Alle Storys
Folgen
Keine Story von Consumer Choice Center mehr verpassen.

Consumer Choice Center

Milliarden futsch! Nikotin Pouches: Legalisieren, regulieren, besteuern - statt Graumarkt

Milliarden futsch! Nikotin Pouches: Legalisieren, regulieren, besteuern - statt Graumarkt
  • Bild-Infos
  • Download

Berlin (ots)

1,5 Millionen Menschen nutzen in Deutschland bereits tabakfreie Nikotin Pouches - doch weil sie nicht legal sind, läuft der Handel über den Graumarkt. Das Ergebnis: Null Kontrolle, Jugendschutz schwer durchsetzbar - und ein Milliardenloch beim Staat.

Eine neue Steuerschätzung des Consumer Choice Center zeigt: Würden Nikotin Pouches legal verkauft und sauber besteuert, könnte der Staat jährlich hunderte Millionen Euro einnehmen - im Wachstumsfall sogar knapp 1 Milliarde Euro pro Jahr.

"Deutschland schaut beim Graumarkt zu - und lässt Milliarden liegen. Das ist komplett absurd", sagt Fred Roeder, Co-Autor der Analyse. "Wer Jugendschutz ernst meint, muss den Markt aus der Schattenzone holen: legalisieren, regulieren, besteuern."

"Wir haben hier einen realen Markt mit realen Konsumenten - aber ohne klare Regeln und ohne Steuereinnahmen", ergänzt Bill Wirtz, Co-Autor. "Das kann sich Deutschland angesichts knapper Kassen schlicht nicht leisten."

Die Zahlen: So viel Geld geht dem Staat durch die Lappen

  • 2026: 311-368 Mio. EUR möglich (je nach Steuersatz-Szenario)
  • 2027: 466-552 Mio. EUR
  • 2028: 629-745 Mio. EUR
  • 2029: 754-894 Mio. EUR
  • Kumuliert 2027-2029: 1,85-2,2 Mrd. EUR Steuerausfall, solange der Markt weitgehend illegal bleibt

Was könnte man mit dem Geld machen?

Allein 2027 (466-552 Mio. EUR) ließen sich einige staatliche Leistungen finanzieren - z. B. rund 31-37 % des jährlichen Bundeszuschusses zum Deutschlandticket (1,5 Mrd. EUR/Jahr).

Oder 20 bis 90 Kilometern Autobahn-Neu- oder Ausbau (je nach Gelände und Komplexität; 6-20 Mio. EUR/km).

Der Trend: Weniger Zigaretten - mehr Alternativen

Deutschland erlebt seit Jahren einen Rückgang im langfristigen Zigarettenkonsum. 2025 wurden 66,4 Mrd. Zigaretten versteuert (nur +0,2 % zu 2024) - aber weit weniger als 1991 (146,5 Mrd.). Pro Kopf waren es 795 Zigaretten (1991: 1.831). Gleichzeitig steigen die Alternativen: Die versteuerten Tabak-Substitute (z. B. Liquids für E-Zigaretten) lagen 2025 bei 1,5 Mio. Litern - +18,2 % zum Vorjahr.

Fazit: Graumarkt beenden - Jugendschutz durchsetzen - Steuern einnehmen

Die Studie bringt es auf den Punkt: "Deutschland kann den Graumarkt nicht wegignorieren."

Das Consumer Choice Center fordert einen klaren Rechtsrahmen mit drei Eckpfeilern:

  1. Legalisierung & Zulassungspfad (Produktmeldung, Inhaltsstoffregeln, Marktüberwachung)
  2. Strikter Jugendschutz (Verkauf 18+, Altersverifikation auch online, harte Sanktionen)
  3. Nikotinstärke begrenzen & besteuern (z. B. max. 20 mg pro Pouch + Steuer und MwSt.)

Methodik: Die Kalkulation basiert u. a. auf 1,5 Mio. Nutzern (2026), 8 Pouches pro Tag, Preis 6 EUR pro Dose, 19 % MwSt. sowie Steuersatz-Szenarien nach Schweden/Italien/Österreich.

Studie: "NIKOTIN POUCHES: Legalisieren, regulieren, besteuern - statt Graumarkt und Steuerausfall" (Autoren: Fred Roeder, Bill Wirtz).

Pressekontakt:

Consumer Choice Center - media@consumerchoicecenter.org
Weitere Informationen: www.consumerchoicecenter.org

Original-Content von: Consumer Choice Center, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Consumer Choice Center
Weitere Storys: Consumer Choice Center
  • 06.01.2026 – 13:09

    Einweg-E-Zigaretten-Verbot ist reine Symbolpolitik

    Berlin (ots) - Das von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) angestrebte Verbot von Einweg-E-Zigaretten stößt beim Consumer Choice Center (CCC) auf deutliche Kritik. Laut dem CCC handelt es sich um reine Symbolpolitik, die mehr Schaden als Nutzen anrichtet - sowohl für Konsumenten als auch für die öffentliche Gesundheit. "Das geplante Verbot sendet ein völlig falsches Signal an Raucherinnen und Raucher", ...

  • 05.12.2025 – 08:33

    Fünf Weihnachtswünsche an die Verbraucherpolitik

    Berlin (ots) - Wenn im Dezember die Innenstädte funkeln, Glühweinstände öffnen und die Menschen durch die Fußgängerzonen drängen, dann wird jedes Jahr aufs Neue deutlich, wie sehr Konsum, Alltag und Politik zusammenhängen. Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Wunschzettel für Kinder - auch wir Verbraucher hätten so einiges, das wir der Politik gern unter den Baum legen würden. Denn eine moderne, ...