Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens: Drohende Zunahme von Landraub und Vertreibung indigener Gemeinschaften
Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist das EU-Mercosur-Abkommen, das am Samstag (17. Januar) unterzeichnet werden soll, eine Bedrohung für Menschenrechte und die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften. „Indigene Völker sind besonders stark von Landraub und Vertreibung betroffen, da ihre Gebiete häufig das Ziel von Rohstoff- und Agrarprojekten sind. Diese Problematik wird sich durch das Handelsabkommen weiter verschärfen“, warnt Jan Königshausen, GfbV-Referent für Indigene Völker. „Die EU hat es versäumt, verbindliche Umwelt- und Menschenrechtsstandards im Mercosur-Abkommen zu verankern. Indigene Völker haben dadurch kaum Möglichkeiten, sich gegen die Verletzung ihrer Rechte zu wehren. Ihre Vertreibung bedeutet zumeist auch den Verlust ihrer Lebensweise und in der Folge ihrer Kultur. Dies führt zu einer noch stärkeren Verunsicherung der Lebensverhältnisse Indigener Völker und ihrer Mitglieder.“
„Das Abkommen fördert den exzessiven Rohstoffabbau, vor allem von sogenannten Übergangsmineralien und seltenen Erden, und stellt die Weichen für ein pestizid- und monokulturgetriebenes Exportmodell, das Gesundheitsrisiken sowie Wasser- und Bodenverschmutzung mit sich bringt. Besonders für sensible Ökosysteme wie den Amazonasraum und den Gran Chaco ist das verheerend“, so Königshausen. Er kritisiert auch die neokolonialen Strukturen des Abkommens. „Der europäische Markt erhält günstige Rohstoffe und Lebensmittel zulasten der lokalen Bevölkerung und sensibler Ökosysteme im Mercosur-Raum. Soziale und Umweltkosten werden ausgelagert, während die Profite vor Ort einige wenige einstreichen.“
Sie erreichen Jan Königshausen unter j.koenigshausen@gfbv.de oder 0551/49906-14.
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