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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Syriens Machthaber in Berlin: Bundesregierung muss al-Scharaa ausladen – kein roter Teppich für Kriegsverbrecher

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert eindringlich an die Bundesregierung, den syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa wieder auszuladen. Er soll am 19. Januar nach Berlin kommen. „Wir fordern Sie auf, in Berlin keinen roten Teppich für einen Kriegsverbrecher auszurollen, während dieser in Syrien unschuldige Menschen ermorden lässt“, betont die GfbV in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz.

„Al-Scharaa ist kein Staatsoberhaupt, sondern ein Kriegsverbrecher, der für Massenmorde, Vertreibungen und systematische Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist“, betont Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV. Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die Strafanzeige der Kurdischen Gemeinde Deutschlands gegen al-Scharaa vom 6. November 2025 und fordert seine Festnahme bei Betreten deutschen Bodens. „Seine Einladung nach Deutschland ist ein Affront gegen die Opfer seiner Gewalt und eine Missachtung der Werte, für die unser Land steht“, so Sido.

Seit seiner Machtübernahme im Dezember 2024 ist al-Scharaa für eine beispiellose Welle der Gewalt gegen ethnische und religiöse Minderheiten in Syrien verantwortlich. Nach Angaben der GfbV wurden im März 2025 zwischen 30.000 und 60.000 Alawiten ermordet, verletzt oder vertrieben. Etwa 5.000 Drusen – ein Prozent der drusischen Bevölkerung Syriens – wurden gezielt ermordet. In den vergangenen Tagen griff das islamistische Regime die kurdische Bevölkerung in Aleppo an. Kurden wurden erschossen, aus Hochhäusern gestürzt und ganze Familien ausgelöscht. „Kurden und Alawiten sehen keine Zukunft in Syrien unter al-Scharaa, haben jedoch keine Wahl, sich von diesem Regime zu trennen. Sie haben keine Schutzmacht. Die Kurden werden zusätzlich von der Türkei, einem NATO-Partner Deutschlands, angegriffen“, so Sido.

„Dieses Regime hat innerhalb eines Jahres so viel Blut vergossen, dass ein stabiles und friedliches Syrien unter seiner Herrschaft nicht mehr möglich ist“, warnt Sido. Statt Stabilität produziere das Regime weitere Flüchtlingsströme. „Die Bundesregierung sitzt einem Irrglauben auf, wenn sie denkt, dass Abschiebe-Deals mit al-Scharaa zu einem Rückgang syrischer Flüchtlinge in Deutschland führen. Millionen Drusen, Alawiten, Kurden und Angehörige anderer Minderheiten wollen das Land verlassen“, so Sido. Auch die Hoffnung, al-Scharaa im globalen Machtkampf gegen Russland und China gewinnen zu können, sei trügerisch. „Al-Scharaa war bereits in Moskau bei Putin, seine Minister in China. Er lässt sich von allen Seiten bedienen – wie sein Verbündeter Erdoğan“, sagt Sido.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
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