Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle
Mittelhessen: STADT+KREIS GIEßEN: Falscher Bankmitarbeiter unterwegs - Polizei gibt Tipps
Giessen (ots)
Grünberg: Falscher Bankmitarbeiter unterwegs - Polizei gibt Tipps
Gestern versuchten Betrüger erneut, unter Vortäuschung falscher Tatsachen Beute zu machen. Diesmal waren sie in Grünberg aktiv. Die Kriminellen gaben sich als Bankmitarbeiter aus und gaukelten einer Grünberger Seniorin zunächst telefonisch vor, verdächtige Kontobewegungen festgestellt zu haben. Um einen Schaden zu verhindern und auch, um Wertgegenstände der Frau in Sicherheit zu bringen, entsende man einen weiteren Mitarbeiter der Bank. Der Betrüger erschien schließlich gestern an der Wohnanschrift der Frau im Stadtgebiet von Grünberg. Er erhielt schließlich Einlass und durchsuchte die Wohnräume der Frau. Nach derzeitigem Stand nahm er nichts mit und entfernte sich gegen 16.30 Uhr.
Der angebliche Bankmitarbeiter sprach hochdeutsch und hatte eine helle Hautfarbe. Er war gepflegt, hatte kurze, braune Haare und ist etwa 20-25 Jahre alt. Erfahrungsgemäß versuchen Betrüger bei mehreren Personen, an Beute zu gelangen. In letzter Zeit ist der Polizei jedoch kein weiterer, ähnlicher Fall in dem Bereich des Landkreises bekannt geworden.
Zeugen oder weitere, noch nicht bekannte Opfer werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0641/7006-6555 zu melden.
Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer initial zu schockieren. In vergangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum, in manchen Fällen Stunden, erstrecken können. Darin üben die Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten Betrugsmaschen sind vielfältig. Im Kontext von falschen Bankmitarbeitern ist der typische Ablauf der gängigsten Fälle wie folgt:
- Der Schockanruf: Die Täter rufen an und geben sich als
Mitarbeiter Ihrer Bank oder Sparkasse aus. Oft behaupten sie, es
seien "unregelmäßige Kontobewegungen" aufgefallen. Daher seien
weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig.
- Die PIN-Falle: Unter dem Vorwand, die Karte sperren oder prüfen
zu müssen, wird das Opfer gedrängt, die PIN preiszugeben.
Entweder direkt am Telefon, vor Ort an den falschen Mitarbeiter
oder durch Eingabe in eine gefälschte Website.
- Die Abholung: Da die Karte angeblich "defekt" oder "unsicher"
sei, kündigt der Anrufer an, ein Kurier oder Kollege werde sie
sofort an der Haustür abholen, um sie zur Bank zu bringen. Teils
wird versucht, auch weitere Wertgegenstände in Verwahrung zu
nehmen, um sie so vor Dieben zu sichern.
- Die Plünderung: Sobald die Betrüger Karte und PIN haben, heben
sie umgehend Bargeld an Automaten ab oder tätigen Einkäufe.Um es den Kriminellen möglichst schwer zu machen, raten die Ermittler: Banken fragen telefonisch nicht nach Details, Wertgegenständen, Geheimnummern oder fordern Sie telefonisch zu Überweisungen auf. Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf. Vergewissern Sie sich im Zweifel persönlich bei Ihrer Bank. Geben Sie auf keinen Fall Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie z.B. Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal), heraus.
Im Zweifel gilt: Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren!
Pierre Gath, Pressesprecher
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