ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Medien-Info: ver.di-Chef Werneke zur Rentenkommission: Lebensleistung der Menschen nicht abwerten – Altersarmut in den Blick nehmen
Ver.di-Chef Werneke zur Rentenkommission: Lebensleistung der Menschen nicht abwerten – Altersarmut in den Blick nehmen
Anlässlich der Vorstellung des Berichts der Alterssicherungskommission der Bundesregierung („Rentenkommission“) warnt Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), vor einer Streichung der Renten für langjährig und besonders langjährig Versicherte: „Wer 45 Jahre seinen Buckel krumm gemacht hat, muss ein Recht darauf haben, abschlagsfrei früher in Rente gehen zu können“, sagte Werneke am Dienstag. „Auch der vorzeitige Renteneintritt für langjährig Versicherte mit 35 und mehr Beitragsjahren ist wichtig. Abertausende Menschen ob in der Pflege, der Paketzustellung, der Abfallwirtschaft oder anderswo können schlicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten und müssen häufig vorzeitig in Rente gehen“, betonte Werneke: „Die Lebensleistung dieser Menschen abzuwerten, ist nicht akzeptabel.“
„Denjenigen, die in den 30er und 40er Jahren in Rente gehen, nützt der Aufbau eines Kapitalstocks wenig. Deshalb braucht es auch für die Zeit nach 2031 beim Rentenniveau eine verbindliche Haltelinie von mindestens 48 Prozent“, so Werneke. „Anstatt bei der Kapitaldeckung in der ersten Säule bei null anzufangen, wäre es besser, auf die bestehenden Systeme aufzusetzen und eine verpflichtende betriebliche Altersversorgung einzuführen.“ ver.di vermisse zudem konkrete Vorschläge der Rentenkommission zur Vermeidung und Bekämpfung von Altersarmut. „Das ist bitter und trifft besonders die Frauen“, sagte Werneke.
Positiv sei indes der Vorschlag, Minijobs weitgehend abzuschaffen. „Unter anderem im Handel führt diese Erwerbsform schon heute millionenfach zu Altersarmut“, betonte Werneke. Ebenfalls richtig sei zudem der Vorschlag, Abgeordnete, Selbstständige und auch Vorstände von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rente einzubeziehen.
„Die Vorschläge der Alterssicherungskommission dürfen nicht einfach durchgewunken werden. Jetzt muss sich die Politik noch einmal über die Vorschläge beugen und erhebliche Änderungen vornehmen“, forderte Werneke.
V.i.S.d.P.
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