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Lausitzer Rundschau: Zur Annäherung zwischen Fatah und Hamas: Fragen und Zweifel

Cottbus (ots)

Hamas und Fatah, die beiden großen
palästinensischen Bewegungen, haben sich auf ein Abkommen über 
gemeinsame politische Grundsätze geeinigt. Misstrauen ist angesagt. 
Allzu viele Fragen bleiben in diesem Zusammenhang unbeantwortet. Vor 
allem aber wird erst die praktische Umsetzung des Abkommens beweisen,
wie viel es wirklich wert ist.
Das Abkommen beruht auf dem Gefangenen-Dokument und sieht mittels der
Zwei-Staaten-Lösung des israelisch- palästinensischen Konfliktes die 
De-facto-Anerkennung Israels vor. Also genau das, wozu Hamas bisher 
nicht bereit war. Und wozu der eigentliche Hamas-Boss, Politbürochef 
Khaled Maschal, in seinem Exil in Damaskus nach wie vor entschieden 
Nein sagt. Maschal aber hat Hamas-intern das Sagen, wie er gerade 
jetzt beweist: Er hat die Entführung des israelischen Soldaten 
angeordnet und dessen Freilassung bisher untersagt. Hamas und Fatah	
feierten nach der Paraphierung des Abkommens dieses als "historisches
Dokument" - und betonten gleichzeitig, dass sie ihren bisherigen 
Ideologien treu geblieben seien - einschließlich des "Rechtes auf 
Widerstand" gegen Israel, wie es Hamas-Sprecher Sami Abu Zuri nannte.
Was wiederum bedeuten würde, dass dieses Dokument vor allem 
innenpolitische Bedeutung hat: Auf seiner Basis soll innerhalb von 
zwei Wochen eine neue Regierung gebildet werden. Doch während Hamas 
höchstens bereit ist, in ihre bisherige Regierung auch Fatah-Minister
aufzunehmen, verlangt Fatah die Hanija-Regierung durch ein 
Fachleute-Kabinett zu ersetzen, damit die Spenden aus dem Ausland 
wieder fließen.
Und schließlich sieht das Abkommen Referenden über jedes Abkommen mit
Israel vor. Doch noch wichtiger ist die Volksabstimmung, die nicht 
stattfinden wird. Nämlich diejenige über das Gefangenen-Dokument, mit
der Palästinenser-Präsident Abbas der Hamas drohte und mittels der er
und seine Fatah die Hamas-Regierung stürzen wollten. Hamas und Fatah,
Abbas und Hanija, haben einen internen politischen Waffenstillstand 
erzielt, einen militärischen gegenüber Israel versprochen. Ob er von 
Dauer sein wird, darf angezweifelt werden.

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