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Polizeidirektion Hannover

POL-H: Bilanz nach mobilen Schwerpunktkontrollen im Stadtgebiet: Die Polizei Hannover deckt mehrere Verstöße auf und verhindert Fluchtversuche

Hannover (ots)

In der Nacht zum Sonntag, 13.09.2026, hat die Polizeidirektion Hannover unter Federführung des Zentralen Verkehrsdienstes mobile Schwerpunktkontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Stadtgebiet durchgeführt. Dabei überprüften die Einsatzkräfte gezielt die Fahrtüchtigkeit und deckten zahlreiche gravierende Verstöße auf. Neben Fahrten unter Drogen- und Alkoholeinfluss ereigneten sich auch mehrere Fluchtversuche, darunter eine riskante Verfolgungsfahrt.

Bereits zu Beginn des Einsatzes gegen 20:30 Uhr versuchte ein 15 Jahre alter E-Scooter-Fahrer, im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Messe/Ost vor einer bevorstehenden Verkehrskontrolle zu flüchten. Die Einsatzkräfte konnten den Jugendlichen jedoch in der Brüsseler Straße nach einer kurzen Verfolgung rasch stoppen. Bei der anschließenden Überprüfung des Elektrokleinstfahrzeugs wurde festgestellt, dass dieses technisch so verändert worden war, dass es eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Km/h erreichte. Gegen den Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Gegen 21:35 Uhr fiel den Polizeikräften ein VW Polo im Stadtteil Hannover-Südstadt in der Straße "An der Weide" auf. Der Pkw fuhr Schlangenlinien, nutzte teilweise die gesamte Fahrbahnbreite und missachtete im weiteren Verlauf mehrere rote Ampeln. An dem Fahrzeug waren zudem Kennzeichen angebracht, die am 05.09.2026 von einem ordnungsgemäß geparkten Pkw eines 46-Jährigen in Linden-Mitte entwendet worden waren. Als die Beamten den Wagen kontrollieren wollten, ergriffen die beiden Insassen mit dem Fahrzeug die Flucht. Der 35-jährige Fahrer raste mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch das südliche und östliche Gebiet. Nach Angaben der eingesetzten Kräfte versuchte der Fahrer zudem mehrfach, einen Streifenwagen seitlich zu rammen.

Die Fahrt führte unter anderem über den Bischofsholer Damm, die Bemeroder Straße und die August-Madsack-Straße. Dort geriet der Pkw zunächst in eine Sackgasse. Eine Polizeibeamtin hatte den Funkstreifenwagen bereits verlassen, um die Insassen anzusprechen. Der Fahrer wendete jedoch, fuhr an dem Polizeifahrzeug vorbei und setzte seine Flucht fort. Während der Verfolgungsfahrt wurden mutmaßlich Betäubungsmittel aus dem Pkw geworfen. Diese konnten durch einen nachfolgenden Funkstreifenwagen unmittelbar aufgefunden und sichergestellt werden.

Über die Lange-Feld-Straße und die Tiergartenstraße führte die Verfolgungsfahrt schließlich zur Lehrter Straße. Auf dem Gelände einer Tankstelle gelang es den Einsatzkräften, die Zufahrtswege mit mehreren Funkstreifenwagen zu blockieren und die Flucht zu beenden.

Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass sowohl der 35-jährige Fahrzeugführer als auch seine 33-jährige, schwangere Beifahrerin unter dem Einfluss berauschender Mittel (Amphetamin) standen. Zudem war der Pkw nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und der Fahrer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs entdeckten die Einsatzkräfte vier zum Teil griffbereite Messer, darunter eine Machete und ein Einhandmesser, sowie Betäubungsmittel und beschlagnahmten diese. Dem Fahrer wurde eine Blutprobe entnommen; die Ergebnisse stehen derzeit noch aus.

Der 35 Jahre alte Hannoveraner war der Polizei bereits aus zahlreichen früheren Sachverhalten bekannt. Neben mehrfachen Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel war er unter anderem wegen Gewaltdelikten sowie mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz polizeilich in Erscheinung getreten. Er verfügt über keinen festen Wohnsitz. Die Anordnung von Untersuchungshaft wurde geprüft, jedoch abgelehnt. Die 33 Jahre alte, ebenfalls aus Hannover stammende Beifahrerin befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand und wurde zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei leitete gegen das Duo mehrere Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs infolge von THC-Konsums, verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Kennzeichenmissbrauchs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Auch im weiteren Verlauf der Nacht stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Verstöße fest. Ein Pkw-Fahrer stand unter dem Einfluss von Kokain. Bei einem weiteren Fahrzeugführer wurde ein Atemalkoholwert von mehr als 1,7 Promille festgestellt.

Gegen 22:30 Uhr fiel einer Streife im Einmündungsbereich der Hildesheimer Straße und der Straße "An der Wollebahn" ein weiterer E-Scooter-Fahrer auf, der deutliche körperliche Ausfallerscheinungen zeigte. Als er dem Funkstreifenwagen in einer Einbahnstraße entgegenkam, wich er auf den Gehweg aus und stürzte dabei beinahe. Bei der Kontrolle des 35-jährigen Hannoveraners bestätigte sich der Verdacht auf den Einfluss von THC. Gegen ihn wurde wegen des Fahrens im berauschten Zustand ein Strafverfahren eingeleitet und eine Blutprobe entnommen.

Bei der Kontrolle eines weiteren berauschten Fahrzeugführers stellten die Einsatzkräfte zudem zwei Reizstoffsprühgeräte ohne entsprechende Kennzeichnung sowie einen Teleskopschlagstock mit Sprungfeder sicher. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Im Rahmen der sechsstündigen Schwerpunktkontrollen ordneten die Beamtinnen und Beamten insgesamt elf Blutproben an und untersagten in 16 Fällen die Weiterfahrt. Die Einsatzbilanz umfasst unter anderem fünf Ermittlungsverfahren aufgrund von Fahrten unter dem Einfluss von Kokain und THC. Hinzu kommen sechs Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr infolge von Alkohol-, THC- oder Mischkonsum sowie ein Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Des Weiteren leiteten die Einsatzkräfte fünf Verfahren wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und ein Verfahren nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz ein. Aber auch abseits des reinen Verkehrsrechts deckte die Polizei Straftaten auf: Neben einem Verfahren wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln, bei dem 12,4 Gramm Amphetamine sowie sechs verschreibungspflichtige Tabletten sichergestellt wurden, leiteten die Beamten zwei Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie ein Verfahren wegen des Diebstahls eines Rollers ein.

Die Kontrolle war zugleich Bestandteil eines Fahrtüchtigkeitslehrgangs. Neben Einsatzkräften verschiedener Dienststellen der Polizeidirektion Hannover nahmen auch Polizeieinsatzkräfte aus Brandenburg an der theoretischen und praktischen Schulung teil. Ziel war insbesondere das Erkennen und beweissichere Feststellen von Beeinträchtigungen der Fahrtüchtigkeit durch Alkohol, Drogen und andere berauschende Mittel. /nash, ram

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Hannover
Natalia Shapovalova
Telefon: 0511 109-1040
E-Mail: pressestelle@pd-h.polizei.niedersachsen.de
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