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Elke Deuerling erhält Sir Hans Krebs Medaille 2027, PI Nr. 82/2026

Elke Deuerling erhält Sir Hans Krebs Medaille 2027, PI Nr. 82/2026
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Elke Deuerling erhält Sir Hans Krebs Medaille 2027

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen in den Bereichen Biochemie und Molekularbiologie vergibt die Federation of European Biochemical Societies jährlich die Sir Hans Krebs Medaille. Aktuell geht die renommierte Auszeichnung an Elke Deuerling vom Fachbereich Biologie der Universität Konstanz. Sie gilt als Pionierin der Proteostaseforschung.

Die Konstanzer Molekularbiologin Elke Deuerling widmet sich in ihrer Forschung dem Proteinhaushalt unserer Zellen und der Entschlüsselung der molekularen Prozesse, die diesen im Gleichgewicht halten, um die Gesundheit und Lebensfähigkeit unseres Organismus zu gewährleisten. Für ihre herausragenden Forschungsleistungen in diesem Bereich wird Sie nun von der Federation of European Biochemical Societies (FEBS) mit der Sir Hans Krebs Medaille 2027 geehrt. Wie für die Preisträger*innen im Medaillen-Jahr üblich, wird sie im Juli 2027 auf dem Kongress der FEBS in Riga (Lettland) einen Plenarvortrag über ihre Forschung halten – die „Sir Hans Krebs Medal Lecture“.

„Ich freue mich sehr über diese renommierte Auszeichnung, die für mich eine besondere Würdigung meiner Arbeit darstellt. Ich empfinde es als große Ehre, mich in den Kreis der bisherigen Medaillen-Träger*innen einreihen zu dürfen“, so Deuerling. Unter den 54 Wissenschaftler*innen, die vor ihr mit der Sir Hans Krebs Medaille ausgezeichnet wurden, befinden sich unter anderem 19 Nobelpreisträger*innen.

Den Proteinhaushalt im Gleichgewicht halten

Im Detail beschäftigt sich Deuerling in ihrer Forschung mit dem Proteom – so wird die Gesamtheit aller Proteine einer Zelle bezeichnet. Die Funktionsfähigkeit des Proteoms ist eine grundlegende Voraussetzung für die Lebensfähigkeit eines jeden Organismus, von Bakterien bis zum Menschen. Aufrechterhalten wird sie durch die kontinuierliche Erneuerung und präzise Regulierung des zellulären Proteinbestands, ein Vorgang, der als Proteostase bezeichnet wird. Mit ihrer molekularbiologischen Arbeit gilt Deuerling als eine Pionierin der Proteostase-Forschung. In früheren Studien zu bakteriellen Chaperonen – den „Faltungshelfern“ von Proteinen – deckte sie beispielsweise auf, wie das Chaperon „Triggerfaktor“ entstehende Proteine in der bakteriellen Zelle vor Fehlfaltungen und unerwünschtem Abbau bewahrt. Damit trug sie maßgeblich zu einem neuen Verständnis bei, wie Proteine in ihrer Entstehungsphase geschützt werden.

In ihrer aktuellen Forschung untersucht Deuerling die molekularen Prozesse rund um die Proteinentstehung und -modifizierung auch bei höheren Organismen, bei denen diese Vorgänge weitaus komplexer und bisher weniger gut verstanden sind. In einer Reihe hochrangiger wissenschaftlicher Publikationen beschrieb sie unter anderem die vielfältigen Funktionen des Proteinkomplexes NAC („Nascent Polypeptide-Associated Complex“). Sie konnte nachweisen, dass diese von der Regulierung der Synthesegeschwindigkeit neu entstehender Proteine über die zeitlich-räumliche Koordinierung konkurrierender Protein-Modifikationen bis hin zu logistischen Aufgaben innerhalb der Zelle reichen. Auf diese Weise entwickelten Deuerling und ihr Team die Vorstellung vom NAC schrittweise weiter – hin zu einem multifunktionalen Kontrollzentrum, das eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Zellfunktion spielt.

Mit ihrer Forschung liefert Deuerling regelmäßig neue Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen, welche die Proteostase und damit die Lebensfähigkeit und Gesundheit von Organismen erhalten. Dafür wurde sie in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Forschungspreisen und Ehrungen ausgezeichnet. So wurde Deuerling beispielsweise 2023 zum Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) gewählt und erhielt 2025 die Neupert-Medaille der Walter und Monika Neupert Stiftung. Im April 2026 wurde Sie in die Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften (Klasse II – Lebenswissenschaften) aufgenommen.

Über die FEBS und die Sir Hans Krebs Medaille

Die Federation of European Biochemical Societies (FEBS) ist ein großer europäischer Dachverband von Fachgesellschaften im Bereich der Biochemie, der aktuell insgesamt 39 Mitgliedsgesellschaften vereint. Die FEBS vergibt die Sir Hans Krebs Medaille jährlich an herausragende Wissenschaftler*innen, die in der europäischen Forschung aktiv sind. Die Medaille ist nach dem deutsch-britischen Biochemiker Sir Hans Adolf Krebs (1900–1981) benannt, einem Wegbereiter der modernen Biochemie, der vor allem für die Entdeckung des Harnstoffzyklus und des Citratzyklus bekannt ist, für die er 1953 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Faktenübersicht:

Hinweis an die Redaktion:

Bildmaterial kann im Folgenden heruntergeladen werden.

Bild 1: https://www.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2026/elke_deuerling.jpg

Bildunterschrift: Elke Deuerling, Professorin für Molekulare Mikrobiologie an der Universität Konstanz

Copyright: Inka Reiter

Bild 2: https://www.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2026/elke_deuerling_2.jpg

Bildunterschrift: Elke Deuerling, Professorin für Molekulare Mikrobiologie an der Universität Konstanz

Copyright: Universität Konstanz

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E-Mail: kum@uni-konstanz.de

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