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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Syrien: Kobanê, das Symbol der Hoffnung, ist erneut von Islamisten bedroht – Aufruf zum friedlichen Protest

„Die genozidalen Angriffe des islamistischen Regimes in Damaskus auf die kurdischen Gebiete im Nordosten Syriens dauern weiter an. Zehntausende Kurden sind auf der Flucht. Ganze Städte und Regionen sind eingekesselt und von der Außenwelt abgeschnitten, sodass keine Medikamente, Lebensmittel oder Treibstoff hineingelassen werden“, berichtet Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

„In den eroberten Gebieten wird Jagd auf Kurden gemacht. Besonders dramatisch ist die Lage in der legendären kurdischen Stadt Kobanê, die 2014 dem „Islamischen Staat“ (IS) standgehalten hat. Von dort ging die Befreiung der Region vom IS aus. In Kobanê wurde die Wasser- und Stromversorgung unterbrochen. Auch der Internetzugang wurde gesperrt. Die Radikalislamisten rücken immer weiter vor. Durch die absichtliche Unterbrechung der Grundversorgung entsteht eine humanitäre Krise. Zivilisten, darunter Kinder und ältere Menschen, sind in der Dunkelheit gefangen und haben keinen Zugang zur Grundversorgung“, berichtet der Menschenrechtler.

„Anscheinend will das syrische Regime Rache an Kobanê nehmen, weil die Stadt ein Symbol für den Kampf gegen den IS ist. Für die Kurden – und für die Welt – ist Kobanê ein Symbol der Hoffnung und des Widerstands gegen den radikalen Islam“, sagt Sido.

Angesichts der andauernden Angriffe von Truppen des islamistischen Regimes in Syrien auf die kurdische Bevölkerung im Nordosten des Landes gehen weltweit hunderttausende Kurden sowie Angehörige anderer bedrohter syrischer Minderheiten auf die Straße, um zu protestieren. In diesem Zusammenhang appelliert die Gesellschaft für bedrohte Völker an die protestierenden Kurden, Drusen, Alawiten und solidarische Menschen in Deutschland, ihre Proteste ausschließlich friedlich auszutragen. „Auch wenn der Schmerz angesichts der immer dramatischeren Nachrichten aus Syrien keine Grenzen kennt, rufen wir alle Protestierenden auf, friedlich zu demonstrieren. Die Wut über die Untätigkeit, Gleichgültigkeit und sogar Unterstützung für das islamistische Regime in Damaskus von Seiten der Trump-Administration, der deutschen Bundesregierung sowie der Parteispitzen in Deutschland ist verständlich. Lasst Euch dadurch und auch durch Syrer, die von hier aus das islamistische Regime unterstützen, nicht provozieren! Wir rufen sowohl die Bundesregierung als auch die Medien in Deutschland auf, mit Angehörigen syrischer Minderheiten zu sprechen und das islamistische Regime nicht zu verharmlosen“, appelliert Sido. Ein großer Teil der deutschen Öffentlichkeit stehe an der Seite der verfolgten Minderheiten. „Auch in Deutschland ist die Gefahr, die vom radikalen Islam ausgeht, nicht zu unterschätzen“, warnt der GfbV-Nahostreferent.

Unter den arabischen Sunniten aus Syrien gebe es viele Menschen, die den radikalen Islam ablehnen und sich für Demokratie in ihrem Land einsetzen. „Viele arabische Sunniten aus Syrien schweigen aktuell, vielleicht weil sie hoffen, dass die radikalen Islamisten Demokratie nach Syrien bringen werden. So wie viele Menschen im Iran nach 1979, nachdem das Chomeini-Regime an die Macht kam. Sie erhofften sich mehr Freiheiten für den Iran nach der schlimmen Diktatur des Schahs. Doch sehr bald werden diese Syrer, genau wie damals die Iraner, enttäuscht sein. Denn der radikale Islam – ob schiitisch oder sunnitisch – hat nirgendwo zu mehr Freiheit geführt, sondern zu mehr Krieg, Gewalt, Terror und Hass zwischen Ethnien und Religionsgemeinschaften.“

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
Fax:  +49 551 580 28
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