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Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen

POL-LG: ++ VU-Statistik 2023 der PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ++ Rückgang/Stagnation bei Verkehrstoten und schweren Unfällen ++ Problemfelder: VU mit motor. Zweirädern, Pedelecs und E-Scootern

POL-LG: ++ VU-Statistik 2023 der PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ++ Rückgang/Stagnation bei Verkehrstoten und schweren Unfällen ++ Problemfelder: VU mit motor. Zweirädern, Pedelecs und E-Scootern
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Lüneburg (ots)

++ Verkehrsunfallstatistik 2023 der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ++ deutlich gestiegene Verkehrsunfallzahlen ++ Rückgang/Stagnation bei Verkehrstoten und schweren Unfällen ++ Problemfelder: Verkehrsunfälle mit motor. Zweirädern, Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern ++ Fahrtüchtigkeit und Rad-/Pedelec-Verkehr im Fokus ++

   -	deutlich gestiegene Verkehrsunfallzahlen um mehr als zehn 
Prozent (+10,54%) - Vor-Corona-Niveau erreicht -	weniger Menschen 
(2023: 21) sterben auf den Straßen in der Region - Stagnation der 
Zahlen bei schweren Verkehrsunfällen -	wieder mehr Baumunfälle (+7,2 
Prozent) -	"ländliche Region": fast ein Drittel aller Unfälle sind 
Wildunfälle (2023: 28%) - Zunahme um 9,91 Prozent -	 VU-Fluchten: +10
Prozent - fast jeder vierte Unfall ist eine VU-Flucht (23%) -	mehr VU
mit motorisierten Zweirädern/Motorrädern (+7,4%) und bei den Pedelecs
(+20%); Zahlen bei Fahrradfahrenden gleichbleibend -	Anstieg bei den 
neuen Mobilitätsformen/E-Scooter bei noch niedrigen Gesamtzahlen um 
66 Prozent -	mehr Unfälle und Alkoholeinfluss (+8,8%) - 
gleichbleibende Zahlen bei BTM/Medikamenten -	Fahrtüchtigkeit im 
Straßenverkehr, Rad-/Pedelec-Verkehr und Motorradfahrerende im Fokus

Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen

Die Verkehrsunfallstatistik 2023 für die Region Nord-Ost-Niedersachsen, d.h. die Landkreise Lüneburg, Lüchow-Dannenberg sowie Uelzen, stellten Kriminalhauptkommissar Andreas Fündling, Sachbearbeiter Verkehr zusammen mit dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, EPHK Christof Vietgen, am heutigen Tage im Rahmen eines Pressegespräches den Medien vor.

Die Erhebung der Verkehrsunfallzahlen dient der nachhaltigen polizeilichen Verkehrssicherheitsar-beit und ist deshalb von elementarer Bedeutung. Sie verfolgt das Ziel, Unfallschwerpunkte zu er-kennen, ihre Ursachen zu bekämpfen und letztlich die Verkehrsunfallzahlen zu senken. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Reduzierung von schwerwiegenden Unfallfolgen. Im Fokus stehen insbesondere die Risikogruppen Kinder, junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger sowie Seniorinnen und Senioren.

"Die Verkehrsunfallzahlen sind deutlich gestiegen und liegen wieder auf einem Niveau wie Vor-Corona", bilanzierte der Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion, Kriminalhauptkommissar Andreas Fündling, bereits in seinen einleitenden Worten zur Verkehrsunfallstatistik 2023. Nach drei Jahren mit Unfallzahlen unter der Marke von 8.000 Verkehrsunfällen (VU) stieg die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Verkehrsunfälle von 7.877 im Jahr 2022 auf 8.707 im vergangenen Jahr. Dieses ist ein Anstieg um mehr als zehn Prozent (+10,54%).

Todesopfer und Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen Erfreulich sind dabei jedoch die gesunkenen Zahlen bei den Verkehrstoten sowie den Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen. Im Jahr 2023 starben 21 Menschen (2022: 26) auf den Straßen der Region. Das sind fünf Personen weniger als noch im Jahre 2022.

Auch im Bereich der Schwerverletzten stagnierten die Zahlen und blieben mit 252 schwerverletzten Personen (bei 210 VU mit Schwerverletzten) auf dem Niveau von 2022 mit 248 Schwerverletzten (bei 212 VU mit Schwerverletzten). Als schwerverletzt gilt jeder Beteiligte, bei dem durch die Unfalleinwirkung ein Krankenhausaufenthalt von mehr als 24 Stunden erforderlich war.

Bei den Verkehrsunfällen mit Leichtverletzten stiegen die Gesamtunfallzahlen gravierend um 11,31 Prozent auf 1.260 (2022: 1.132). Insgesamt wurden dabei 1.624 Verkehrsteilnehmende leicht verletzt. Auch wenn ein Vergleich mit den pandemiegeprägten Vorjahren schwerfällt, betrachten die Verantwortlichen der hiesigen Polizeiinspektion die steigenden Zahlen dennoch kritisch.

Baumunfälle

Nach einem Rückgang im Vorjahr (-3,49%) stieg im Jahr 2023 die Zahl der Baumunfälle um 7,23 Prozent auf 178 (2022: 166). Diese ereigneten sich im Regelfall auf Landstraßen, bei denen die Fahrer zum Beispiel wegen eines Fahrfehlers oder wegen zu hohen Tempos die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren haben, ins Schleudern gerieten und anschließend gegen einen neben der Fahrbahn stehenden Baum prallten.

Wildunfälle

Auch die Zahl der Wildunfälle stieg in 2023 wieder deutlich um fast 10 Prozent (9,91%) auf 2.396 an und machen fast ein Drittel (28%) der Unfälle in der "ländlich geprägten" Region aus.

Verkehrsunfallfluchten

Auf hohem Niveau hält sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht. Die Zahl ist erneut um 10,10 Prozent auf 2.028 (2022: 1.842) gestiegen. Erfreulich hoch ist weiterhin die Aufklärungsquote dieser Straftat mit 44,58 Prozent, so dass bald jeder zweite Unfallflüchtige ermittelt werden konnte. Die Polizei betont dabei auch: "Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt! Vielmehr handelt es sich nach § 142 StGB um eine Straftat, bei welcher mit erheblichen Sanktionen zu rechnen ist, die als Nebenfolge auch zum Verlust der Fahrerlaubnis führen kann".

Alkohol, Drogen und Medikamente

Deutlich zu hoch sind auch weiterhin die Verkehrsunfälle unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss. Bei der Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stiegen die Zahlen um 8,84 Prozent auf 160 Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine Rolle spielte. Eine deutliche Reduzierung verzeichnete die Polizei bei den folgenlosen Fahrten unter Betäubungsmittel bzw. Medikamenteneinfluss. Hier sank die Anzahl um 12,37 Prozent auf 347 (2022: 396). Folgenlose Fahrten unter Alkoholeinfluss sanken ebenfalls um 29,78 Prozent auf 283 (2022: 411) Fahrten. Insbesondere im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsverstößen wird immer wieder der Einfluss von berauschenden Substanzen festgestellt.

Motorisierte Zweiräder/Motorräder

Stetig steigende Fallzahlen registrierte die Polizei auch bei den Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern/Motorrädern. Im Jahr 2023 verunfallten 203 motor. Zweiräder, was einem Plus von 7,41 Prozent entspricht (2022: 189).

Vorsichtiges und rücksichtsvolles Fahren ist wichtig, besonders auf den bekannten "Problemstrecken" in der Region. Sowohl auf der Bundesstraße 195 im Amt Neuhaus, als auch an der Spitzkehre in Alt Garge und auf der Kreisstraße zwischen Lüneburg und Echem (Kreisstraße 53) beobachtet die Polizei immer wieder Fehlverhalten von Motorradfahrenden und leider nicht selten, führt dies auch zum Teil zu schweren Verkehrsunfällen, an denen nicht selten die Biker selbst schuld sind. Selbstüberschätzung, Posing und Abenteuerlust haben in den vergangenen Jahren schon viel Leid verursacht.

Auch aufgrund der seit Jahren durchgeführten Kontrollmaßnahmen sowie baulichen Veränderungen auf diesen Streckenabschnitten konnten die Unfallzahlen bzw. Unfallfolgen dort, aber auch in Gänze minimiert werden. Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer sank von vier auf drei in 2023. Auch bei den schwerverletzten motor. Zweiradfahrern reduzierte sich die Unfälle von 34 auf 31.

Pedelec/E-Bike und Fahrräder

Aufgrund der sich ändernden Verkehrsmobilität und der Tatsache, dass bereits jedes zweite neu gekaufte "Fahrrad" ein Pedelec ist, haben sich auch die Verkehrsunfallzahlen in diesem Bereich verändert. Während die Fallzahlen bei den Pedelec-Fahrenden um 20 Prozent auf 198 Verkehrsfälle (2022: 165) erneut stark stiegen, stagnierte die Zahl bei den Fahrradfahrenden (2023: 500 / - 0,4%) auf dem Niveau von 2022. Erfreulicherweise blieben die schweren Unfallfolgen in beiden Bereichen auf dem Niveau von 2022.

Im Jahr 2023 wurde ein Fahrrad-Fahrender tödlich verletzt (2022: 0); 49 erlitten schwere Verletzungen (2022: 46). Bei den Pedelec-Fahrenden war es ähnlich. Zwei Verkehrsunfälle endeten in 2023 tödlich (2022: 2). 20 Personen erlitten schwere Verletzungen (2022: 35).

Aufgrund der Entwicklungen beim Unfallgeschehen mit der Beteiligung von Zweirädern wird die Polizei diese intensiv beobachten und ihre Maßnahmen anpassen. Dabei geht es vor allem um das Fehlverhalten anderer zum Nachteil von Rad-/Pedelec-Fahrenden, als auch darum, deren eigenes Fehlverhalten intensiv zu überwachen.

Parallel setzt die Polizei auch auf präventive Maßnahme wie u.a. "Fit mit dem Pedelec" - Kurse von Verkehrswacht, ADFC und Polizei für die Zielgruppe Ü65.

Zitat zum Thema: Verkehrsunfälle von Fahrradfahrenden mit tödlichem Ausgang:

Polizeivizepräsident Jens Eggersglüß (PD Lüneburg): "Der Fahrradfahr-Boom nimmt nicht ab. Das Fahrrad ist eine echte Fortbewegungsalternative im Vergleich zum Pkw. Mit mehr Radfahrenden gehen auch mehr Unfälle einher. Im Jahr 2023 sind im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg elf Fahrradfahrerinnen und -fahrer bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt worden. Acht davon haben keinen Fahrradhelm getragen. Daher meine eindringliche Bitte: Tragen Sie einen Helm und schützen Sie sich!"

Neue Mobilitätsformen/E-Scooter

Die neuen Mobilitätsformen "Elektrokleinstfahrzeuge/E-Scooter" spielen auch in unserer Region im Verkehrsunfallgeschehen eine Rolle Trotz der Tatsache, dass es keine Miet- oder Verleih-Anbieter in unseren drei Landkreisen gibt, ereigneten sich im Jahr 2023 58 Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen/E-Scootern. Das entspricht einer Steigerung von 66 Prozent (2022: 35). Erfreulicherweise gab es in diesem Bereich keine Unfälle mit tödlichem Ausgang bzw. nur vier Vorfälle mit schwerverletzten Personen.

Hauptunfallursachen

Zu den Hauptunfallursachen im Jahr 2023 gehörten neben Vorfahrtsverstößen auch Abstand und Abbiegen. Die Zahl der Unfälle aufgrund nicht angepasster bzw. "überhöhter Geschwindigkeit" stieg jedoch deutlich um 26,83 Prozent. Damit liegt die Anzahl der Unfälle in Verbindung mit der Geschwindigkeit bei 312 (2022: 246).

Ausblick 2024

Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibt auch in 2024 ein Schwerpunkt der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Wie im Jahr 2023 wird gerade aufgrund der Entwicklung bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss sowie der aktuellen "Konsumfreigabe von Cannabis" der Themenbereich Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr auch in diesem Jahr im Fokus bleiben. Hierbei werden interne Fortbildungen erneut intensiviert.

Dabei orientieren sich die Verkehrskontrollen, wie in den Vorjahren, an den Hauptunfallursachen. Geschwindigkeitskontrollen sind weiterhin wichtiger Bestandteil der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit. An Unfallschwerpunkten sowie an schützenswerten Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen richtet die Polizei einen besonderen Fokus auf die Geschwindigkeitsüberwachung.

Gleichermaßen bleiben die Bekämpfung aggressiven Fahrverhaltens, Maßnahmen gegen Ablenkung durch elektronische Geräte und die Durchführung standardisierter Fahrtüchtigkeitstests zur Erkennung fahruntüchtiger Fahrzeugführender Schwerpunktthemen.

Auch das Verkehrsverhalten gegenüber und von Radfahrenden wird in diesem Jahr im Fokus stehen. In Erwartung der zukünftigen Auswirkungen des demografischen Wandels legt die Polizei ein Hauptaugenmerk auf die Altersgruppe der älteren Menschen im Straßenverkehr. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Verkehrswachten werden die Verkehrssicherheitsprogramme (u.a. "Fit mit dem Pedelec") fortgesetzt und ausgebaut.

Bei der Verkehrsüberwachung wird die Polizei in der Region auch weiterhin den baulichen Zustand benutzter Kraftfahrzeuge besonders ins Auge fassen. Die Arbeitsgruppe "Poser" am Standort in Uelzen, welche inspektionsübergreifend tätig ist, wird ihre Kontrollaktionen auch im Jahr 2024 fortführen. Darüber hinaus wird die Polizei die motorisierten Zweiräder und die Elektrokleinstfahrzeuge genau im Blick behalten. Auch wenn sich Leihbetriebe in der Region noch nicht etabliert haben, sind insbesondere E-Scooter ein immer beliebteres Fortbewegungsmittel - überwiegend im innerstädtischen Bereich. Hierbei müssen neben der Polizei jedoch unter anderem Hersteller, Verbände und Kommunen für Präventionsmaßnahmen in die Pflicht genommen werden.

++ Details zum Unfallgeschehen 2023 in den drei Landkreisen sind der pdf-Datei im Download unter www.polizeipresse.de zu entnehmen ++

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen
Pressestelle
Kai Richter
Telefon: 04131/8306-2324 o. Mobil 01520 9348855
E-Mail: pressestelle@pi-lg.polizei.niedersachsen.de
https://www.pd-lg.polizei-nds.de/dienststellen/polizeiinspektion_luen
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Original-Content von: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, übermittelt durch news aktuell

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