Statistisches Bundesamt

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2015

Wiesbaden (ots) - Die deutsche Wirtschaft hat ihren moderaten Wachstumskurs fortgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 13. November 2015 mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2015 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3 % höher als im Vorquartal. In den ersten zwei Quartalen des Jahres war das BIP ebenfalls moderat gestiegen (um 0,4 % im zweiten und um 0,3 % im ersten Quartal 2015).

Positive Impulse kamen im dritten Quartal 2015 preis-, saison- und kalenderbereinigt hauptsächlich vom inländischen Konsum: Sowohl die privaten Konsumausgaben (+ 0,6 %) als auch die Konsumausgaben des Staates nahmen kräftig zu (+ 1,3 %). Dagegen waren die Anlageinvestitionen insgesamt leicht rückläufig: In Ausrüstungen - darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurden 0,8 % weniger investiert als im Vorquartal, in Bauten 0,3 % weniger. Darüber hinaus bremste der Außenhandel die deutsche Wirtschaft: Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem zweiten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt lediglich um 0,2 %. Die Importe legten dagegen sehr viel stärker zu (+ 1,1 %). Dadurch hatte der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - einen negativen Effekt auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (- 0,4 Prozentpunkte).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum leicht beschleunigt: Das preisbereinigte BIP stieg im dritten Quartal 2015 um 1,8 % (kalenderbereinigt um 1,7 %), nach 1,6 % im zweiten und 1,2 % im ersten Quartal 2015 (kalenderbereinigt: 1,6 % und 1,1 %).

Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2015 wurde nach vorläufigen Berechnungen von 43,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 343 000 Personen oder 0,8 % mehr als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, ist im dritten Quartal 2015 um 1,0 % gestiegen. Je Erwerbstätigenstunde gemessen war der Anstieg mit + 0,7 % etwas geringer, da im Durchschnitt je Erwerbstätigen 0,2 % mehr Arbeitsstunden geleistet wurden als im Vorjahr. Dies ergaben erste vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Auch im Vorjahresvergleich kamen die positiven Impulse im dritten Quartal 2015 vor allem aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 2,1 % höher als im Vorjahr, die des Staates um 2,9 %. Daneben wurde in Ausrüstungen - darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - deutlich mehr investiert als ein Jahr zuvor (+ 4,2 %). Die Bauinvestitionen legten ebenfalls zu (+ 0,8 %), aber nicht in allen Teilbereichen: Während in den Wohnungsbau mehr investiert wurde als im dritten Quartal 2014, entwickelte sich der gewerbliche Bau schwächer als im Vorjahr. Zudem gab es einen leichten Vorratsabbau, der sich negativ auf das BIP-Wachstum auswirkte (- 0,2 Prozentpunkte). Auch vom Außenhandel kamen keine Wachstumsimpulse: Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen nach vorläufigen Berechnungen um 5,1 % und damit weniger stark als die Importe mit 6,2 %. Dadurch bremste der Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen ebenfalls das BIP-Wachstum (- 0,1 Prozentpunkte).

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung war im dritten Quartal 2015 in fast allen Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor. Den stärksten Anstieg hatte der Bereich Information und Kommunikation (+ 2,9 %), gefolgt von den Unternehmensdienstleistern (+ 2,7 %). Auch das Verarbeitende Gewerbe steigerte seine Wirtschaftsleistung (+ 1,4 %), im Baugewerbe gab es dagegen nur ein kleines Plus von 0,2 %. Lediglich in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 2,7 %) sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern gab es Rückgänge (- 2,0 %) gegenüber dem Vorjahr. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche stieg im dritten Quartal 2015 um 1,6 % gegenüber dem dritten Quartal 2014.

In jeweiligen Preisen waren sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch das Bruttonationaleinkommen im dritten Quartal 2015 um 3,8 % höher als im dritten Quartal 2014. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt (+ 3,9 %) sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen (+ 4,2 %) zusammensetzt, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen insgesamt um 4,0 % zu. Die Nettolöhne und -gehälter waren im Durchschnitt je Arbeitnehmer berechnet um 2,8 % höher als ein Jahr zuvor, da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal zunahm (+ 1,1 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 2,9 % und damit etwas stärker als die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen (+ 2,7 %). Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte im dritten Quartal 2015 ein vorläufiger Wert von 8,1 %; das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Berechnung des dritten Quartals 2015 wurden die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für die ersten beiden Quartale 2015 überarbeitet und - soweit erforderlich - revidiert. Dabei ergaben sich für das Bruttoinlandsprodukt keine Abweichungen von den bisherigen Ergebnissen. In einzelnen Komponenten des BIP kam es aber zum Teil zu deutlichen Korrekturen. Darüber hinaus kann es wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe kommen.

Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können auf den Internetseiten von Destatis abgerufen werden. In der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12-ARIMA und BV 4.1" stehen tiefer gegliederte Ergebnisse zur Verfügung. Diese und weitere Veröffentlichungen sind unter www.destatis.de --> Publikationen erhältlich. Ein ausführlicher Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen findet sich unter www.destatis.de --> Publikationen --> Qualitätsberichte --> Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen.

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) mit Tabellen sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

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