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Hitzesommer 2026: IKK Südwest verzeichnet sprunghaften Anstieg bei Krankmeldungen

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Hitzesommer 2026

IKK Südwest verzeichnet sprunghaften Anstieg bei Krankmeldungen – Pflege- und Sozialberufe besonders betroffen

Die anhaltend hohen Temperaturen der vergangenen Wochen hinterlassen deutliche Spuren in der Arbeitswelt: Nach einer aktuellen Auswertung der IKK Südwest ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeits-Neufälle in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland innerhalb nur einer Woche – von Kalenderwoche 23 auf Kalenderwoche 24 – um mehr als 50 Prozent gestiegen.

„Hitze ist kein Randthema mehr, sondern ein handfestes gesundheitspolitisches Risiko – und unsere Zahlen belegen das schwarz auf weiß”, berichtet Professor Dr. Jörg Loth, Chef der IKK Südwest und betont: „Wenn Pflegekräfte, Erzieherinnen und Erzieher oder Beschäftigte in sozialen Berufen an vorderster Front die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels ausbaden müssen, dann reichen unverbindliche Empfehlungen nicht mehr aus – wir brauchen jetzt verbindliche Hitzeschutzstandards in Betrieben und Einrichtungen.”

Grundlage der Auswertung sind die in der jeweiligen Kalenderwoche neu ausgestellten Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen der bei der IKK Südwest versicherten Beschäftigten in den drei Bundesländern. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitsunfähigkeiten ist dabei ganz überwiegend auf hitzebedingte Diagnosen zurückzuführen: Den stärksten relativen Zuwachs verzeichnen Erkrankungen des Atmungssystems mit einem Plus von 36,2 Prozent – ein Befund, der auf die erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung bei Hitze zurückgeführt werden kann, da diese Atemwegsbeschwerden verschlimmern oder neu auslösen können. Es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit einem moderaten Anstieg von 4,6 Prozent sowie psychische Erkrankungen mit einem leichten Plus von 3,7 Prozent.

Sprunghafter Anstieg mit erster Hitzewelle

Besonders auffällig: In allen drei Bundesländern zeigt sich der gleiche Ausschlag zum gleichen Zeitpunkt. In Rheinland-Pfalz kletterte die Zahl der AU-Neufälle von 3.680 in KW 23 auf 5.578 in KW 24 – ein Plus von rund 52 Prozent. Im Saarland stiegen die Fälle von 1.517 auf 2.246 (+48 Prozent), in Hessen von 1.617 auf 2.522 (+56 Prozent). Über alle drei Länder hinweg bedeutet das einen Anstieg von 6.814 auf 10.346 Krankmeldungen binnen einer Woche – ein Plus von rund 52 Prozent. Dieses hohe Niveau hielt sich in den Folgewochen nahezu unverändert: Auch in KW 26 wurden mit 10.457 Fällen sogar noch mehr Krankmeldungen registriert als in KW 24 – ein deutliches Zeichen dafür, dass die gesundheitliche Belastung durch die Hitze über Wochen hinweg bestehen blieb. Erst in KW 27 und 28 gingen die Zahlen spürbar zurück.

Pflege- und Sozialberufe an der Belastungsgrenze

Beim Blick auf die Berufsgruppen zeigt sich ein eindeutiges Bild: In allen drei Bundesländern führt die Berufsgruppe „Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe ” die Statistik der AU-Neufälle an – mit den relativ höchsten Zuwächsen in Hessen (+61,3 Prozent) und im Saarland (+59 Prozent). Dicht dahinter folgen die medizinischen Gesundheitsberufe, die in Rheinland-Pfalz mit +56,3 Prozent und in Hessen mit +43,3 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich stark zulegten. Diese Zahlen bestätigen einen Trend, den viele Einrichtungen aus der Praxis kennen: Wer in der Pflege, in Kitas, in der Behindertenhilfe oder in sozialen Berufen arbeitet, ist Hitze oft ungeschützt ausgesetzt – sei es durch körperlich fordernde Tätigkeit, fehlende Klimatisierung in Pflegeeinrichtungen und Kitas oder durch die besondere Verantwortung für hitzeempfindliche Menschen wie Senioren, Kinder oder Pflegebedürftige.

Ein Thema, das durch alle Berufsgruppen geht

Auffällig ist jedoch: Der Anstieg der Krankmeldungen beschränkt sich nicht auf einzelne Branchen. Von handwerklichen und technischen Berufen über Verwaltung und Finanzdienstleistungen bis hin zu Verkaufs- und Bürotätigkeiten – nahezu jede erfasste Berufsgruppe verzeichnete zur gleichen Zeit einen spürbaren Anstieg der AU-Neufälle. Hitze macht damit vor keiner Branche halt und wird zu einem gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsthema.

„Gerade in Einrichtungen mit Präsenzpflicht wie Kitas und Pflegeheimen sind flexible Arbeitszeiten oft keine realistische Option – hier braucht es andere Antworten. Baulicher Hitzeschutz durch Verschattung und Kühlung, angepasste Dienstpläne mit verlagerten Kernzeiten für körperlich anstrengende Tätigkeiten, zusätzliche Pausen und wenn möglich eine Personalreserve für Hitzetage – das sind die Maßnahmen, die wirklich helfen. Als gesetzliche Krankenkasse behandeln wir nicht nur die Folgen, wir stellen uns der Ursache – gemeinsam mit Politik, Arbeitgebern und Sozialpartnern. Die Gesundheit unserer Versicherten darf nicht vom Zufall guten Wetters abhängen”, bekräftigt Prof. Loth abschließend

Die IKK Südwest

Die IKK Südwest gehört als regionale Innungskrankenkasse in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu den größten Krankenkassen in Deutschland. Wir, die IKK Südwest, das sind mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit Herz und Kompetenz einsetzen für unsere Kernthemen Prävention, Gesundheitsförderung und eine zukunftsfähige, regionale Gesundheitsversorgung. Datenorientiert und politisch positioniert bringt die IKK Südwest fundierte Perspektiven in aktuelle gesundheitspolitische Debatten ein – insbesondere zu Themen und Gesundheitsfragen, die Menschen in der Region bewegen. Wir sind persönlich für alle da – vor Ort in unseren 19 Kundencentern in der gesamten Region und an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr sowohl über unsere IKK-Service-Hotline 0681/3876 1000 als auch per App und im Netz über unsere Online-Geschäftsstelle „Meine IKK Südwest“. Mehr Infos unter www.ikk-suedwest.de.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Gessner
Pressesprecher
 
IKK Südwest
Europaallee 3-4
66113 Saarbrücken
Tel.: 06 81/38 76-1163
Fax: 06 81/38 76-2799
 
Zentrale Postadresse:
IKK Südwest
66098 Saarbrücken
 
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