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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Neue Gräueltaten gegen die Kurden in Syrien: GfbV ruft zu Mahnwache in Berlin auf – Bundesregierung muss Verbrechen verurteilen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ruft die deutsche Bundesregierung auf, die Gräueltaten gegen Kurden in Aleppo, die vom syrischen Regime verübt wurden, zu verurteilen. „In Aleppo wurde die kurdische Bevölkerung gezielt angegriffen. Menschen wurden lebendig aus hohen Stockwerken heruntergeworfen. Krankenhäuser wurden angegriffen und Menschen, die sich in ihren Wohnungen oder in Krankenhäusern aufhielten, wurden hingerichtet. Einige dieser Menschen habe ich persönlich gekannt und im April 2025 besucht. Unter ihnen waren Ärzte, Apotheker und Polizeikräfte, die für die Sicherheit der Menschen sorgten. Ihr einziges Verbrechen war, dass sie in ihrer Heimat frei leben wollten. Dafür werden sie vom syrischen Regime getötet, verletzt oder vertrieben“, berichtete der GfbV-Referent Dr. Kamal Sido heute in Göttingen.

Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die friedlichen Proteste der Kurden, Alawiten und Drusen im Exil, die seit Tagen gegen die Gräueltaten des islamistischen Regimes in Syrien protestieren, und ruft zu einer Mahnwache in Berlin auf. Am Dienstag, 20. Januar 2026, wird die GfbV von 13 bis 14 Uhr am Brandenburger Tor (Pariser Platz) auf die aktuellen Verbrechen des Regimes in Syrien aufmerksam machen und dem achten Jahrestag des völkerrechtswidrigen Angriffs der Türkei auf die nordsyrische kurdische Region Afrîn (20. Januar 2018) gedenken.

„Wir fordern Politik und Medien auf, die andauernde Besatzung Afrîns und die neuen Verbrechen gegen die Kurden zu verurteilen. In den vergangenen Tagen hat das islamistische Regime in Damaskus mit Unterstützung der Türkei und mit stillschweigender Duldung durch die USA und Deutschland wieder Hunderttausende Kurden vertrieben und an ihnen schwerste Verbrechen begangen. Viele von ihnen stammen aus Afrîn und wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrmals von der Türkei und von ihr unterstützten islamistischen Milizen vertrieben. Nun sind sie erneut auf der Flucht. In ihre Heimat können sie nicht zurückkehren, denn die nordsyrische Region Afrîn ist nach wie vor von der Türkei besetzt. Eines von vielen besetzten Dörfern ist das kurdische Dorf Basilê (Baselhaya), das von den türkischen Besatzern komplett abgeriegelt ist“, so der Menschenrechtler Sido.

„Viele Kurden sind verzweifelt, denn sie glauben, dass sich das islamistische Regime in Damaskus an ihnen rächt, weil sie gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sowie andere radikalislamistische Gruppen gekämpft haben und weiterhin kämpfen“, sagt Sido. Das Ausmaß der Verbrechen der Islamisten und die Hetze gegen andere Ethnien und Religionsgemeinschaften seien in der Geschichte Syriens beispiellos. „Nie zuvor wurde blinde Gewalt gegen Nicht-Araber und Nicht-Sunniten in diesem Umfang verübt. Das kriminelle islamistische Regime in Damaskus vollendet nun, was Assad angefangen hat“, so der Nahostreferent und Historiker.

„Die kurdische, alawitische und drusische Bevölkerung Syriens hat Angst, dass die USA, die NATO und auch Deutschland ihr Land den radikalen Islamisten und Dschihadisten überlassen werden, so wie es in Afghanistan geschehen ist. Vieles spricht dafür, dass der Westen die syrischen Islamisten im globalen Wettkampf gegen Russland und China für sich gewinnen will. Die Fakten zeigen jedoch, dass sich das syrische Regime – so wie die Taliban in Afghanistan – mit Russland, China und der NATO arrangiert hat und dies nutzt, um die eigene Macht zu festigen und die Verfolgungsmaschinerie am Laufen zu halten“, sagt der Menschenrechtler, der sich im Frühjahr 2025 vier Wochen in Syrien, unter anderem in Aleppo, aufgehalten hat.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
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