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Rheinische Post: Tödliche Unkenntnis

    Düsseldorf (ots) - Von MARTIN BEWERUNGE

    Noch immer gilt: Keine Panik. Doch das Unbehagen, welches uns das Thema Vogelgrippe verschafft, wächst: Weil die Türkei, wo jetzt beinahe täglich neue Infektionen mit dem lebensbedrohlichen Virusstamm H5N1 bekannt werden, nur wenige Flugstunden von hier entfernt ist. Und weil in der Türkei offenbar große Teile der Land-Bevölkerung noch immer keine Ahnung haben, wie gefährlich ihnen, wie gefährlich der Welt, das Federvieh werden kann. Diese Unkenntnis ist das eigentlich Erschreckende: Während in Ankara nun groß die Fernsehbilder von Notschlachtungen laufen, ausgeführt von Männern in schweren Schutzanzügen, leben in Anatolien Mensch und Tier auf engstem Raum zusammen, wurde Geflügel teilweise selbst dann noch verzehrt, wenn es eindeutige Krankheitszeichen aufwies. Den türkischen Behörden ist es nicht gelungen, dies zu ändern, obwohl das Problem Vogelgrippe von Jahr zu Jahr größer wird und bislang allein Wachsamkeit, Hygiene und Quarantäne die Gefahr einer Epidemie eindämmen können. Die Staaten der Europäischen Union werden diese Vorsorge und Kontrollen gegen die Vogelgrippe wohl noch verschärfen müssen - gerade weil es an effektivem Seuchenschutz in der Türkei mangelt. Auch dies zeigt, wie weit das Land, das so vehement in die EU drängt, noch von Europa entfernt ist.

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