Deutscher BundeswehrVerband (DBwV)

"Parlament der Wehrpflichtigen" des DBwV: Bessere politische Bildung und mehr Sold gefordert

    Berlin (ots) - Klare Forderungen nach einer Erhöhung des Wehrsoldes um zwei Euro am Tag sowie nach einer besseren politischen Bildung in der Grundausbildung erhoben die rund 50 Grundwehrdienstleistenden (GWDL) und freiwillig zusätzlichen Wehrdienst Leistenden (FWDL) auf ihrer Bundestagung (Parlament der Wehrpflichtigen) vom 28. bis 30. Juni in Berlin.

    Zudem mahnten die Delegierten eine bessere Ausgestaltung des Unterhaltssicherungsgesetzes und der Maßnahmen des Berufsförderungsdienstes an.

    Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, berichtete über massive Skepsis in der Truppe gegenüber dem Kongo-Einsatz. "Diese Mission ist nur negativ besetzt", sagte Robbe. Er gebe nicht seine Meinung, sondern nur die Stimmung in der Truppe wider. Die Soldaten müssten "sehr sorgfältig" auf die Mission vorbereitet werden, sie müssten körperlich und mental auf das andere Klima, die andere Mentalität und die Probleme des Landes eingestellt sein. Vor allem aber wollten die Grundwehrdienstleistenden die Meinung des Wehrbeauftragten zu ihren Forderungen nach mehr Wehrsold, nach Zulagen und Dienstzeitausgleich sowie zur Finanzierung der Streitkräfte hören.

    Der Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberst Bernhard Gertz, erinnerte an die alten Politikerversprechen zur Erhöhung des Wehrsoldes. Die letzte Erhöhung datiere vom Jahre 1999. Zudem bekräftigte er seine Kritik ("politisches Showgeschäft") am Kongo-Einsatz. Aber nach dem Ja des Bundestages wolle er nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über das Wie sprechen. Jetzt müsse alles getan werden, die Soldaten nicht zu verunsichern und ihre Risiken zu begrenzen.

    Lebhaft verliefen die Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Wilhelm-Konrad-Röntgen aus Panketal und den fünf eingeladenen Mitgliedern des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, die aus allen Fraktionen gekommen waren. Während sich die jungen Gäste eher für den Alltag eines Wehrpflichtigen in der Kaserne interessierten, stellten sich die Verteidigungspolitiker kritischen Fragen zur Weiterentwicklung der allgemeinen Wehrpflicht, Forderungen des DBwV zur Verwendung auf einem Funktionsdienstposten und zu den sozialen Rahmenbedingungen für den Dienst in der Bundeswehr.  

    Die Tagung unter Leitung des 1. Stellvertretenden Bundesvorsitzenden, Oberstabsbootsmann Wolfgang Schmelzer, endete mit der Wahl der beiden neuen Beisitzer GWDL im Bundesvorstand des DBwV. Gewählt wurden Hauptgefreiter d.R. Stephan Nachtigall (23) und Obergefreiter d.R. Andreas Ahammer (22).

Pressekontakt: Wilfried Stolze, Tel.: 030/80470330

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