dauerhaft verloren, weil sie keine Qualifikation haben 
oder diese während der Arbeitslosigkeit einbüssten. Dies müsse man 
klar sagen, betonte Zimmermann im Interview der "Saarbrücker Zeitung"
(Freitagausgabe). Das Wichtigste sei daher, neue 
Langzeitarbeitslosigkeit nicht mehr entstehen zu lassen. Dass die 
Bundesagentur für Arbeit lieber einen Aussteuerungsbetrag an den Bund
zahle und die Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit gleiten lasse,
sei gesamtgesellschaftlich falsch. "Sinnvoll wäre es, eine andere 
Institution mit der Betreuung dieser Problemgruppen zu beauftragen", 
schlug Zimmermann vor. Dies betreffe vor allem Personen ohne 
Ausbildung, ältere Erwerbslose und Erwerbslose mit 
Migrations-Hintergrund. Für einige der vorhandenen 
Langzeitarbeitslosen werde man nur noch Arbeit finden, wenn die 
Betriebe dafür eine Subvention bekämen. "Eine solche Möglichkeit 
sollte man, eng umgrenzt, schaffen". Zimmermann sagte zur Debatte um 
den Kündigungsschutz, diese Thematik sei "nicht zentral". 
Wissenschaftlich habe man bisher nicht nachweisen können, dass ein 
veränderter Kündigungsschutz positive Auswirkungen hätte. "Eine 
Aufhebung des Kündigungsschutzes würde einen sozialen Konflikt 
heraufbeschwören, der sich nicht lohnt". In dem Interview sagte der 
DIW-Chef, dass die gegenwärtige Aufschwungphase auch 2009 noch 
anhalten könne. "Danach wird es sicher wieder schlechter werden". Die
Politik müsse wenigstens die schon beschlossenen Vorhaben, die 
Gesundheitsreform, die Rente mit 67 und die Nachsteuerung der 
Arbeitsmarktreformen, bis dahin umsetzen.

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