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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Libanon: Initiative Frankreichs unterstützen - Friedliches Miteinander der Religionen stärken

Jahrestag der Explosion in Beirut (4.8.)

Appell an Bundesregierung: Initiative Frankreichs für den Libanon unterstützen - Friedliches Miteinander aller Religionen stärken

Göttingen, den 4. August 2021 --- Mit dem dringenden Appell, die Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für den Libanon zu unterstützen, hat sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Jahrestag der verheerenden Explosion in Beirut an die deutsche Bundesregierung gewandt. „Der Libanon ist das Land im Nahen Osten, in dem noch verschiedene Religionsgemeinschaften wie sunnitische und schiitische Muslime, Christen, Drusen und andere Volksgruppen friedlich miteinander leben und an der Macht beteiligt sind. Wenn das so bleiben soll, müssen die demokratischen Staaten Europas dem Libanon jetzt umfassende wirtschaftliche, aber auch politische Hilfe anbieten“, forderte der GfbV-Nahostexperte Kamal Sido am Mittwoch in Göttingen. Hinzu käme, dass im Libanon Hunderttausende Geflüchtete aus Syrien Schutz gefunden hätten. Sollte sich in ihrem Zufluchtsland die politische und wirtschaftliche Lage durch Korruption und Vetternwirtschaft weiter verschlechtern, würden sich diese Menschen auf den Weg nach Deutschland und Westeuropa machen, warnte der Menschenrechtler.

Als gefährlich für den Libanon werde die Rolle des schiitischen Regimes im Iran und des sunnitisch geprägten türkischen Regimes unter Recep Tayyip Erdogan eingestuft, führte Sido aus. „Die Beispiele Irak und Syrien haben gezeigt, dass die iranischen Mullahs und der Autokrat Erdogan jedes Vakuum ausnutzen, um sich in die inneren Angelegenheiten ihrer Nachbarländer einzumischen und sie zu destabilisieren.“ Durch die massive Unterstützung radikal-schiitischer oder radikal-sunnitischer Milizen würden Stellvertreterkriege angeheizt, die auf dem Rücken der einheimischen Zivilbevölkerung ausgetragen werden. Dies führe unweigerlich dazu, dass nicht-muslimische Religionsgemeinschaften für immer vertrieben werden. Dieses Schicksal drohe auch den Menschen im Libanon, wenn nicht bald gegengesteuert werde.

„Macron hat in den vergangenen Jahren immer wieder deutliche Worte in Richtung Erdogan und der Mullahs im Iran gefunden“, sagte Sido. „Diesem politischen Kurs sollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel endlich anschließen, wenn sie Religionsfreiheit und ein gleichberechtigtes Miteinander aller Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten in Schutz nehmen will.“ Am 4. August 2020 waren im Hafen von Beirut hunderte Tonnen Ammoniumnitrat in einem Lagerhaus detoniert. Mindestens 200 Menschen kamen ums Leben und große Teile des Hafens sowie einige Stadtteile wurden zerstört.

Kamal Sido ist erreichbar unter Tel. 0173 67 33 980.

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